Tui stattet Flugzeuge mit WLAN aus

| Tourismus Tourismus

Der Reisekonzern Tui stattet große Teile seiner Flugzeugflotte mit einem WLAN-System aus. Passagiere können ihr Smartphone damit verbinden und dann zum Beispiel den aktuellen Flugverlauf auf einer Landkarte sehen, oder auch angebotene TV-Serien, Filme und Podcasts streamen – letzteres allerdings gegen Gebühr.

Künftig geplant ist laut einem Tui-Sprecher, dass Passagiere Whatsapp-Nachrichten übers Bordnetz versenden können – dafür soll es verschiedene Chat-Pakete geben. Außerdem soll es ab den nächsten Wochen möglich sein, Ausflüge und Aktivitäten im Reiseland schon an Bord zu buchen.

Mehrheit der deutschen Tuifly-Maschinen wird ausgestattet

In 37 Flugzeugen sei das satellitenbasierte System bereits installiert worden. Tui Airline, der Verbund der in Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Skandinavien und Großbritannien ansässigen Fluggesellschaften des Reisekonzerns, will bis zu diesem Sommer rund 65 Maschinen damit ausgestattet haben. Bei der deutschen Tuifly sollen dann 14 von 23 Flugzeugen WLAN an Bord haben.

Das verbaute System nutzt die Satellitenplattform Iridium Certus. Die dafür nötige Antenne am Flieger misst laut Tui neun Zentimeter im Durchmesser und habe somit kaum Einfluss auf den Kerosinverbrauch des Flugzeugs. Die Bandbreite genüge für grundlegende Internetdienste.

Konkret bekommen alle neuen Boeing 737 MAX 8 von Tui Airline das WLAN, bis jetzt seien 44 ausgeliefert, 50 weitere Maschinen stünden im Orderbuch, so der Sprecher. Außerdem bekommen rund 20 Boeing 737-800 aus der Flotte das System. Insgesamt betreibt Tui Airline den Angaben nach aktuell rund 110 Kurz-/Mittelstreckenflugzeuge und knapp 20 Langstreckenflugzeuge.

Viele Airlines mit Internet an Bord

Unter den deutschen Fluggesellschaften ist Tuifly ein Nachzügler. Condor bietet nach eigenen Angaben auf allen Langstreckenflügen Internetzugang an – und auf der Kurz- und Mittelstrecke wachse das Angebot. Lufthansa hat viele Flieger schon mit Internetzugang ausgestattet, und auch ein Teil der Eurowings-Flotte hat WLAN an Bord.

Immer mehr Airlines bieten Internet über den Wolken an, oft kostenpflichtig. Einen Überblick für mehr als 100 Fluggesellschaften weltweit liefert das Vergleichsportal Check24. Neben Angaben zu Gepäckbestimmungen und Check-in-Regelungen sind dort auch Internettarife aufgelistet, falls die Airline diese anbietet.

Der Flugmodus kann aktiviert bleiben

Gut zu wissen: Um das WLAN an Bord zu nutzen, muss der Flugmodus des Smartphones, Tablets oder Laptops nicht deaktiviert werden.

Das Ausschalten des Sende- und Empfangsmodus und die Beschränkung auf den Flugmodus sei eine Vorsichtsmaßnahme, erklärt der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft auf Nachfrage zu dessen Sinn und Zweck. «Nicht nur die Bordelektronik, sondern auch der Funkverkehr der Piloten mit den Ansprechpartnern am Boden und innerhalb der Kabine könnte davon gestört werden.» Störungsfreie Kommunikation sei gerade in der Start- und Landephase sehr wichtig.

Doch nicht nur deshalb ist das Aktivieren des Flugmodus ratsam: Manche Airlines setzen auch Bordnetze für den Internetzugang ein, mit denen sich das Smartphone ansonsten automatisch verbinden könnte. Dabei können hohe Roaminggebühren entstehen, warnen die Verbraucherzentralen. Wer ins Netz will, nutzt lieber das Bord-WLAN, falls es angeboten wird.

Dabei darf man dann nur eine Sache nicht vergessen: Übers Internet kann man zwar auch telefonieren - zum Beispiel mit Facetime, Signal und Co., doch das ist nicht nur bei den deutschen Airlines verboten – aus Rücksicht auf die mitfliegenden Passagiere. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine Auswertung von Google-Rezensionen zeigt die Qualitätsunterschiede an deutschen Hauptbahnhöfen. Während touristisch geprägte Stationen und Stadtstaaten glänzen, fallen einige Großstädte und regionale Knotenpunkte aufgrund von Sauberkeitsmängeln deutlich ab.

Sachsens Tourismus verzeichnet 2025 leichte Einbußen. Doch Chemnitz und Umgebung profitieren von einem Ass im Ärmel. Hoffnung macht steigendes Interesse aus Ostasien.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) hat das offizielle Programm für den 14. Tag des barrierefreien Tourismus bekanntgegeben. Die Fachveranstaltung findet am 4. März 2026 im Rahmen der ITB in Berlin statt.

Eine aktuelle Datenanalyse von SumUp belegt deutliche Umsatzsteigerungen in deutschen Skigebieten. Vor allem in Süddeutschland profitieren Hotellerie, Gastronomie und der touristische Handel massiv von der Kombination aus gutem Winterwetter und sportlichen Großereignissen.

Ein neuer Trendreport von Accor und Globetrender prognostiziert für 2026 einen Wandel im Reiseverhalten: Deutsche Urlauber suchen verstärkt nach emotionaler Resonanz, authentischen Erlebnissen und der Vereinbarkeit von gewohntem Lifestyle und Reisen.

Eine Reise nach Helgoland buchten 2025 weniger Urlauber als im Jahr davor. Die Tourismusdirektorin nennt die Gründe und gibt einen Ausblick auf zwei besondere Daten in diesem Jahr.

Der europäische Tourismus zeigt sich zum Jahreswechsel 2025/2026 widerstandsfähig. Während die Besucherzahlen moderat steigen, nehmen die Ausgaben deutlich zu. Trends wie Reisen in der Nebensaison und das Interesse an nordeuropäischen Zielen prägen das Bild, während für 2026 starke Impulse aus Asien erwartet werden.

Berlins Übernachtungszahlen sinken leicht auf 29,4 Millionen, während München und Hamburg ihr Vorkrisenniveau bereits übertreffen. Visit-Berlin-Chef Kieker und Senatorin Giffey führen die Stagnation auf die mangelnde internationale Anbindung der Hauptstadt zurück und kritisieren auch die Bundesregierung.

Frankreich bleibt das meistbesuchte Urlaubsziel der Welt: 102 Millionen internationale Gäste sorgten 2025 für Rekordeinnahmen – doch beim Umsatz liegt ein Nachbarland vorn.

Trotz fehlender Großevents wie der Fußball-EM: Die Zahl der Gäste in Baden-Württemberg erreicht ein Rekordhoch. Die meisten Touristen im Südwesten kommen weiterhin aus Deutschland. Welche Rolle spielen Übernachtungen?