Tourismusstrategie für Rheinland-Pfalz: Fokus auf Business und Wachstum

| Tourismus Tourismus

Angebote für Verbände und Unternehmen sollen die Tourismusbranche in Rheinland-Pfalz nach vorn bringen. «Der Geschäfts- und Kongresstourismus ist ein Wachstumsfeld mit großem Potenzial», sagte Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt in Mainz. «Unser Ziel ist es, Rheinland-Pfalz als starken Standort für Tagungen, Kongresse und Firmenveranstaltungen zu positionieren.» Es gehe darum, Geschäfts- und Urlaubsreisen verstärkt zu verbinden als Treiber für Wachstum. 

«Tourismus ist kein Freizeitthema, er ist Wirtschaftspolitik», sagte die FDP-Politikerin bei der Präsentation der Tourismusstrategie. «Wir wollen den Tourismus in Rheinland-Pfalz noch stärker als Standortfaktor verstehen.» Denn jedes Hotel, jeder touristische Radweg und jedes Kongresszentrum schaffe auch Lebensqualität für die Menschen. 33 Millionen Euro ständen im Doppelhaushalt 2025/26 für den Tourismus zur Verfügung.

Steigende Gäste- und Übernachtungszahlen

Mit einem Bruttoumsatz von rund acht Milliarden Euro und rund 118.000 gesicherten Vollzeitstellen sei der Tourismus einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes, erklärte Schmitt. In den ersten acht Monaten des Jahres sei die Zahl der Gäste um 2,6 Prozent auf knapp sechs Millionen gestiegen. Die Zahl der gebuchten Übernachtungen habe um 1,7 Prozent auf 15,5 Millionen zugenommen.

Treiber für diese positive Entwicklung seien der Städte-, Geschäfts- und Gesundheitstourismus, berichtete die Wirtschaftsministerin. Zu beobachten sei auch ein Trend im Tourismus, dass die Menschen durch die vielen weltweiten Krisen und den enormen Wandel in der Gesellschaft immer mehr ein Bedürfnis nach Erdung, Entschleunigung sowie einer kleinen Auszeit möglichst nah am Heimatort haben. 

Sechs Handlungsfelder

Die Fortschreibung der rheinland-pfälzischen Tourismusstrategie sieht den Angaben zufolge insgesamt sechs zentrale Handlungsfelder vor. Diese wurde vom Wirtschaftsministerium zusammen mit der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH, den Industrie- und Handelskammern, dem Dehoga sowie dem Tourismus- und Heilbäderverband im Land erarbeitet:

  • Digitalisierung
  • Profilierung und Innovation
  • Strukturverbesserung im System Tourismus
  • Stärkung des Gastgewerbes,
  • Touristische Infrastruktur
  • Nachhaltigkeit

Buga 2029 im Oberen Mittelrheintal im Blick

Nachhaltigkeit im Tourismus sei kein Trend mehr, sondern eine Voraussetzung für Qualitätstourismus, konstatierten Schmitt und der Geschäftsführer der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH, Stefan Zindler. Dabei gehe es auch um die vermehrte Nutzung von regionalen Produkten. Entscheidend sei auch, eine gute digitale Datengrundlage der Betriebe zu erreichen, um Angebote in den Regionen zu vergleichen und Defizite identifizieren zu können, ergänzte Dehoga-Präsident Gereon Haumann.

Die Tourismusstrategie ziele auch auf die Bundesgartenschau, die im Jahr 2029 im Unesco-Welterbe Oberes Mittelrheintal stattfinden soll, sagte Wirtschaftsministerin Schmitt. Das Gebiet erstreckt sich über 67 Kilometer entlang des Rheins – vom hessischen Rüdesheim bis zum Deutschen Eck in Koblenz. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusdestinationen geht in die vierte Runde. Ab sofort können sich Tourismusorganisationen aus Orten, Regionen und Städten in ganz Deutschland bewerben, die an einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Destinationsentwicklung arbeiten.

Hilton hat seinen Trends Report 2027 veröffentlicht. Die Untersuchung beschreibt, wie sich das Reiseverhalten deutscher Urlauber im kommenden Jahr verändern könnte. Im Mittelpunkt stehen Flexibilität, Erholung, persönliche Entwicklung und Vertrauen.

Dass München für Deutschland ins Rennen um Olympische und Paralympische Spiele geht, hat im Freistaat eine Welle der Euphorie ausgelöst. Auch das Gastgewerbe begrüßte die Entscheidung als starkes Signal für die Landeshauptstadt und den Freistaat.

Die Deutschen planen für diesen Herbst weniger Urlaubsreisen als vor einem Jahr. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse des Urlaubsplanungsindex des Deutschen Instituts für Tourismusforschung in Kooperation mit dem Deutschen Tourismusverband.

Royal Caribbean Group hat eine Vereinbarung über eine 50-prozentige Beteiligung an Sandals und Beaches Resorts unterzeichnet. Der Abschluss der rund drei Milliarden US-Dollar teuren Transaktion wird für Anfang 2027 erwartet.

Das im Mai eröffnete temporäre Erlebnis-Dorf des Erdbeer-Unternehmens Karls in Wernigerode im Harz soll 2027 in die Verlängerung gehen. Zunächst wird es aber nach den Herbstferien Anfang November schließen.

Lonely Planet zählt Dessau zu seinen Reisezielen für 2027. Autor Anthony Ham stellt das Bauhaus und dessen Einfluss auf die Alltagsarchitektur in den Mittelpunkt.

Die Aktien mehrerer Reiseplattformen haben nach dem Start von Metas KI-Assistent Muse nachgegeben. Analysten befassen sich mit möglichen Folgen für das Geschäft mit Reisebuchungen.

Eine aktuelle Studie der Deutschen Zentrale für Tourismus bestätigt die Bedeutung der Vereinigten Staaten als wichtigsten Überseemarkt für den deutschen Tourismus. Trotz gestiegener Kostensensibilität bleiben die Ankünfte stabil auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Ferienparkkette Center Parcs prüft die Errichtung eines großen Ferienparks im Lausitzer Seenland. Das Projekt auf Brandenburger Seite solle zwischen Sedlitzer See und Partwitzer See auf rund 90 Hektar Fläche 500 bis 700 Ferienhäuser umfassen.