Neue Warnung vor nicht ordnungsgemäßen AU-Bescheinigungen

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Bereits wiederholt hatte DEHOGA compact vor Ärzten und Plattformen gewarnt, die unwirksame Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausstellen. Jetzt ist ein weiterer Fall bekannt geworden:

Wie der DEHOGA schreibt werde über die Plattformhttps://medly-au.com/ (bis letzte Woche medicare-au.de) eine AU nach einer „Selbstdiagnose“ und „ohne Telekommunikation“ angeboten. Dabei würden im Anschluss an ein Click-through-Verfahren zur „Anamnese“ AU-Bescheinigungen ohne Arzt-Patient-Kontakt ausgestellt.

Eine solche AU entspreche nicht deutschem Recht und löse deshalb keinen Entgeltfortzahlungsanspruch eines Arbeitnehmers aus, urteilt der Verband.

Für Arbeitgeber seien Bescheinigungen dieser Plattform nicht leicht zu erkennen, da die Plattform nicht auf der Bescheinigung stünde. Die AU-Bescheinigungen von Medly erinnerten optisch an den früheren „gelben Schein“, so der Verband. Wie bei früheren Missbrauchsfällen enthielten sie auch bei gesetzlich Versicherten die Angabe „Privatarzt“ und würden nicht als eAU ausgestellt. Ein ausstellender angeblicher Arzt ist, laut DEHOGA, namentlich bekannt: Dr. T Mueller. Vor diesem „Arzt“ warnt auch die zuständige Landesärztekammer Rheinland-Pfalz.

Arbeitgeber, die begründete Zweifel haben, ob eine AU-Bescheinigung ordnungsgemäß ausgestellt wurde, können sich an die Krankenkasse des Mitarbeiters wenden. Es kann auch sinnvoll sein, die eigenen Mitarbeitenden darüber zu informieren, dass AU-Bescheinigungen (auch solche nach Videosprechstunde oder telefonischer Krankschreibung) immer einen Arzt-Patient-Kontakt voraussetzen und dass das Unternehmen bei nicht ordnungsgemäß ausgestellten AU-Bescheinigungen keine Entgeltfortzahlung leisten wird.

Der DEHOGA fordert politisch, dass Maßnahmen zur Missbrauchsbekämpfung und zur Kostensenkung bei der Entgeltfortzahlung ergriffen werden. Denn die Belastung der Unternehmen durch Lohnfortzahlungskosten wächst stark. 2023 haben Arbeitgeber in Deutschland 77 Mrd. Euro für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall aufgewendet. Die Leistungen sind so hoch wie sonst nirgendwo in Europa.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Meta nutzt öffentliche Beiträge auf Facebook und Instagram, um seine KI zu schulen. Was Sie verhindern können, was dabei wichtig ist - und wie es mit WhatsApp aussieht.

Tag der Arbeit, Christi Himmelfahrt und Pfingstmontag – im Mai stehen einige Feiertage an. Doch gerade bei Minijobbern, die nicht an jedem Tag der Woche arbeiten, kann das Fragen zu den Themen Gehalt und Arbeitszeiten aufwerfen. Was gilt?

Eine Umfrage unter Personalentscheidern zeigt, dass viele Unternehmen weiterhin auf Anwesenheitspflichten setzen. Gleichzeitig nennen Befragte konkrete Faktoren, die die freiwillige Rückkehr ins Büro beeinflussen.

Die Arbeitskosten im Gastgewerbe in Deutschland sind bis zum Jahr 2025 auf 27,40 Euro je Arbeitsstunde gestiegen. Das geht aus einer Mitteilung des Statistischen Bundesamts (Destatis) hervor. Im Jahr 2020 hatten die Kosten noch bei 20,90 Euro gelegen. Daraus ergibt sich ein Anstieg um 31,1 Prozent innerhalb von fünf Jahren.

Wegen der weltweiten Krisen wollen die Unternehmen in Deutschland nach Angaben des Ifo-Instituts mehr Stellen abbauen. Das entsprechende Beschäftigungsbarometer sank im März um mehr als zwei Punkte auf den niedrigsten Wert seit fast sechs Jahren.

Deutschland zählt zu den Ländern mit den höchsten Arbeitskosten in der EU. Im vergangenen Jahr verteuerte sich die Arbeitsstunde weiter. Wie steht Deutschland im Vergleich zu seinen Nachbarn da?

Bungalow oder Einfamilienhaus mit Obergeschoss? Diese Grundsatzentscheidung prägt Raumaufteilung, Grundstücksnutzung und Wohnkomfort über Jahre. Beide Bauformen haben klare Vorteile – doch sie unterscheiden sich stark in Platzbedarf und Alltagstauglichkeit. Dieser Ratgeber zeigt, welche Lösung zu welcher Lebensphase passt und hilft, 2026 die richtige Wahl zu treffen.

Eine aktuelle Studie zur Außengastronomie zeigt, dass Kartenzahlung von Gästen überwiegend positiv bewertet wird. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, haben 79 Prozent der Befragten bereits einen Besuch in einem saisonalen Gastronomiebetrieb eingeplant, während 77 Prozent die Möglichkeit zur Kartenzahlung grundsätzlich begrüßen.

Die Stimmung der deutschen Verbraucher ist vor allem wegen der Folgen des Iran-Krieges schlecht. Die Einkommenserwartungen sind eingebrochen, Inflationsängste machen sich breit und drücken auf die Kauflaune.

Eine aktuelle Bitkom-Studie zeigt, dass 72 Prozent der deutschen Unternehmen die Frauenförderung organisatorisch verankert haben, wobei in fast jedem zweiten Betrieb die Geschäftsführung direkt zuständig ist.