Urlauber bekommt Schadenersatz nach Flugturbulenzen

| Tourismus Tourismus

Nach Verletzungen infolge von Turbulenzen im Flugzeug können Pauschalurlaubern Entschädigungen und Schmerzensgeld zustehen. Das zeigt eine aktuelle Entscheidung des Landgerichts Frankfurt am Main (Az.: 2-24 O 527/23).

Was war passiert? Auf dem Hinflug nach Mauritius geriet das Flugzeug über dem Indischen Ozean in schwere Turbulenzen. Der spätere Kläger wurde aus seinem Sitz geschleudert und schlug mit dem Kopf gegen die Kabinendecke, heißt es in einer Mitteilung des Gerichts zum Urteil. Nach der Landung ging es für ihn zunächst ins Krankenhaus und nach einer Nacht dann ins Hotel.

Doch an Urlaub war nicht mehr zu denken: Der Mann litt unter Schmerzen und verbrachte die meiste Zeit im Bett. Später in Deutschland wurden bei dem Mann zwei gebrochene Halswirbel diagnostiziert - es habe Lebensgefahr bestanden. Seine Frau hatte einen angebrochenen Brustwirbel.

Der Mann klagte gegen den Reiseveranstalter, bei dem er die Pauschalreise gebucht hatte - und bekam Recht. 

Reise hatte keinen Wert mehr

Das Gericht entschied einerseits, dass der Mann den Reisepreis von 5.800 Euro komplett erstattet bekommt: als «Entschädigung wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit». Wegen der schweren Verletzungen habe die Erholungsreise für den Mann und die Frau überhaupt keinen Wert mehr gehabt.

Ein Mitverschulden sah das Gericht nicht. Der Mann war zwar nicht angeschnallt. Doch die Anschnallzeichen seien auch erst angegangen, nachdem die Maschine abgesackt war.

Neben der Entschädigung hat der Urlauber laut Gericht andererseits auch Anspruch auf 20.000 Euro Schmerzensgeld.

Internationales Abkommen regelt die Ansprüche

Grundlage für die Ansprüche sei das Montrealer Übereinkommen. Das regle «insbesondere auch die Haftung von Fluggesellschaften bei Tod, Verletzungen von Passagieren oder Verlust, Beschädigung und Verspätung von Gepäck». Der beklagte Reiseanbieter als Pauschalreiseveranstalter ist laut Gericht in dem Fall ein vertragliches Luftfahrtunternehmen im Sinne des Montrealer Übereinkommens und hafte deshalb für die Verletzungen.

Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Acht Schiffe sind bei den Kreuzfahrt Guide Awards 2026 ausgezeichnet worden. Der Sonderpreis geht an die Hamburger Reederei Sea Cloud Cruises. Mehr als 100 Vertreter der Kreuzfahrtbranche kamen zur Preisverleihung in den Altonaer Kaispeicher.

Die Beherbergungsbetriebe in Deutschland haben im Juli 2026 58,4 Millionen Übernachtungen verbucht. Das waren 3,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Auch von Januar bis Juli lagen die Übernachtungszahlen über dem Vorjahresniveau.

In Schweden sorgt eine Hütte mit Lärm-Limit für Aufsehen. Die PR-Aktion von Touristikern will auf die Dauerbeschallung des Alltags aufmerksam machen. Ist ruhiges Reisen der Schlüssel zum Abschalten?

Weniger USA-Reisen: In Deutschland und der Schweiz gehen die Buchungen deutlich zurück. An welcher Stelle die USA bei den beliebtesten Fernreisezielen in diesem Jahr voraussichtlich stehen werden.

Zum Oktoberfest erwartet die Bahn pro Tag etwa 100.000 Fahrgäste zusätzlich in München. Doch am Hauptbahnhof herrscht wegen Bauarbeiten ohnehin Platzmangel. Wie dieses Problem gelöst werden soll.

Der deutsche Sommer fand bei Airbnb vor allem in der Natur statt: Mehr als zwei Drittel (67,9 Prozent) der Buchungen in Deutschland entfielen im Sommer 2026 auf ländliche Regionen.

München führt ein Ranking von Fit Reisen zu 177 deutschen Reisezielen an. Auffällig schneiden mehrere kleinere Orte ab: Rottach-Egern und Ofterschwang erreichen die Plätze drei und vier, Bergisch Gladbach und Deidesheim folgen auf den Rängen fünf und sechs.

Die Züge der Deutschen Bahn waren im August zwar etwas pünktlicher unterwegs als zuletzt. Doch wetterbedingte Störungen bei Anlagen führten erneut zu erheblichen Verzögerungen für Fahrgäste.

Im Strandkorb über Sorgen sprechen, beim Spaziergang neue Gedanken fassen: Wie die Tourismusseelsorge Urlauber dabei unterstützen will, die Maske des Alltags abzulegen. Eine Sommerbilanz.

Uber will weltweit rund 3.300 Arbeitsplätze streichen. Besonders Führungskräfte sollen von dem Konzernumbau betroffen sein, während Mittel unter anderem in Fahrdienste, Essenslieferungen und Robotaxis fließen sollen.