Kein Anspruch auf gesteigerte Bedauernsformel im Arbeitszeugnis

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Die Vorstellungen zu den genauen Formulierungen im Arbeitszeugnis gehen oft auseinander. Auf eine Schlussformel, in der die Arbeitgeberin das Ausscheiden einer Mitarbeiterin «sehr» bedauert, gibt es jedenfalls keinen Anspruch. Insbesondere dann nicht, wenn das Zeugnis insgesamt nur «gut» ist. Das zeigt ein Urteil des Landesarbeitsgerichts München.

In dem Fall, auf den der Bund-Verlag verweist, verlangte die Klägerin, dass ihr Arbeitszeugnis mitunter folgenden Satz in der Schlussformel enthalten sollte: «... verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch ..., was wir sehr bedauern.»

Kein Anspruch auf persönliche Schlussformel

Die Arbeitgeberin lehnte diese Formulierungen ab. Dem stimmte das Gericht zu. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben nach herrschender Meinung grundsätzlich keinen Anspruch auf Aufnahme einer persönlichen Schlussformel in ein Arbeitszeugnis.

Darüber hinaus argumentierte das LAG in dem Urteil, dass eine solche Bedauernsformel bei der vorliegenden Bewertung nicht üblich sei. Das Zeugnis war insgesamt «gut». Die verlangte Formulierung sei als gesteigerte Formel zu verstehen, die der «guten» Bewertung von Leistung und Verhalten im Zeugnis widersprechen würde.

Private Zukunftswünsche «fehl am Platz»

Auch die Formulierung, die Arbeitgeberin wünsche der scheidenden Mitarbeiterin «beruflich wie privat alles Gute» kann die Arbeitnehmerin laut Urteil nicht einfordern.

Das Zeugnis diene dem beruflichen Fortkommen. Wünsche des Arbeitgebers in der Schlussformel erstrecken sich dem Gericht zufolge deshalb nur auf die berufliche Zukunft oder allgemein auf die Zukunft eines Arbeitnehmers.

Private Zukunftswünsche seien im Arbeitszeugnis dagegen «fehl am Platz», heißt es im Urteilstext. Das Dokument dient anderen als Entscheidungsgrundlage anlässlich einer Bewerbung.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Darf der Arbeitgeber in der Probezeit grundlos kündigen?

In der Probezeit können Arbeitgeber und Arbeitnehmer prüfen, ob sie gut zusammenpassen. Was aber, wenn der Arbeitgeber unzufrieden ist? Muss er einen Grund für eine Kündigung vorbringen?

Gastronomie in Deutschland verliert durch Corona fast ein Viertel der Beschäftigten

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie trafen und treffen die Gastronomie besonders stark – mit Folgen für die Arbeitsplätze in der Branche. Gegenüber dem Zeitraum von Januar bis Oktober des Vor-Corona-Jahres 2019 verlor die Branche 23,4 Prozent der Beschäftigten.

Liste der Corona Risikogebiete in Deutschland

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat erneut einen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet und damit einen neuen Höchstwert. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 528,2 an. Am Vortag hatte der Wert bei 515,7 gelegen, vor einer Woche bei 375,7 (Vormonat: 413,7).

Gastgewerbekunden von Kassenhersteller Lightspeed verzeichnen 2021 höhere Umsätze

Lightspeed-Kunden aus Gastronomie und Hotellerie haben im vergangenen Jahr zum Teil deutlich mehr Umsatz gemacht als noch 2020. Das geht aus einer Untersuchung des Kassenanbieters hervor. So wurden 2021 insgesamt knapp 34 Prozent mehr Umsätze als im Jahr davor erwirtschaftet.

Übernachtungen in Deutschland 2021 unter Niveau des Corona-Krisenjahres 2020

Die Beschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie belasten Hoteliers und Co. das zweite Jahr in Folge massiv. Vom Vorkrisenniveau ist der Deutschland-Tourismus weit entfernt, so die Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

 

Anstieg der Bezahlung von Auszubildenden durch Corona gedämpft

Die Corona-Pandemie hat den Anstieg der tariflichen Ausbildungsvergütungen in Deutschland spürbar gedämpft. Der Anstieg lag in etwa auf dem Vorjahresniveau, fiel aber deutlich schwächer aus als in den Jahren vor Beginn der Pandemie.

Weniger Gäste und deutliche Umsatzeinbußen in der Schweiz durch Corona

Die Corona-Maßnahmen belasten auch die gastgewerblichen Betriebe in der Schweiz ungebrochen. Fast 70 Prozent arbeiten zurzeit defizitär. 2021 lag der Umsatz rund 40 Prozent tiefer als in den Jahren vor Corona.

Übernachtungen in Deutschland im November 2021 ein Viertel unter Vorkrisenniveau

Im November 2021 verbuchten die Beherbergungsbetriebe in Deutschland 24,6 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste. Im Vergleich mit dem November des Vorkrisenjahres 2019 lagen die Übernachtungszahlen um 24,2 Prozent niedriger.

Dürfen Arbeitgeber von Bewerbern Impfnachweis verlangen?

Ab 15. März soll die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht gelten. Dürfen Arbeitgeber künftig schon bei Gesprächen mit Bewerbern im Einstellungsverfahren nach entsprechenden Nachweisen fragen?

Mehr Wasser trinken: Tipps für den Arbeitsalltag

Feierabend! Der Tag ist geschafft und alles erledigt. Nur wieder zu wenig getrunken - so geht es täglich vielen im Berufsleben. Mit ein paar simplen Tricks lässt sich das leicht in den Griff bekommen.