Tui zahlt erste Pandemie-Kredite in Höhe von rund 700 Millionen Euro zurück

| Tourismus Tourismus

Tui sieht sich gut aufgestellt für die Nach-Corona-Zeit und erwartet eine stabile Geschäftsentwicklung für 2022. Wie angekündigt und vereinbart, gibt das Unternehmen am 1. April den ersten Teil der während der Pandemie bereitgestellten Kreditlinien zurück.

Die im Rahmen der drei Stabilisierungspakete von der Bundesregierung und den privaten Banken zur Verfügung gestellten Finanzmittel werden dann um rund 700 Millionen Euro reduziert. Ein Großteil entfällt dabei auf die Revolving Credit Facility (RCF) der KfW. "Dieser "Rettungsschirm" war während der Pandemie und der damit verbundenen massiven Beschränkungen auf unser Geschäft wichtig. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, erste Kreditlinien zu reduzieren", so das Unternehmen. 

Fritz Joussen, Vorstandsvorsitzender Tui Group: "Tui war vor der Pandemie ein kerngesundes Unternehmen. Die weltweiten Reisebeschränkungen vor allem zu Beginn der Pandemie haben uns die Geschäftsgrundlage nahezu vollständig entzogen. Deshalb waren Hilfen auf Zeit wichtig und richtig. Durch die Kreditlinien des Bundes sowie der privaten Banken und den Beitrag unserer Aktionärinnen und Aktionäre haben wir die Tui sicher durch ihre schwerste Krise gesteuert."

"Mein Dank gilt auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für das herausragende Engagement in den vergangenen zwei Jahren. Wir sind auf Kurs und die Trends sind intakt. Die Menschen wollen verreisen, wir sehen die Nachfrage in den Buchungen und erwarten bei Tui einen guten Sommer 22. Das Unternehmen ist nach der Pandemie und Transformation schlanker, digitaler und effizienter. Die Pandemie-Hilfen des Staates waren größtenteils verzinste Kreditlinien. In den vergangenen Wochen haben wir die staatlichen Kreditlinien schon nicht mehr in Anspruch genommen. Wie angekündigt geben wir jetzt einen Teil dieser staatlich gewährten Hilfen zurück - das ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Normalität und um die Tui wieder auf Wachstum auszurichten."

Liquidität auch nach Rückführung weiter hoch

Die zu Anfang Februar noch mit rund 500 Millionen Euro gezogene KfW-RCF-Kreditlinie konnte zum heutigen Zeitpunkt aufgrund des erwartet guten Geschäftsverlauf auf null reduziert werden. Die Tui verfügte am 28. März über liquide Mittel in Höhe von 4,1 Milliarden Euro. Abzüglich der Teilrückgabe am 1. April 2022 liegt die Liquidität bei 3,4 Milliarden Euro. Zurückgegeben werden

  • die besicherte von der KfW und den privaten Banken zur Verfügung gestellte RCF aus dem dritten Stabilisierungspaket in Höhe von 170 Millionen Euro (ursprünglich 200 Millionen Euro).
  • der Anleiheanteil in Höhe von 91 Millionen Euro der vom WSF vollständig gezeichneten 150 Millionen Euro Optionsanleihe. Der in TUI Aktien wandelbare Teil der Optionsanleihe in Höhe von 59 Millionen Euro bleibt weiter bestehen.
  • 414 Millionen Euro der unbesicherten RCF der KfW aus den ersten beiden Stabilisierungspaketen.

Nachfrage nach Reisen und Buchungsdynamik weiterhin hoch

Das operative Geschäft verzeichnet seit den ersten Monaten des Kalenderjahres eine weiterhin gute Nachfrage und eine hohe Buchungsdynamik. Mit 2,8 Millionen zusätzlichen Buchungen seit Ende Januar liegt die Gesamtzahl aktuell bei 8,9 Millionen für den Winter 21/22 und den Sommer 22 zusammen. Die allgemeine Buchungsdynamik in unseren wichtigsten Märkten blieb vom Angriffskrieg Russlands auf unseren europäischen Nachbarn Ukraine weitgehend unbeeinflusst. Lediglich in den nordischen Ländern und in Polen ist das Buchungsverhalten seit Beginn des Krieges zurückhaltender.

Das Winterprogramm 21/22 werden wir voraussichtlich wie erwartet abschließen mit Kapazitäten im unteren bis mittleren Bereich unserer angenommenen Spanne von 60 bis 80 Prozent des Vorkrisenniveaus. Die Buchungen liegen derzeit bei 66 Prozent des Niveaus vom Winter 18/19. Seit der letzten Aktualisierung im Februar sind 725.000 Buchungen hinzugekommen.

Aufgrund der weiterhin guten Nachfrage in Kombination mit der vollständigen Aufhebung der Reisebeschränkungen und dem Trend zu kurzfristigen Buchungen, rechnet der Konzern damit, dass der Sommer 22 nahezu das normalisierte Niveau des Sommers 19 erreicht. Die Buchungen liegen derzeit bei 80 Prozent des Niveaus vom Sommer 2019. Seit der letzten Aktualisierung im Februar sind 2,1 Millionen Buchungen hinzugekommen. Der britische Markt ist nach wie vor am weitesten fortgeschritten, mit einem Anstieg der Buchungen um 14 Prozent gegenüber Sommer 2019. Die Durchschnittspreise für beide Saisons (Winter 21/22: +14 Prozent, Sommer 22: +20 Prozent) blieben weiter auf einem hohen Niveau. Der Grund dafür sind mehr verkaufte Pauschalreisen als in einem normalen Reisejahr. Dies spiegelt auch die robuste Nachfrage nach Urlaub wider.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Manche sehen in der belgischen Stadt eine Stadt der Verlierer, doch Künstler machen aus der Not eine Tugend: Sie führen zu Lost Places und erschließen Kohlehalden als Wanderreviere.

In Österreich entfielen 2024 rund 36 Prozent aller Übernachtungen auf Gäste aus Deutschland – der höchste Anteil innerhalb der EU. Bei den absoluten Übernachtungszahlen deutscher Reisender lag dagegen Italien an der Spitze.

Während die Zahl der mehrtägigen Reisen 2025 insgesamt zurückging, legten die Geschäftsreisen um 10,5 Prozent auf 41 Millionen zu. Auch die Inlandsreisen erreichten mit 169 Millionen einen Rekordwert.

Nur fünf Prozent der Reisenden können echte Destinationsfotos sicher von KI-Bildern unterscheiden. Tennessee reagiert mit einem Echtheitssiegel. Auch für Hotels und Touristiker in Europa ist das Thema relevant: Seit August gelten neue Transparenzpflichten für bestimmte KI-Inhalte.

Früher war kostenloses Essen an Bord auch in der Economy ein Standard. Das gilt längst nicht mehr. Heute ist alles individueller, vieles kostet. Eine Sache aber könnte künftig häufiger gratis sein.

Eine Auswertung von Standortmetadaten weist St. Peter-Ording als meistfotografierten Strand Deutschlands aus. Die Ostsee stellt zwar die Mehrheit der Plätze in den Top 10, die Spitzenränge werden jedoch von Nordseestränden belegt.

Eine Studie der ITB Berlin analysiert Veränderungen bei der Reisesicherheit von LGBTQ-Reisenden. Während Länder wie Kanada und die Niederlande hohe Werte erzielen, verschlechtert sich die Wahrnehmung der gesellschaftlichen Akzeptanz in den USA.

Großveranstaltungen spielen laut einer US-Umfrage von American Express eine große Rolle bei Geschäftsreisen. Gleichzeitig steigt unter den Befragten die angegebene Nutzung von KI-Werkzeugen; anhand eigener Transaktionsdaten nennt American Express zudem acht Reiseziele mit wachsendem Geschäftsreiseaufkommen.

Immer mehr Touristen aus Südeuropa verbringen ihren Sommerurlaub im Schwarzwald. Die Region punktet mit kühleren Temperaturen - und profitiert von einem Trend.

Eine Analyse untersucht das Suchinteresse an FKK-Themen in 78 deutschen Großstädten und zeigt deutliche Unterschiede zwischen Küstenregionen und Binnenland. Rostock belegt im Gesamtranking den ersten Platz.