Reinigungsmittel statt Getränk: Schwerer Zwischenfall in Restaurant in Timmendorfer Strand

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Nach dem medizinischen Großeinsatz am Neujahrsabend im Timmendorfer Ortsteil Niendorf liegen nun Details zur Ursache vor. Das betroffene Restaurant „Fischkiste“ hat sich in einer offiziellen Stellungnahme zu dem Vorfall geäußert, bei dem zehn Personen durch eine Reinigungslösung verletzt wurden. Als Grund für das Unglück nennt das Management ein menschliches Fehlverhalten während des laufenden Betriebs.

Verwechslung ähnlicher Behälter als Ursache

Laut der Leitung des Gastronomiebetriebes wurde bei voller Belegung des Restaurants eine leere Ausschankflasche für Marillenschnaps versehentlich mit einer Spülmaschinen-Reinigungslösung befüllt. Da sich die Nachfüllbehälter des alkoholischen Getränks und des Reinigungsmittels in der Farbe ähneln, sei es zu einem folgenschweren Augenblickversagen gekommen. Die falsch befüllte Flasche war mit einer Dosierhilfe ausgestattet, über die das ätzende Mittel schließlich an die Gäste ausgeschenkt wurde.

Das Management betont, dass andere Schankanlagen, die Bierzapfstelle sowie die gesamte Speisenzubereitung in der Küche zu keinem Zeitpunkt betroffen waren. Die betroffenen Behälter wurden von der Polizei zur Beweissicherung beschlagnahmt. Nach Angaben des Betriebs sind alle Mitarbeiter vorschriftsmäßig im Umgang mit Reinigungsmitteln unterwiesen worden.

Wirte probierten Flüssigkeit selbst

Der Vorfall nahm seinen Lauf, als die ersten zwei Gäste über gesundheitliche Probleme klagten. Um der Ursache auf den Grund zu gehen, probierten der Gastronom und der Barkeeper selbst einen Schluck aus der besagten Flasche und erlitten daraufhin ebenfalls Beschwerden. Unmittelbar danach wurde der Notruf abgesetzt und der Ausschank gestoppt.

Insgesamt forderte der Vorfall zehn Verletzte, darunter sieben Männer und drei Frauen. Während ein Großteil der Patienten das Krankenhaus bereits verlassen konnte, befinden sich zwei Personen weiterhin in medizinischer Behandlung. Unter den Verletzten ist eine Frau, die laut Polizei schwere Verletzungen davontrug.

Behördentermin und vorübergehende Schließung

Am 2. Januar blieb die „Fischkiste“ zunächst geschlossen. Am Mittag fand ein gemeinsames Treffen zwischen der Restaurantleitung und Vertretern der Kriminalpolizei Bad Schwartau, des Ordnungsamtes sowie des Fachdienstes Lebensmittelsicherheit des Kreises Ostholstein statt, um den Sachverhalt vor Ort zu beraten.

Das Unternehmen erklärte, man stehe im direkten Austausch mit den Betroffenen und wolle unbürokratische Hilfe leisten. Die Ermittlungen der Polizei zum Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung dauern an, insbesondere um festzustellen, welcher Mitarbeiter die Behälter konkret verwechselt hat.


 

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