Österreichs Gastgewerbe verzeichnet acht Prozent mehr Insolvenzen

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In Österreich hat der Kreditschutzverband KSV1870 für die ersten drei Quartale 2026 640 Insolvenzen im Bereich Beherbergung und Gastronomie erfasst. Das entspreche einem Anstieg um acht Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit liege die Branche bei der Zahl der Unternehmensinsolvenzen weiterhin an dritter Stelle hinter dem Handel und dem Baugewerbe. Die Auswertung wurde am 9. Oktober 2026 veröffentlicht. 260930_KSV1870_Insolvenzstatist…

Von den 640 Fällen entfielen 395 auf eröffnete Insolvenzverfahren. Weitere 245 Verfahren seien mangels kostendeckenden Vermögens nicht eröffnet worden. Der KSV1870 beziffert den Zuwachs bei den eröffneten Verfahren auf zehn Prozent, bei den abgewiesenen Fällen auf sechs Prozent.

Die vorläufigen Insolvenzverbindlichkeiten der Branche weist die Statistik mit 195 Millionen Euro aus. Diese sogenannten Passiva seien nicht mit den tatsächlichen Verlusten gleichzusetzen. Zu berücksichtigen seien unter anderem Zahlungen aus Sanierungsplänen und Ausschüttungen aus der Verwertung von Konkursmassen. Die vorläufigen Werte beziehen sich auf den 7. Oktober 2026 und können sich im weiteren Verlauf der Verfahren noch verändern.

KSV1870 nennt hohe Betriebskosten und fehlendes Personal als Ursachen

Der KSV1870 führt die Entwicklung in der Gastronomie auf hohe Betriebskosten und fehlendes Personal zurück. Viele Betriebe verkürzten deshalb ihre Öffnungszeiten und erzielten dadurch nicht mehr ausreichend Umsatz, erklärt Karl-Heinz Götze, Leiter KSV1870 Insolvenz. Die Situation habe sich auch in den vergangenen Monaten nicht beruhigt.

Zudem verfügten viele Unternehmen nach Darstellung des Kreditschutzverbandes über tendenziell weniger Eigenkapital. Ihre finanziellen Reserven seien knapp oder bereits aufgebraucht.

Wien verzeichnet die meisten Insolvenzen in Beherbergung und Gastronomie

Im Bundesländervergleich weist die Branchenstatistik für Wien 222 Fälle aus, davon 125 eröffnete und 97 nicht eröffnete Verfahren. Es folgen die Steiermark mit 90 Fällen und Niederösterreich mit 88 Fällen. In der Steiermark seien 67 Verfahren eröffnet und 23 nicht eröffnet worden, in Niederösterreich 62 beziehungsweise 26.

Für Oberösterreich nennt der KSV1870 71 Brancheninsolvenzen. Dort übersteige die Zahl der nicht eröffneten Verfahren mit 41 die Zahl der eröffneten Verfahren mit 30. Kärnten komme auf 49 Fälle, Salzburg auf 42 und Tirol auf 40. In Vorarlberg seien 26 Fälle erfasst worden, im Burgenland zwölf.

Die höchsten vorläufigen Insolvenzverbindlichkeiten innerhalb der Branche weist die Auswertung für die Steiermark mit 69 Millionen Euro aus. Für Wien nennt sie 44 Millionen Euro, für Kärnten 28 Millionen Euro.

Österreichs gesamte Wirtschaft verzeichnet 5.150 Insolvenzen in neun Monaten

Über alle Branchen hinweg registriert der KSV1870 5.150 Unternehmensinsolvenzen, ein Plus von 0,6 Prozent gegenüber den ersten drei Quartalen 2025. Der Handel stehe mit 864 Fällen an erster Stelle, gefolgt vom Baugewerbe mit 730 Fällen.

Insgesamt seien 2.920 Verfahren eröffnet und 2.230 mangels kostendeckenden Vermögens nicht eröffnet worden. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der KSV1870 rund 6.800 Unternehmensinsolvenzen in Österreich. Diese Prognose entspreche ungefähr dem Vorjahresniveau.

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