Veranstalter dürfen Preise für Pauschalreisen nachträglich anheben

| Tourismus Tourismus

Der gebuchte Reisepreis gilt - oder? Nicht unbedingt, wie das Europäische Verbraucherzentrum erklärt. Unter gewissen Bedingungen können Veranstalter den Pauschalreisepreis auch nach der Buchung anheben, ohne dass dafür eine Zustimmung nötig wäre, und zwar um bis zu acht Prozent. Bei einem Reisepreis von 5000 Euro wären das also maximal 5400 Euro, auf die erhöht werden könnte.

Allerdings gibt es eine Reihe von Voraussetzungen: So muss der Vertrag mit dem Veranstalter eine Preisanpassungsklausel enthalten. Diese muss nicht nur beschreiben, wann eine Anhebung vorgesehen ist, sondern auch Umstände benennen, unter denen eine nachträgliche Senkung des Reisepreises vorgesehen ist.

Gibt es so eine Klausel, müssen Reisende laut den Verbraucherschützern darüber vor Vertragsabschluss mit einem Formblatt informiert werden.

Rechtzeitige Info und transparente Aufschlüsselung gefordert

Sind diese Voraussetzungen gegeben, gilt im Falle einer Preiserhöhung: Sie muss Urlaubern mindestens 21 Tage vor Abreise mitgeteilt werden. Der Veranstalter muss darüber hinaus transparent darstellen, wie sich der neue Preis berechnet - etwa, ob das Kerosin fürs Fliegen viel teurer geworden ist, Hafen- oder Flughafengebühren gestiegen sind oder sich die Wechselkurse zu anderen Währungen sehr ungünstig verändert haben.

Das sei wichtig, denn andere Kostensteigerungen dürften gar nicht auf den Kunden umgelegt werden, so das Verbraucherzentrum.

Wann die nachträgliche Erhöhung unwirksam sein kann

Gut zu wissen, in der Praxis aber womöglich nicht so einfach zu belegen: Sind solche Kostensteigerungen für den Veranstalter schon bei der Buchung absehbar gewesen, könnten Reisende die Zahlung verweigern. Das gilt ebenfalls, wenn eine der genannten Voraussetzungen nicht erfüllt ist - etwa, wenn eine Preisanpassungsklausel fehlt.

Waren all diese Bedingungen indes gegeben, wird eine nachträgliche Erhöhung auch ohne Zustimmung der Reisenden wirksam, so die Verbraucherschützer.

Was bei Erhöhungen von mehr als acht Prozent gilt

Auch Preissteigerungen von mehr als acht Prozent sind möglich - dann muss der Veranstalter seine Kunden allerdings ausdrücklich darüber informieren. Er muss eine Frist setzen, in der man die Erhöhung annimmt oder vom Vertrag zurücktritt.

Erhält man so ein Schreiben, sollte man es auf keinen Fall einfach ignorieren: Denn äußert man sich nicht innerhalb der gesetzten Frist, gilt die Erhöhung als angenommen, warnen die Verbraucherschützer. Wer den erhöhten Preis nicht akzeptieren möchte, sollte daher umgehend reagieren. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Meta hat mit Muse einen persönlichen KI-Agenten gestartet, der in den USA unter anderem Reisen suchen und buchen kann. Für Flüge greift Muse über Duffel auf Angebote von mehr als 500 Fluggesellschaften zu, während Hotels bislang über den offenen Internetzugang gesucht werden.

Acht Schiffe sind bei den Kreuzfahrt Guide Awards 2026 ausgezeichnet worden. Der Sonderpreis geht an die Hamburger Reederei Sea Cloud Cruises. Mehr als 100 Vertreter der Kreuzfahrtbranche kamen zur Preisverleihung in den Altonaer Kaispeicher.

Die Beherbergungsbetriebe in Deutschland haben im Juli 2026 58,4 Millionen Übernachtungen verbucht. Das waren 3,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Auch von Januar bis Juli lagen die Übernachtungszahlen über dem Vorjahresniveau.

In Schweden sorgt eine Hütte mit Lärm-Limit für Aufsehen. Die PR-Aktion von Touristikern will auf die Dauerbeschallung des Alltags aufmerksam machen. Ist ruhiges Reisen der Schlüssel zum Abschalten?

Weniger USA-Reisen: In Deutschland und der Schweiz gehen die Buchungen deutlich zurück. An welcher Stelle die USA bei den beliebtesten Fernreisezielen in diesem Jahr voraussichtlich stehen werden.

Zum Oktoberfest erwartet die Bahn pro Tag etwa 100.000 Fahrgäste zusätzlich in München. Doch am Hauptbahnhof herrscht wegen Bauarbeiten ohnehin Platzmangel. Wie dieses Problem gelöst werden soll.

Der deutsche Sommer fand bei Airbnb vor allem in der Natur statt: Mehr als zwei Drittel (67,9 Prozent) der Buchungen in Deutschland entfielen im Sommer 2026 auf ländliche Regionen.

München führt ein Ranking von Fit Reisen zu 177 deutschen Reisezielen an. Auffällig schneiden mehrere kleinere Orte ab: Rottach-Egern und Ofterschwang erreichen die Plätze drei und vier, Bergisch Gladbach und Deidesheim folgen auf den Rängen fünf und sechs.

Die Züge der Deutschen Bahn waren im August zwar etwas pünktlicher unterwegs als zuletzt. Doch wetterbedingte Störungen bei Anlagen führten erneut zu erheblichen Verzögerungen für Fahrgäste.

Im Strandkorb über Sorgen sprechen, beim Spaziergang neue Gedanken fassen: Wie die Tourismusseelsorge Urlauber dabei unterstützen will, die Maske des Alltags abzulegen. Eine Sommerbilanz.