Mecklenburg-Vorpommerns Gastgewerbe unter Druck

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Das Gastgewerbe in Mecklenburg-Vorpommern steht weiterhin unter erheblichem Druck. Eine aktuelle Umfrage des DEHOGA MV zeigt sinkende Umsätze, steigende Kosten und eine angespannte Buchungslage. Diese Entwicklungen werden durch die Halbjahresbilanz 2025 des Statistischen Bundesamtes untermauert, die einen realen Umsatzrückgang von 15,1 Prozent im bundesweiten Gastgewerbe im Vergleich zu 2019 ausweist.

In Mecklenburg-Vorpommern ist der Nettoumsatz im Juli 2025 um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken. Auch der Zeitraum von Januar bis Juli 2025 verzeichnete einen Rückgang um 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Buchungslage für die Monate August und September wurde von 43,4 Prozent der befragten Betriebe als befriedigend eingeschätzt. Knapp jeder fünfte Betrieb bewertete sie als schlecht oder sehr schlecht (18,2 Prozent bzw. 3 Prozent). Nur 7,1 Prozent schätzten die Lage als „sehr gut“ und 28,3 Prozent als „gut“ ein.

Sorgen um Investitionen und Rentabilität

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass 70 Prozent der Betriebe in den letzten Jahren keine notwendigen Investitionen tätigen konnten. Fast 30 Prozent (29,7 Prozent) befürchten, im Jahr 2025 in die Verlustzone zu geraten. Nur 44,6 Prozent der Betriebe rechnen damit, profitabel zu bleiben.

Lars Schwarz, Präsident des DEHOGA MV, betont die Ernsthaftigkeit der Situation: „Wir haben so viele Betriebsschließungen zu verzeichnen wie noch nie zuvor. Die ohnehin dramatische Entwicklung spitzt sich durch Kostensteigerungen in allen Bereichen – wie Personal, Lebensmittel, oder Energie – immer weiter zu.“

Als größte Herausforderungen nannten die befragten Betriebe steigende Personalkosten (84,8 Prozent), steigende Lebensmittelkosten (79,8 Prozent) und steigende Energiekosten (70,7 Prozent). Weitere Belastungen sind zunehmende Bürokratie, sinkende Gewinne, Umsatzrückgänge und Mitarbeitermangel.

Forderung nach Mehrwertsteuersenkung

Angesichts dieser Lage fordert der DEHOGA MV die Umsetzung der zum 1. Januar 2026 geplanten Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes auf Speisen auf 7 Prozent. Die Betriebe erhoffen sich dadurch Planungssicherheit und eine Stabilisierung ihrer wirtschaftlichen Situation.

Laut Umfrage gaben 64,6 Prozent der Teilnehmer an, dass eine Mehrwertsteuersenkung positive Effekte auf die Stabilität hätte. Zudem sehen 50,5 Prozent die Chance, Investitionen zu steigern, und 50 Prozent erwarten die Sicherung oder den Ausbau von Arbeitsplätzen. 61,6 Prozent der Betriebe würden bei einer dauerhaften Senkung der Mehrwertsteuer die Ausgaben für ihre Mitarbeiter erhöhen, 54,2 Prozent würden in Investitionen gehen.

Matthias Dettmann, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA MV, resümiert: „Unsere Umfrage zeigt deutlich: Viele Gastgeberinnen und Gastgeber stehen am Limit. Ohne politische Entlastungen werden wir mit noch mehr Betriebsschließungen konfrontiert sein. Die geplante Mehrwertsteuersenkung ist ein unverzichtbarer Schritt, doch wir brauchen darüber hinaus weniger Bürokratie und verlässliche Rahmenbedingungen, damit Betriebe wirtschaftlich arbeiten, Arbeitsplätze sichern und gleichzeitig die Vielfalt der gastronomischen Landschaft in Mecklenburg-Vorpommern erhalten können.“


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Immer weniger Menschen in Deutschland können sich vorstellen, ihren Job zu wechseln. Das hat eine neue Forsa-Umfrage im Auftrag des Karrierenetzwerks Xing ergeben. Zwei Drittel der Befragten gaben demnach an, offen dafür zu sein, den aktuellen Arbeitgeber zu verlassen. Das seien so wenig wie seit fünf Jahren nicht mehr. 

Deutschland verzeichnet im EU-Vergleich den höchsten Anteil an Erwerbstätigen in der Altersgruppe von 55 bis 64 Jahren. Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes verdeutlichen den demografischen Wandel am Arbeitsmarkt.

Per WhatsApp oder Signal lässt sich viel erledigen - eine Kündigung gehört nicht dazu. Die Kündigung eines Arbeitsvertrags per Nachricht einer Messenger-App ist rechtlich nicht wirksam. Darauf weist die Schleswig-Holsteinische Rechtsanwaltskammer hin. 

Der DEHOGA Baden-Württemberg hat eine dringende Warnung an seine Mitgliedsbetriebe herausgegeben. Hintergrund ist eine aktuelle Betrugsmasche, bei der digitale Rechnungen gezielt abgefangen und manipuliert werden. Die Täter verändern dabei die hinterlegten Bankdaten, um Zahlungen auf ausländische Konten umzuleiten.

Während Krankheit und Urlaub scheint der Job oft weit weg. Flattert aus dem Nichts die Kündigung ein, ist der Schreck groß. Doch darf der Arbeitgeber in der Situation überhaupt eine Kündigung aussprechen oder sind Arbeitnehmer in dieser Zeit geschützt?

Die private Nutzung eines Dienstwagens muss man regelmäßig versteuern. Dafür gibt es zwei verschiedene Methoden. Zwei Expertinnen zeigen, welche das sind und wo jeweils die Vor- und Nachteile liegen.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland hat im Januar die Schwelle von drei Millionen übertroffen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im Januar 3,085 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet - 92.000 mehr als im Januar 2025.

Eine aktuelle Erhebung zeigt die Reisetrends für 2026: Die Deutschen planen frühzeitig, buchen bevorzugt selbst und setzen dabei verstärkt auf digitale All-in-One-Plattformen.

In vielen Branchen und Betrieben geht es längst nicht mehr ohne ausländische Fachkräfte. Die dahinterliegenden Zahlen zeigen klare Trends.

Sind Beschäftigte in Deutschland zu oft krank? Eine neue Studie stützt Kritiker. Die großen Arbeitsausfälle haben demnach erhebliche Auswirkungen für die deutsche Wirtschaft.