Gastgewerbe steigert Umsatz im Juli 2026 um 5,9 Prozent gegen den Mittelstandstrend

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Das Gastgewerbe hat sich im Juli 2026 beim Umsatz deutlich besser entwickelt als die anderen im Datev-Mittelstandsindex betrachteten Branchen. Gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen die Umsätze saison- und kalenderbereinigt um 5,9 Prozent. Damit war das Gastgewerbe die einzige betrachtete Branche mit einem Umsatzplus. Gleichzeitig verzeichnete die Branche mit 6,5 Prozent den stärksten Lohnzuwachs.

Im gesamten deutschen Mittelstand entwickelte sich der Umsatz dagegen rückläufig. Der saison- und kalenderbereinigte Umsatzindex sank im Juli gegenüber dem Vormonat um 1,0 Prozent auf 95,2 Punkte. Im Vergleich zum Juli 2025 lagen die Umsätze 2,0 Prozent niedriger. Nach Angaben von Datev zeigte sich die Schwäche über mehrere Branchen und alle betrachteten Unternehmensgrößen hinweg.

Gastgewerbe hebt sich mit Umsatzplus von anderen Branchen ab

Besonders deutlich fiel der Rückgang im Baugewerbe aus. Dort lagen die saison- und kalenderbereinigten Umsätze 9,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Im Handel betrug das Minus 6,6 Prozent, im Verarbeitenden Gewerbe 5,0 Prozent und bei den Sonstigen Dienstleistungen 4,8 Prozent. Das Gastgewerbe setzte sich mit seinem Plus von 5,9 Prozent von dieser Entwicklung ab.

Datev-Vorstandsvorsitzender Robert Mayr erklärte mit Blick auf die Gesamtentwicklung: „Die Umsätze geben wieder nach, und die Schwäche zeigt sich in mehreren zentralen Branchen. Einzelne Lichtblicke können diese Entwicklung nicht ausgleichen.“ Für viele mittelständische Unternehmen bleibe das wirtschaftliche Umfeld angespannt. Eine nachhaltige Erholung sei derzeit nicht erkennbar.

Löhne im Gastgewerbe steigen stärker als in anderen Branchen

Parallel zur Umsatzentwicklung weist der Mittelstandsindex weiter steigende Löhne und Gehälter aus. Gegenüber dem Vormonat ging der Lohnindex zwar um 0,3 Prozent zurück. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lagen die saison- und kalenderbereinigten Löhne jedoch 4,9 Prozent höher.

Den stärksten Zuwachs registrierte Datev im Gastgewerbe mit 6,5 Prozent. Bei der Betrachtung nach Unternehmensgrößen stiegen die Löhne in mittleren Unternehmen gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,8 Prozent.

Beschäftigung im deutschen Mittelstand geht weiterhin leicht zurück

Bei der Beschäftigung zeigt der Mittelstandsindex dagegen eine leicht rückläufige Entwicklung. Saison- und kalenderbereinigt lag der Beschäftigungsindex sowohl gegenüber dem Vormonat als auch gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,2 Prozent niedriger. Lediglich die Sonstigen Dienstleistungen verzeichneten im Branchenvergleich mit 0,7 Prozent ein Beschäftigungsplus gegenüber dem Vorjahresmonat.

Nach Unternehmensgrößen hielten Kleinstunternehmen ihre Beschäftigung mit einem Plus von 0,6 Prozent im positiven Bereich. Bei kleinen und mittleren Unternehmen weist Datev dagegen Rückgänge aus.

Der Datev-Mittelstandsindex basiert beim Umsatz auf den Umsatzsteuervoranmeldungen von mehr als einer Million Unternehmen. Die Daten für Beschäftigung und Löhne stammen aus den Lohn- und Gehaltsabrechnungen von mehr als acht Millionen Arbeitnehmern. Die Daten werden anonymisiert und aggregiert. Der jeweils aktuelle Monatswert ist eine Hochrechnung.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Wer im Job neues Wissen oder neue Fähigkeiten benötigt, bekommt oft eine Fortbildung dafür. Findet diese auch während der Arbeitszeit statt, liegt es nahe, dass der Arbeitgeber die Kosten dafür trägt. Doch ist das wirklich so?

Fast jeder zweite Selbstständige in Europa verzichtet auf Lohn, um unabhängig zu bleiben. Was steckt hinter dem Stolz, auf Kredite zu verzichten – und welche Ängste spielen eine Rolle?

Ein Krankenschein hat einen hohen Beweiswert. Um den zu erschüttern, braucht ein Arbeitgeber deutliche Indizien. Das zeigt einmal mehr ein Urteil des Arbeitsgerichts Nordhausen, auf den die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hinweist.

So viele Insolvenzen gab es im ersten Halbjahr seit mehr als zehn Jahren nicht. Creditreform warnt: Noch hat die Pleitewelle ihren Scheitelpunkt nicht erreicht. Die Liste der Probleme ist lang.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass bargeldloses Bezahlen im Urlaub einen neuen Höchststand erreicht hat. Vor allem jüngere Reisende nutzen Kreditkarten und Smartphones, während bei der Generation über 50 Jahre Bargeld weiterhin knapp dominiert.

Eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass sich 21 Prozent der deutschen Bevölkerung im Jahr 2025 keinen einwöchigen Urlaub leisten konnten. Besonders betroffen waren einkommensschwache Haushalte sowie Alleinerziehende.

Das Gastgewerbe hat sich im Mai 2026 besser entwickelt als andere Branchen des deutschen Mittelstands. Der DATEV-Mittelstandsindex weist sowohl bei den Umsätzen als auch bei den Löhnen die stärksten Zuwächse unter den untersuchten Wirtschaftszweigen aus.

Eine Umfrage zeigt, dass 73 Prozent der Arbeitnehmer in Österreich im Urlaub erreichbar bleiben. Besonders Führungskräfte sind während der freien Tage häufig digital oder telefonisch für den Betrieb verfügbar, was von vielen als Belastung empfunden wird.

Viele Menschen in Deutschland sparen – vor allem bei Kleidung sowie beim Besuch von Restaurants, Cafés und Bars. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Instituts Kantar im Auftrag des Preisvergleichsportals Idealo.

Die Gastronomie und die Hotellerie in Deutschland haben im April 2026 preisbereinigt jeweils 7,4 Prozent weniger umgesetzt als im Vorjahresmonat. Für das Gastgewerbe insgesamt weist das Statistische Bundesamt ein reales Minus von 7,1 Prozent aus.