DEHOGA Bayern ernennt Ausbildungsbotschafter und zeichnet Betriebe aus

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Der 15. Ausbildungsbotschafter-Tag des Dehoga Bayern hat am 18. März in Nürnberg stattgefunden. Wie der Verband mitteilt, stand die Veranstaltung unter dem Motto „Ausbildung für ein erfolgreiches Leben – Verantwortung, die wirkt!“. Im Mittelpunkt standen demnach Fragen zur Gewinnung, Begleitung und langfristigen Bindung von Nachwuchskräften im Gastgewerbe.

Die Veranstaltung wurde laut Mitteilung im Feuerbachsaal der Industrie- und Handelskammer für Nürnberg und Mittelfranken eröffnet. Anwesend waren unter anderem Dehoga Bayern-Landesgeschäftsführer Thomas Geppert sowie Catherine Karanja, Geschäftsführerin für Berufsbildung und Fachkräftesicherung.

Fokus auf Ausbildung und Nachwuchsgewinnung

Dehoga Bayern-Präsidentin Angela Inselkammer erklärte laut Mitteilung: „Ausbildung im Gastgewerbe ist längst mehr als Fachvermittlung. Sie ist Beziehungsarbeit. Sie ist Integrationsarbeit. Und sie ist der erste Schritt zu selbstbewussten Fachkräften und oft auch zu zukünftigen Unternehmern.“ Zudem verwies sie auf Maßnahmen zur Nachwuchsgewinnung, darunter frühzeitige Berufsorientierung und Programme zur Förderung junger Talente.

Nach Angaben des Verbands befinden sich derzeit rund 11.000 junge Menschen in Bayern in einer dualen Ausbildung im Gastgewerbe. Diese würden in Hotels und gastronomischen Betrieben tätig sein und dort berufliche Perspektiven entwickeln.

Thomas Geppert stellte laut Mitteilung aktuelle Initiativen des Verbands vor. Dazu zähle unter anderem die Reduzierung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent. Außerdem präsentierte er die „OneDehoga-App“ sowie Maßnahmen im Ausbildungsmarketing, darunter neue Messestände und Anwendungen mit virtueller Realität.

Ausbildungszahlen und internationale Initiativen

Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken, Oliver Baumbach, berichtete nach Angaben des Veranstalters über steigende Ausbildungszahlen im Gastgewerbe. „Zahlen, die sich sehen lassen können“, sagte Baumbach laut Mitteilung. Gleichzeitig verwies er auf Herausforderungen, insbesondere bei der Integration internationaler Auszubildender. „Über 40 Prozent der Hoga-Auszubildenden in Mittelfranken stammen aus Vietnam“, erklärte er. Zudem gebe es Probleme durch unseriöse Vermittler und sprachliche Hürden.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde laut Mitteilung auch die internationale Ausbildungsinitiative „Talent Gateway“ vorgestellt. Diese soll jungen Menschen aus Kenia eine Ausbildung im bayerischen Gastgewerbe ermöglichen. Demnach ist geplant, dass im August 18 Auszubildende aus Kenia nach Bayern kommen.

Auszeichnungen und politische Einordnung

Bayerns Arbeitsministerin Ulrike Scharf betonte laut Mitteilung: „Eine Ausbildung ist ein solides Fundament für den Start in ein erfolgreiches Berufsleben.“ Sie verwies auf die Aktivitäten der Ausbildungsbotschafter, die jährlich rund 250 Schulen besuchen und auf etwa 100 Ausbildungsmessen vertreten sind.

Im Rahmen der Veranstaltung wurden nach Angaben des Verbands 27 neue Ausbildungsbotschafter ernannt. Zudem wurden 13 Betriebe als Top-Ausbildungsbetriebe ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt der Kochauszubildende Benedikt Wurm ein Ausbildungsstipendium der Gerhard-Günnewig-Stiftung.

Inhalte und Workshops zur Ausbildungsarbeit

Inhaltlich befasste sich die Veranstaltung laut Mitteilung auch mit dem generationenübergreifenden Arbeiten im Gastgewerbe. Jugendforscher Simon Schnetzer sprach über die Zusammenarbeit mit der Generation Z.

Weitere Impulse kamen unter anderem von Alfons Weiß, Direktor des Wellnesshotels Bayerwaldhof, sowie von Vertretern der Technischen Universität München und aus dem Bereich Lernmethodik. Themen waren unter anderem sprachsensible Ausbildung und Strategien zur Wissensvermittlung im Arbeitsalltag.

Zum Abschluss fassten Vertreter des Dehoga Bayern die Ergebnisse der Veranstaltung zusammen und verwiesen laut Mitteilung auf die Bedeutung der Ausbildungsarbeit für die Branche.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Rheinland-Pfalz senkt das Mindestinvestitionsvolumen für die Tourismusförderung auf 50.000 Euro. Beherbergungs-, Camping- und Gastronomiebetriebe können unter den genannten Voraussetzungen Zuschüsse erhalten, die bei bestimmten Investitionen bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten betragen.

BWH-Geschäftsführerin Carmen Dücker spricht sich dafür aus, unterschiedliche Stärken und Arbeitsweisen der Generationen im Team zu berücksichtigen. Flexibilität und Austausch dürften dabei nicht nur von einer Seite erwartet werden.

Eine aktuelle DATEV-Analyse zeigt, dass vor allem langjährig Beschäftigte und qualifizierte Fachkräfte von der Inflationsausgleichsprämie profitierten. Zudem zahlten kleine und mittlere Unternehmen häufiger als Kleinstbetriebe.

Die Nachfrage bleibt vergleichsweise stabil, doch höhere Kosten belasten die Margen in Reise, Freizeit und Gastgewerbe. Wie unterschiedlich sich Hotelbetriebsergebnisse entwickeln, zeigt ein europäischer Städtevergleich: Berlin verzeichnet ein Minus von zwölf Prozent, Mailand ein Plus von 34 Prozent.

Der Kreditschutzverband zählt in Österreich 640 Insolvenzen in Beherbergung und Gastronomie von Januar bis September 2026 – acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. In 245 Fällen seien die Verfahren mangels kostendeckenden Vermögens nicht eröffnet worden.

Auch nach der Inkassoübergabe bleibt das Geld oft aus: Forderungen von Hotels, Gastronomen und Imbissen werden innerhalb eines Jahres nur halb so häufig vollständig bezahlt wie im Branchendurchschnitt. Bei vollständig beglichenen Forderungen vergehen im Median 106 Tage.

Die schleppende Digitalisierung der Verwaltung belastet die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Für drei Viertel der Unternehmen ist die digitale Rückständigkeit ein internationaler Standortnachteil, so eine aktuelle Bitkom-Umfrage.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im Juli 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Im Gastgewerbe zeigt sich von Januar bis Juli eine überdurchschnittlich hohe Insolvenzhäufigkeit.

Psychische Erkrankungen entwickeln sich nach einer Auswertung der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) zusehends zu einem Treiber für Fehlzeiten im Job - und das mit langen Ausfallzeiten.

Ab dem 15. Oktober ist das Trinken von Alkohol auf allen Bahnhöfen verboten. Das Anstoßen auf dem Bahnsteig etwa hat dann Konsequenzen. Aber was gilt für Gepäck - und in der Gastronomie?