Gastgewerbe Schlusslicht bei Work-Life-Balance

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Ein neuer Branchenvergleich von SumUp offenbart, welche deutschen Wirtschaftszweige die beste Work-Life-Balance bieten. Für das Gastgewerbe sind die Ergebnisse wenig schmeichelhaft: Die Branche landet auf dem letzten Platz des Rankings.

Die Analyse, die Faktoren wie Arbeitszeit, Gehalt und Jobbewertungen einbezieht, zeigt deutliche Unterschiede.

Die Studie ermittelt für das Gastgewerbe nicht nur das niedrigste durchschnittliche Bruttomonatsgehalt, sondern auch geringe Bewertungen für Jobs und die Work-Life-Balance. Mit 3,11 von 5 Punkten liegt die Bewertung der Work-Life-Balance hier deutlich unter dem Durchschnitt. Zum Vergleich: Arbeitnehmer in dieser Branche arbeiten im Schnitt 39,3 Stunden pro Woche.

Die Top-Branchen im Überblick

An der Spitze des Rankings steht die Energieversorgung. Mit nur 38,6 Arbeitsstunden pro Woche und einem vergleichsweise hohen Monatslohn von durchschnittlich € sichert sich dieser Sektor den ersten Platz. Auch die Mitarbeiterzufriedenheit ist hoch, was sich in den überdurchschnittlichen Job- und Work-Life-Balance-Bewertungen auf Glassdoor widerspiegelt.

Den zweiten Platz belegen wissenschaftliche Dienstleistungen. Hier verdienen Fachkräfte im Schnitt € bei einer durchschnittlichen 39-Stunden-Woche. Die Bewertungen für die Work-Life-Balance sind mit 3,86 Punkten ähnlich gut wie in der Energieversorgung.

Auf Rang drei folgen die Branchen Finanzen und Versicherungen. Hier liegt das monatliche Bruttogehalt mit € am höchsten unter allen untersuchten Sektoren. In Kombination mit geringen Wochenstunden und guten Jobbewertungen erreicht die Branche einen Spitzenplatz.

Herausforderungen und Lösungsansätze für Unternehmen

Die Studie beleuchtet auch die Situation in anderen Sektoren. Im Bergbau werden mit 41,1 Stunden die meisten Wochenstunden geleistet, während in der Agrar- und Forstwirtschaft die Gehälter mit € die zweitniedrigsten ausfallen. Die Branche Kunst, Unterhaltung und Erholung weist mit 3,07 Punkten die schlechteste Bewertung für die Work-Life-Balance auf.

Angesichts dieser Ergebnisse betont Alexander Riesenkampff, Marktleiter Europa bei SumUp, die Verantwortung der Arbeitgeber: „Ein Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit zu finden, kann besonders zu Stoßzeiten eine Herausforderung darstellen. Doch hier ist es wichtig, dass Arbeitgeber proaktiv werden und Prozesse einführen, die Mitarbeiter entlasten und ihnen die Möglichkeit geben, nach der Arbeit wirklich abzuschalten. Auch ist es wichtig, Arbeits- und Überstunden konkurrenzfähig zu vergüten und sich aktiv darum zu bemühen, dass Arbeitnehmer sich nicht überarbeiten, nur so kann eine langfristige Bindung hergestellt werden, um talentierte Arbeiter im Unternehmen zu halten.“

Die Untersuchung, die sich auf Daten von Destatis und Glassdoor stützt, bewertet 17 Branchen in Deutschland. Grundlage der Rangliste sind vier Faktoren: durchschnittliche Arbeitsstunden, Bruttomonatseinkommen, Jobbewertung und die Bewertung der Work-Life-Balance.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Zoll zieht Bilanz: Im Jahr 2025 führt das Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe die Statistik der eingeleiteten Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren an. Mit einer Gesamtschadenssumme von 675 Millionen Euro und neuen digitalen Befugnissen verschärft die Finanzkontrolle Schwarzarbeit ihr Vorgehen gegen illegale Beschäftigungsstrukturen.

Ein Arbeitnehmer kündigt und wird zwei Wochen vor Arbeitsende krankgeschrieben. Darf das einen Arbeitgeber stutzig machen und dazu bringen, keinen Lohn mehr zu zahlen?

Die Erhöhung des Mindestlohns zum Jahreswechsel hinterlässt deutliche Spuren im Gastgewerbe: Die Löhne stiegen im Januar 2026 um 6,1 Prozent. Gleichzeitig verzeichnet die Branche mit einem Minus von 3,2 Prozent den stärksten Beschäftigungsrückgang im gesamten deutschen Mittelstand.

Aktuelle Daten zeigen die Insolvenzwelle im britischen Gastgewerbe des Jahres 2025. Trotz eines leichten Rückgangs der Fallzahlen im vierten Quartal belasten hohe Lohnkosten, Personalmangel und steuerliche Änderungen die Branche weiterhin massiv.

Das deutsche Gastgewerbe blickt auf ein schwieriges Jahr 2025 zurück: Trotz nominaler Zuwächse sank der reale, preisbereinigte Umsatz um 2,1 Prozent. Auch der Dezember dämpfte die Bilanz mit Rückgängen in der Gastronomie.

In der deutschen Wirtschaft sind zum Jahresende keine zusätzlichen Jobs mehr entstanden. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts endete im vierten Quartal 2025 die langjährige Zunahme bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen.

Die Inflation in Deutschland hat zum Jahresbeginn 2026 wieder an Fahrt gewonnen. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes lag die Inflationsrate im Januar bei 2,1 Prozent. Für das Gastgewerbe zeigt die amtliche Statistik eine spezifische Entwicklung: Das Preisniveau für Speisen in der Gastronomie blieb im Vergleich zum Vormonat stabil.

Nach einer Abmahnung ist das Arbeitsverhältnis nicht immer final zerrüttet. Wer jetzt das Gespräch sucht und eine klare Strategie zeigt, gewinnt in jedem Fall. Was beachtet werden muss.

Präzision am Herd und Souveränität am Gast: Bei den Saarländischen Jugendmeisterschaften 2026 setzte sich der gastronomische Nachwuchs gegen starke Konkurrenz durch. In Spiesen-Elversberg wurden die besten Azubis in den Kategorien Küche, Restaurant und Hotel gekürt.

Zu wenig Lohn, zu lange Arbeitszeit, fehlende Stundenzettel: Nach Erkenntnissen des Zolls verletzen Tausende Arbeitgeber die Vorgaben zum gesetzlichen Mindestlohn. Im Gast- und Hotelgewerbe kam es laut Finanzministerium zu besonders vielen Verstößen.