Kind hat Hitzefrei: Was gilt für die Eltern?

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Bis zu 38 Grad und mehr - Hitze macht auch Schülerinnen und Schülern dieser Tage in weiten Teilen Deutschlands zu schaffen. Zumal viele Schulgebäude nicht klimatisiert sind. Je nach Entscheidung der Schulleitung kann es dann Hitzefrei geben - es ist aber nicht einheitlich geregelt, ab welchen Temperaturen kein Unterricht mehr möglich ist. 

Aber wer übernimmt die Betreuung der Kinder, wenn die Schule früher endet oder Unterricht wegen Hitze ganz eingestellt wird? Müssen Eltern dann Urlaub nehmen, wenn die Kinder früher nach Hause kommen?

Bezahlte Freistellung bei kurzfristigem Hitzefrei

Erst mal nicht. «Arbeitnehmer haben einen Anspruch auf bezahlte Freistellung, wenn sie für eine verhältnismäßig kurze Zeit aus persönlichen Gründen an der Arbeitsleistung gehindert sind», erklärt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht in Köln. Das ist der Rechtsexpertin zufolge auch dann der Fall, wenn Eltern ihr Kind wegen des Schulausfalls bei Hitzefrei betreuen müssen. 

Wichtig: Diese Regelungen greift nur, wenn die Schulleitung kurzfristig entscheidet, dass etwa der Unterricht früher endet oder Schülerinnen und Schüler ganz befreit werden. «Voraussetzung ist, dass der Schulausfall so überraschend kam, dass der Arbeitnehmer keine anderweitige Möglichkeit der Kinderbetreuung organisieren konnte», so Oberthür. 

In solchen Situationen ist es für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer grundsätzlich empfehlenswert, sich so früh wie möglich mit dem Arbeitgeber abzusprechen und im Idealfall gemeinsam eine Lösung zu finden.

Indes gilt auch bei Hitzefrei: Nicht immer müssen Kinder sofort abgeholt werden. Je nach Bundesland oder Schulart wird die Betreuung in diversen Fällen weiter sichergestellt, lediglich der Unterricht fällt dann aus. Teils werden Kinder auch so lange weiter beaufsichtigt, bis zum Beispiel der Schulbus fährt. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

KI boomt, aber Empathie bleibt gefragt. Warum Bau und Pflege Gewinner sind, Löhne steigen - und welche Branchen jetzt zittern müssen. Das steckt hinter den sechs Jobtrends im neuen Jahr.

Mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen in Deutschland ist offen für einen Jobwechsel. Das hat eine Umfrage im Auftrag des Jobportals Indeed unter 1.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Dezember 2025 ergeben.

Viele Beschäftigte gehen trotz gesundheitlicher Beschwerden zur Arbeit, andere melden sich jedoch auch mal krank, obwohl sie arbeitsfähig sind. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag der Pronovia BKK hervor.

Von Hotels bis Autobauer: Die Zahl der Insolvenzen ist 2025 höher gewesen als zur Finanzkrise 2009. Warum Experten keine schnelle Erholung sehen und was das für Mittelständler bedeutet.

Die Züge fahren verspätet, die Straßen sind dicht und dann fällt auch noch die Schule aus? Was Beschäftigte wissen müssen, wenn Winterwetter alle Routinen durchkreuzt.

Mehr als 2,9 Millionen Menschen ohne Job – so viele waren es schon seit langem nicht mehr in einem Dezember. Gibt es Hoffnung auf einen Aufschwung am Arbeitsmarkt?

Der Food Campus Berlin stellt in seinem neuen Bericht die zentralen Entwicklungen für das Jahr 2026 vor. Von technologischen Durchbrüchen in der Fermentation bis hin zur Rückkehr zum echten Handwerk zeigt sich eine Branche im Wandel.

Die Stimmung im norddeutschen Gastgewerbe hat sich einer Befragung der IHK Nord zufolge gebessert. Die Reisewirtschaft berichtet dagegen von einer verschlechterten Lage, wie aus dem Konjunkturreport Tourismuswirtschaft der IHK Nord aus Hamburg hervorgeht.

Eine Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland fühlt sich belastet durch Preissteigerungen, vor allem bei Lebensmitteln. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Verbraucherzentrale Bundesverband.

Alkoholische Getränke sind in Deutschland so billig wie sonst kaum irgendwo in Europa. Noch billiger als in Deutschland waren die alkoholhaltigen Drinks europaweit nur noch in Italien.