Gastgewerbe behauptet sich gegen Trend: Starke Zuwächse bei zweijährigen Ausbildungen

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Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat die Zahlen der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge bis zum Stichtag 30. September 2025 veröffentlicht. Während die Gesamtzahl über alle betrachteten Ausbildungsberufe hinweg einen Rückgang von 2,1 Prozent verzeichnet – mit einem besonders starken Minus von 2,5 Prozent bei den betrieblichen Ausbildungsverträgen, was auf die schwierige wirtschaftliche Situation zurückgeführt wird – konnte sich das Gastgewerbe dieser Negativentwicklung weitgehend entziehen.

Leichter Rückgang im Gastgewerbe als Branchentrend

Über alle sieben gastgewerblichen Berufe hinweg war nur ein leichter Rückgang von 0,6 Prozent zu verzeichnen. Die Entwicklungen innerhalb der Berufe sind jedoch sehr unterschiedlich, wobei vor allem die zweijährigen Ausbildungen hervorstechen.

Zweijährige Berufe verzeichnen kräftiges Wachstum

Besonders bemerkenswert ist das deutliche Wachstum in den beiden zweijährigen Berufen. Die Fachkraft für Gastronomie legte im Jahr 2025 nochmals um 15 Prozent zu, nachdem bereits in den Vorjahren starkes Wachstum verzeichnet wurde. Die Fachkraft Küche setzte ihre jährliche Zunahme seit ihrer Schaffung im Jahr 2022 fort und verzeichnete 2025 einen Anstieg von 21,8 Prozent. Im vierten Jahr des Bestehens begannen 1.188 Auszubildende neu in diesem Beruf.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) sieht sich durch diese positive Entwicklung bestätigt. Der Verband hatte sich lange für die Verbesserung der zweijährigen Berufe eingesetzt. Angesichts einer wachsenden Zahl Jugendlicher mit Förderbedarf in sprachlicher, kognitiver oder sozialer Hinsicht sei ein Angebot theoriereduzierter Ausbildungsberufe zwingend erforderlich. Ein Vorteil ist demnach, dass Jugendliche hier nicht durch zu anspruchsvolle Prüfungen demotiviert werden. Gleichzeitig bleibe ihnen die Möglichkeit offen, den Abschluss zum passenden dreijährigen Beruf, wenn nötig mit mehr Zeit, anschließend noch aufzusetzen.

Küchenberufe: Verlagerung von Koch auf Fachkraft Küche

Der Ausbildungsberuf Koch/Köchin verzeichnete nach mehreren Jahren mit steigenden Zahlen in diesem Jahr einen Rückgang von 2,4 Prozent. Mit 7.464 Neuverträgen bleibt Koch/Köchin jedoch weiterhin der mit Abstand stärkste gastgewerbliche Beruf. Kumuliert betrachtet ist die Entwicklung bei beiden Küchenberufen – Koch/Köchin und Fachkraft Küche – mit plus 0,3 Prozent aber positiv.

Der DEHOGA geht von einer gewissen Verlagerung aus: Jugendliche mit geringerer schulischer Vorbildung oder ausbaufähigen Deutschkenntnissen wählen vermehrt Fachkraft Küche statt Koch/Köchin. Diese Entwicklung sei im Neuordnungsverfahren intendiert gewesen und werde vom Verband positiv bewertet.

Kontinuierlicher Einbruch in Hotelberufen

Weiterhin deutlich rückläufige Zahlen sind in den Hotelberufen zu verzeichnen. Die Neuverträge bei den Hotelfachleuten sanken um 9,2 Prozent auf nur noch 5.955 Verträge. Der Beruf Kaufmann/Kauffrau für Hotelmanagement verzeichnete 219 Neuverträge, ein Minus von 13,1 Prozent.

Der Verband beklagt, dass der Branche in der Neuordnung der zweijährige Ausbildungsberuf für die Hotellerie verwehrt wurde. Daher fehle ein Korrektiv für die vergleichsweise anspruchsvollen Ausbildungsinhalte und Prüfungsanforderungen im Hotelfach, die manche Jugendliche und Betriebe überfordern würden. Hinzu komme der spürbare Beschäftigungsrückgang in der Hotellerie.

Fachleute für Restaurants bleiben stabil

Die Fachleute für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie verzeichnen mit 3.831 Neuverträgen (minus 0,2 Prozent) stabile Zahlen auf einem extrem hohen Niveau. Dieser Beruf ist seit dem letzten Vor-Corona-Jahr 2019 um 46,8 Prozent gewachsen.

Weiter rückläufig sind dagegen mit minus 6,7 Prozent die Fachleute für Systemgastronomie. Der DEHOGA vermutet hier eine starke Verlagerung hin zur Fachkraft für Gastronomie mit Schwerpunkt Systemgastronomie.


 

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