Mehr als die Hälfte langweilt sich häufig im Job

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Geben Sie zurzeit im Job Ihr Bestes? Nein? Dann sind Sie nicht alleine. Fast jeder Dritte (30 Prozent) macht bei der Arbeit nur das Nötigste. Das zeigt eine Umfrage, die Censuswide im Auftrag des Karriereportals LinkedIn durchgeführt hat. Dazu passt: 60 Prozent der 2.000 Befragten in Deutschland geben an, sich im Job häufig gelangweilt oder unterfordert zu fühlen.

Eine Mehrheit (58 Prozent) hat das Gefühl, dass die unsichere wirtschaftliche Lage sie derzeit - zumindest in gewissem Maße - daran hindert, neue berufliche Möglichkeiten zu erkunden. Relativ viele wollen daher beruflich auch da bleiben, wo sie sind. Nur etwas mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Befragten gibt an, sich in diesem Jahr nach einem neuen Arbeitgeber umzusehen.

Wege aus dem Motivationsloch: Was passt zu mir?

Wie also kommen wir aus diesem Motivationsloch wieder raus? Dazu sollten wir wissen, wovon wir uns motivieren lassen. Für die einen sei es der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, um Unterstützung und Impulse für neue Projekte oder Veränderung zu erhalten, so Barbara Wittmann, Country Managerin DACH. «Andere profitieren von besonders klaren Zielen oder brauchen kreative Ideen und Aufgaben.» Für wieder andere sei ein stabiles Umfeld wichtig, um sich voll entfalten zu können.

Oder ist Ihre Motivation angesichts eines großen Projekts oder einer sehr langen To-do-Liste im Keller? Dann könne es helfen, die Arbeit in kleine, überschaubare Portionen aufzuteilen. Wittmann empfiehlt etwa die Pomodoro-Technik: Dabei arbeitet man 25 Minuten konzentriert und macht danach eine 5-minütige Pause. «Kleine Pausen, in denen Sie etwas anderes machen als arbeiten, schärfen den Geist», so Wittmann.

Auch ein gutes Gleichgewicht zwischen Arbeits- und Privatleben sei für die Produktivität, die Zufriedenheit im Job und das Wohlbefinden «extrem wichtig». Dazu gehört nicht zuletzt: Grenzen setzen und auf die eigenen Bedürfnisse achten. 

Wie gelähmt: Was jetzt hilft

Wenn die negativen Seiten im Joballtag überwiegen - etwa, weil Beschäftigte ihr volles Potenzial nicht ausschöpfen können, ist es laut Wittmann Zeit für eine Veränderung. «Dabei muss ein neuer Job nicht unbedingt bedeuten, dass man das Unternehmen verlässt, oft ergeben sich auch intern Möglichkeiten», so die Expertin.

Wichtig: Vor einem Wechsel sollten Beschäftigte herausarbeiten, was ihnen wichtig ist – und was sie davon aktuell vermissen. Wittmann rät, außerdem zu überlegen, welche Hard- und Soft-Skills man mitbringt. «Notieren Sie dazu zum Beispiel ein paar Tage lang Ihre täglichen Aufgaben und die dafür benötigten Kompetenzen.» So lässt sich besser herausfinden, welche alternativen Berufe passen könnten. «Dieser Perspektivwechsel – weg von festen Berufsbildern hin zu Fähigkeiten – kann den Horizont erheblich erweitern.» (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Wegen der Wirtschaftsflaute erhalten kleine und mittlere Firmen immer schwieriger Kredite, denn Banken schauen genauer hin. Die Förderbank KfW verzeichnet Rekorde. Den Einzelhandel trifft es besonders.

Unzufrieden mit dem Arbeitszeugnis? Das müssen Sie nicht einfach hinnehmen. Der Arbeitgeber ist rechtlich dazu verpflichtet, Sie wohlwollend zu bewerten. Was das bedeutet.

Mit Freude eine sinnvolle Arbeit machen - dieses Ziel steht für viele Menschen nicht mehr an erster Stelle. Laut einer Umfrage wollen vor allem junge Leute das Leben genießen - ohne sich abzuplacken.

Schritt für Schritt steigt der Mindestlohn in Deutschland - mit positiven Effekten auf die Einkommen vieler Beschäftigter. Wie die Unternehmen konkret betroffen sind, zeigt eine Umfrage.

Der Weinkonsum in Deutschland ist rückläufig: Im Schnitt trinken die Bürger eine Flasche Wein weniger pro Jahr. Während der Schaumweinabsatz stabil bleibt, sorgen laut dem Deutschen Weininstitut vor allem gestiegene Kosten und der demografische Wandel für ein Minus beim Weinverbrauch.

Die Produktion von Fertiggerichten in Deutschland ist binnen fünf Jahren um über 25 Prozent gestiegen. Besonders Nudel- und Fleischgerichte treiben das Wachstum voran, während der zeitliche Aufwand für die private Essenszubereitung nahezu stabil bleibt.

In vielen Betrieben des Gastgewerbes wird derzeit diskutiert, wie mit der ermäßigten Mehrwertsteuer bei Frühstücksbuffets und Pauschalen umgegangen werden muss. Ein aktuelles Schreiben des Bundesfinanzministeriums liefert hier Aufklärung.

Wer in seinem Job das Internet nutzt, bekommt im Schnitt 53 berufliche Mails pro Tag. Der Umfang der E-Mail-Kommunikation im Berufsleben nimmt damit im Vergleich zum Vorjahr nochmals deutlich zu.

Jeder Vierte in Deutschland findet einer aktuellen Umfrage zufolge den für 2026 festgelegten Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde genau richtig. 40 Prozent finden den neuen Mindestlohn dagegen etwas oder sogar viel zu niedrig.

Seit Anfang des Jahres gelten neue, erhöhte Sätze für die Ausgleichsabgabe. Arbeitgeber mit mehr als 20 Arbeitsplätzen müssen die Beschäftigungsdaten für das Vorjahr bis Ende März melden. Für das Kalenderjahr 2026 greift dabei erstmals eine neue Berechnungsgrundlage, die auf im Vorjahr erhöhten Sätzen basiert.