Anklage fordert lebenslang für Ermordung von Gastwirt im Jahr 1999

| War noch was…? War noch was…?

Für den gewaltsamen Tod eines türkischen Gastwirts in Würzburg vor mehr als 26 Jahren sollten die Angeklagten nach dem Willen der Staatsanwaltschaft lebenslang büßen. «Und ich beantrage die Schwere der Schuld festzustellen», sagte Oberstaatsanwalt Thorsten Seebach vor dem Landgericht Würzburg. Damit wäre eine Entlassung der Angeklagten nach 15 Jahren Haft nahezu ausgeschlossen. 

Der Ankläger sprach von Mord - durchgeführt durch den 50 Jahre alten Angeklagten im Auftrag seines heute 67 Jahre alten Vaters. Die Tat sei heimtückisch erfolgt auf ein arg- und wehrloses Opfer. Zudem lägen niedrige Beweggründe vor. «Es geht um Geld. Es geht um Wucherzinsen. Es geht darum, ein Exempel zu statuieren», sagte Seebach.

Opfer starb im Kugelhagel

Laut Anklage soll der 50-Jährige am 5. Januar 1999 als damals 23-Jähriger den Gastwirt erschossen haben, um einer Geldforderung Nachdruck zu verleihen. Der 55 Jahre alte Türke wurde durch mehrere Schüsse in seiner Gaststätte in Würzburg getötet - laut Anklage wurde die gesamte Trommel des Revolvers leer geschossen. Die Tatwaffe ist bislang nicht gefunden. Im Frühjahr 2024 gingen nach Justizangaben Hinweise zu dem Fall ein, die den Anstoß zu dem Verfahren so lange nach der Tat gaben.

Kreditgeber lebte von Sozialhilfe

Das Opfer hatte vor der Gewalttat den Ermittlungen zufolge einen finanziell klammen Freund an einen Landsmann vermittelt - den heute 67 Jahre alten Angeklagten. Dieser Türke war damals als Darlehensgeber bekannt, obwohl er selbst Sozialhilfe bezog. Es kam zu einem Geschäft - mehrere 10.000 D-Mark wurden zu zehn Prozent Zinsen je Monat verliehen. «Das ist schon sportlich», kommentierte Seebach. Der Gastwirt habe damals als Bürge agiert.

Als der Schuldner das Geld nicht zurückzahlte, schmiedete der Kreditgeber laut Anklage den Plan, den Bürgen zu töten. Dies sollte abschreckend auf den Schuldner wirken - und der zahlte nach dem Tod des bürgenden Gastwirts auch seine Schulden zurück.

Plädoyers auf zwei Tage angesetzt 

Die Angeklagten haben die Tat nicht gestanden und es gibt aus Sicht der Verteidiger auch keine unmittelbaren Zeugen, die die Täterschaft der beiden belegt.

Nach dem Schlusswort der Staatsanwaltschaft sollten zunächst die Nebenklagevertreter plädieren, später oder an diesem Freitag folgen die vier Verteidiger der zwei Angeklagten. Das Urteil könnte am 10. Juli gesprochen werden. Alle Delikte außer Mord sind bereits verjährt. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Der neue ungarische Ministerpräsident Peter Magyar hat sich bei seinem Besuch in Berlin eine Currywurst und eine Flasche Pils gegönnt. Die Berliner Spezialität aß der 45-Jährige zusammen mit Begleitern gleich im Stehen an einer Bude gegenüber dem Hotel Adlon.

Tui hat ein Ranking zu deutschen Freibädern vorgelegt, das auf Nutzerbewertungen basiert. Dabei wurden über 1.000 Anlagen anhand verschiedener Bewertungskriterien analysiert.

In Italien sind die Autobahnen teuer: Auch deutsche Urlauber kennen das. Jetzt soll es dort bei Staus infolge von Baustellen Geld zurück geben. Allerdings ist die Sache nicht einfach.

Ein Sorgerechtsstreit, der in einer Entführung endet: Seit fast einem Jahr beschäftigt der Fall Block das Landgericht Hamburg. Einer mutmaßlichen Täterin werfen Anwälte widersprüchliche Aussagen vor.

Im Buch «36 Boys. Wie eine Kreuzberger Gang zur Legende wurde» schildert der Journalist Paul Christoph Gäbler die Entstehung der Gang. Damals auch mit dabei: der heutige Sternekoch Tim Raue.

Johann Lafer hat sich erstmals selbst öffentlich zu seiner Krebserkrankung geäußert. Parallel berichten „Bild“ und „Bunte“ über Diagnose, Chemotherapie und den aktuellen Gesundheitszustand des Fernsehkochs.

Bei einem Streit in einer Bar in Lörrach hat ein Mann seine brennende Zigarette im Gesicht eines Barkeepers ausgedrückt und ihn dabei verletzt. Welche Rolle die anderen Gäste spielten.

Sommelier Mirko Rainer hat in Girlan bei Eppan einen neuen Weltrekord im Sabrieren aufgestellt. Innerhalb einer Minute öffnete er nach Angaben der Veranstalter 96 Sektflaschen mit einem Säbel.

Im Block-Prozess hat eine mutmaßliche Entführerin aus Israel als Zeugin geschildert, dass ihr Team bei der Rückholaktion an Silvester 2023/24 eine ganz andere Reaktion der Kinder erwartet habe.

Christina Block wusste von der geplanten Rückholaktion ihrer Kinder nach Deutschland - so hat es eine mutmaßliche Entführerin vor Gericht ausgesagt. Sie widerspricht damit der Angeklagten.