Verpasster Urlaubsflug wegen Zugverspätung - Veranstalter muss zahlen

| Tourismus Tourismus

Reisende können bei ihrer Planung für den Urlaubsflug grundsätzlich auf die Einhaltung der Abfahrts- und Ankunftszeiten der Bahn vertrauen. Die am Montag übermittelte Entscheidung der Reiserechtskammer des Frankfurter Landgerichts gab einem Kläger aus Göttingen Recht, der von seinem Reiseveranstalter die Mehrkosten für den verpassten Urlaubsflug nach Thailand forderte. Im Reisevertrag für die Pauschalreise war ein Rail & Fly-Ticket der Deutschen Bahn vereinbart worden. In den Reisedokumenten war die Familie aufgefordert worden, sich spätestens 120 Minuten vor dem Abflug am Schalter der Fluggesellschaft einzufinden. (Az.: 2-24 S 74/19)

Laut Fahrplan hätte die Urlauberfamilie knapp zweieinhalb Stunden vor dem Abflug am Frankfurter Flughafen eintreffen müssen. Wegen einer Zugverspätung und einem Ende der Zugfahrt am Frankfurter Hauptbahnhof trafen sie allerdings 50 Minuten vor Abflug am da bereits geschlossenen Check-In-Schalter ein. Für Umbuchung und erneute Zufahrt musste die Familie rund 2200 Euro bezahlen - sie klagte auf Übernahme dieser Kosten durch den Veranstalter.

Der Kläger habe nur solche Verzögerungen einplanen müssen, mit denen regelmäßig zu rechnen sei, so das Gericht. Die Reiserechtskammer entschied, dass eine Zugverspätung von zehn Minuten einzukalkulieren sei. Bei dieser Planung wäre der verbliebene Zeitpuffer ausreichend gewesen, um rechtzeitig 120 Minuten vor Abflug am Abflugschalter anzukommen. Das Urteil ist rechtskräftig. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Für den Wettbewerb „NaturMomente“ von Airbnb und dem Deutschen Tourismusverband sind 521 gültige Bewerbungen eingegangen, mehr als die Hälfte davon aus Ostdeutschland. Insgesamt steht eine Million Euro zur Unterstützung ländlicher Tourismusprojekte bereit.

Ryanair will ab April 2027 alle Bremen-Flüge einstellen und im Winter 2026 sein Sitzplatzangebot in Berlin halbieren. Insgesamt kündigt die Fluggesellschaft für Deutschland 700.000 Sitzplätze weniger als im Vorjahreswinter an.

Tagesgäste trugen 2025 einer dwif-Studie zufolge rund 2,72 Milliarden Euro und damit etwa die Hälfte zum touristischen Bruttoumsatz in Brandenburg bei. Insgesamt erzielte die Tourismus- und Freizeitwirtschaft des Landes 5,46 Milliarden Euro.

Soziale Medien beeinflussen die Reiseplanung der Deutschen zunehmend. Gleichzeitig posten sie seltener beschönigende Beiträge und verzichten im Urlaub häufiger vollständig auf soziale Netzwerke als Reisende in den übrigen untersuchten Ländern.

Reisepässe und Personalausweise haben persönliche Informationen nicht nur aufgedruckt, sondern auch auf einem Chip gespeichert. Manche Reisende machen sich Sorgen, ob genau dieser Chip nicht heimlich ausgelesen werden könnte.

Airbnb hat die Entwicklung der Suchanfragen nach naturnahen Reisezielen in Deutschland für den Herbst 2026 ausgewertet. Besonders stark gestiegen ist das Interesse an Orten im Schwarzwald, in der Eifel und an der Ostseeküste.

Der Flughafen Münster/Osnabrück führt 2026 das deutsche Flughafen-Ranking von Fit Reisen an. Auch im europäischen Vergleich schneiden kleinere Airports vielfach besser ab als große Drehkreuze.

Das Erstarken der AfD nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat Folgen für das Urlaubsland. Das zeigen Rückmeldungen von Gästen. Wie Touristiker darauf reagieren.

Die Nordseeküste meldet stabile Nachfrage, Usedom eine gute bis sehr gute Buchungslage. Im Harz fällt die Nachfrage regional schwächer aus. Nach Angaben der von dpa befragten Touristiker sind weiterhin Unterkünfte verfügbar.

 

Der Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusdestinationen geht in die vierte Runde. Ab sofort können sich Tourismusorganisationen aus Orten, Regionen und Städten in ganz Deutschland bewerben, die an einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Destinationsentwicklung arbeiten.