Corona-Krise schlägt bei Flughafenbetreiber Fraport durch

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Die Angst vor dem neuartigen Coronavirus schlägt am Frankfurter Flughafen immer stärker durch. Im Februar zählte der Flughafenbetreiber Fraport mit 4,4 Millionen Passagieren rund vier Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In der letzten Februarwoche bis 1. März habe der Rückgang bereits 14,5 Prozent betragen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Frankfurt mit. «Diese negative Dynamik hat sich in der ersten Märzwoche sogar verstärkt.» Wegen des Einreiseverbots für Europäer dürfte nun auch der Flugverkehr in die USA einbrechen.

Am Finanzmarkt wurden die Nachrichten mit Schrecken aufgenommen. Für die im MDax gelistete Fraport-Aktie ging es kurz nach Börsenstart um rund zehn Prozent abwärts auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 2012. Seit dem Jahreswechsel hat das Papier damit fast die Hälfte seines Werts verloren. Auch für die Aktien der Lufthansa, anderer Airlines und die Papiere des Flugzeugbauers Airbus setzte es am Morgen deutliche Abschläge.

Die Lufthansa und andere Gesellschaften hatten schon Ende Januar alle Flüge nach China gestoppt. Seither strichen sie ihr Angebot weiter zusammen, Verbindungen nach Asien und inzwischen auch nach Italien und zu anderen europäischen Zielen wurden stark ausgedünnt. Der Lufthansa-Konzern dampft seinen Flugverkehr um bis zu 50 Prozent ein. Davon sind auch die Konzerntöchter wie Swiss, Austrian Airlines, Brussels und Eurowings betroffen.

Nun ist mit weiteren Streichungen auf den Strecken nach Nordamerika zu rechnen, auf denen der Flugverkehr ab Frankfurt im Februar noch gewachsen war. Denn die USA haben am Mittwochabend einen Einreisestopp für Ausländer aus Europa verhängt, der in der Nacht zu diesem Samstag in Kraft treten soll. Amerikaner, die sich entsprechenden Tests unterzögen, sollen davon zwar ausgenommen sein, ebenso wie Reisende aus Großbritannien. Doch für Airlines wie die Lufthansa ist es finanziell kaum zu vertreten, mit weitgehend leeren Maschinen zu fliegen.

Bereits im Februar ging der Interkontinentalverkehr an Deutschlands größtem Airport in Frankfurt um 2,3 Prozent zurück. Auf den Strecken nach Nordamerika und Nordafrika gab es noch Zuwächse, doch diese konnten das gekürzte Flugangebot in Richtung China und Asien nicht ausgleichen. Anfang Februar hatte zudem Orkan «Sabine» für Flugausfälle gesorgt. Auf den innerdeutschen Strecken zählte Fraport 10,8 Prozent weniger Passagiere als im Vorjahresmonat.

Noch stärker als bei den Passagieren brach das Geschäft mit der Luftfracht ein. Mit gut 146 100 Tonnen lag das Cargo-Volumen im Februar acht Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Der zusätzliche Tag im Schaltjahr habe die Virus-Folgen bei Weitem nicht ausgleichen können, hieß es.

(dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Gastgewerbe verzeichnete im August 2026 laut DATEV ein Umsatzplus von 10,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Löhne stiegen in der Branche.

Viele Bewerber wünschen sich individuelle und zeitnahe Absagen, erleben einer Umfrage zufolge jedoch häufig Standardformulierungen, lange Wartezeiten oder ausbleibende Rückmeldungen. Eine schlechte Absage habe bei 65,0 Prozent zur Folge, dass sie sich nicht erneut bei dem betreffenden Arbeitgeber bewerben würden.

Vor dem Start des Oktoberfests zeigt eine Analyse von Visa, wie stark die Wiesn die Wirtschaft bewegt. Während der Festwochen 2025 stiegen die Ausgaben in München um 30 Prozent gegenüber gewöhnlichen Sommertagen. An Spitzentagen erreichte das Plus fast 70 Prozent.

Wenn es um einen Kunden-, Messe- oder Fortbildungsbesuch, dann brauchen Arbeitnehmer eine Möglichkeit, dort hinzukommen. Doch was, wenn der Weg mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu beschwerlich oder nicht machbar ist? Darf der Chef dann verlangen, dass Angestellte ihr eigenes, privates Auto verwenden?

Die Mehrheit der Erwerbstätigen ist laut einer Umfrage bereit, mehr zu arbeiten - sofern die Rahmenbedingungen dafür stimmen. Zugleich empfindet jeder Zweite die politische Debatte um längere Arbeitszeit als demotivierend.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2026 um 6,7 Prozent gestiegen. Das Gastgewerbe weist mit 59,6 Fällen je 10.000 Unternehmen eine der höchsten Insolvenzhäufigkeiten auf.

Eine Studie von HolidayCheck zeigt, dass fast ein Drittel der Online-Bewerter bereits den Verlust eigener Rezensionen erlebt hat. Die negativen Erfahrungen hinterlassen spürbare Spuren bei den Verbrauchern.

Überregulierung und Bürokratie belasten nach Einschätzung von Steuerberatern den Mittelstand in Deutschland weiterhin am stärksten. Nach aktuellen Daten des DATEV-Seismografen sehen 83 Prozent der Befragten ihre Mandanten von diesen Hürden betroffen.

Die Sachbezugswerte für Verpflegung sollen 2027 steigen. Für Mittag- und Abendessen sind 4,70 Euro vorgesehen, wodurch unter den steuerrechtlichen Voraussetzungen Essenszuschüsse von bis zu 7,80 Euro möglich werden.

Tageskarte erreicht jeden Tag Menschen, die Hotels und Restaurants führen, ausstatten, beliefern und weiterentwickeln.

Wenn Sie dieser Branche etwas zu sagen – oder zu verkaufen – haben, bringen wir Sie zusammen.