Hakenkreuz aus Hack im AfD-Hotel

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Ein Drehteller, veganes Hackfleisch, ein paar Gewürzgurken und eine politische Botschaft: Mit einem aus Fleischersatz geformten Hakenkreuz haben linke Aktivisten vor dem AfD-Landesparteitag in Heidenheim für Empörung und einen Polizeieinsatz gesorgt. Die Polizei ermittelt gegen einen 40 Jahre alten Mann.

Zu der Aktion bekannten sich Aktivisten aus dem Umfeld des Zentrums für Politische Schönheit. Um das von den Nationalsozialisten verwendete Symbol legten sie den Schriftzug «Vorsicht vor der NSAFD» – eine Wortschöpfung aus der von Adolf Hitler geführten NSDAP und der AfD. Post der Aktivisten

Eigentlich ein verbotenes Symbol

Nach eigenen Angaben hatten sich die Aktivisten heimlich in dem Hotel am Congress Centrum in Heidenheim einquartiert, in dem auch zahlreiche AfD-Delegierte übernachteten, um Zugang zum Frühstücksraum zu erhalten. Wegen ihrer kritischen politischen Botschaft bewerten sie die Aktion nicht als Straftat. Das Hakenkreuz, eigentlich ein verbotenes Symbol, sei durch den begleitenden Schriftzug eindeutig eingeordnet worden.

Die Polizei bestätigte den Vorfall. Ein dem linken Spektrum zuzuordnender Mann habe sich in das Hotel eingemietet und dort am Morgen ein «hakenkreuzförmiges Gebilde aus Hackfleisch» am Büfett platziert, sagte ein Sprecher. Gegen den 40-Jährigen werde wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt. Rund um den Landesparteitag kamen bei Demonstrationen nach Schätzungen der Polizei insgesamt etwa 500 Teilnehmer zusammen.

1,2 Kilo Hack, Zwiebeln, Gurken

Der federführende Aktivist, der anonym bleiben möchte, bezeichnete die Aktion gegenüber der Deutschen Presse-Agentur als «künstlerische Intervention». Ziel sei es gewesen, Menschen zum Nachdenken anzuregen. Der Mettigel sei schließlich eine «deutsche Institution».

Nach Angaben der Aktivisten bestand das Kunstwerk aus 1,2 Kilogramm veganem Hackfleisch. Nach dem Aufbau des Arrangements seien Beteiligte teilweise von AfD-Politikern bedroht worden.

AfD ärgert sich über Provokation

Bei der Parteiführung sorgte die Aktion für Empörung. Der Landesvorsitzende Emil Sänze sprach auf dem Parteitag von einer Schmach, die AfD-Politiker ertragen müssten. Er berichtete von «Antifa-Leuten», die im Hotel gewesen seien und «meinten, sie müssten aus Hack ein Hakenkreuz auf die Theke setzen». «So weit ist die Republik gekommen», sagte Sänze. Den linken Aktivisten riet er, es «vielleicht einmal mit Arbeit zu versuchen» statt nur mit Demonstrationen.

Nach dem Parteitag sagte Sänze, es sei zudem hochgefährlich, wenn Mett und Hack zwischen andere Speisen gelegt werde, man wisse ja nicht, inwieweit das Essen «infiziert» gewesen sei. Außerdem sprach Sänze von einem «schlechten, dummen Witz». «Das ist infantil, blöd, dumm und eine Provokation.»

Am Wochenende war die AfD Baden-Württemberg zu ihrem Parteitag in Heidenheim zusammengekommen. Die rund 400 Delegierten wählten dabei unter anderem den Landesvorstand der Partei neu. Sänze und sein Co-Vorsitzender Markus Frohnmaier wurden wiedergewählt.

Das Zentrum für Politische Schönheit sorgt seit Jahren mit provokanten Aktionen für Aufmerksamkeit. Im vergangenen Sommer störten Aktivisten der Gruppe etwa ein ARD-Interview mit AfD-Chefin Alice Weidel im Berliner Regierungsviertel. (dpa)


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