Trends 2026: Lust am Verpassen, Gig-Tripping, Kohlgemüse

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Es wird Hunderte von ihnen geben - kleine und große. Manche werden nur die Jungen begeistern. Es wird einige geben, die sich noch nicht mal ankündigen: Trends in diesem Jahr. Hier sind fünf aussichtsreiche Kandidaten, die derzeit entstehen oder 2026 erhalten bleiben könnten:

Mal etwas bewusst verpassen

Haben Sie noch Fomo (kurz für «Fear of Missing out»), also die Angst, etwas zu verpassen? Im Wandel der Lebensgefühle gibt es nun den Trend zur Freude am Verpassen. Die sogenannte Joy of Missing out (Jomo). Sie bedient verschiedene Aspekte, wie das Digitale Detox (Handy weglegen oder noch besser ausschalten) oder sich auch analog bewusste Auszeiten zu gönnen. 

Für das Reisemagazin «Merian» zelebriert Jomo als Reisetrend «das bewusste Verpassen und das aktive Nichtstun. Statt einer ereignisreichen Reiseroute suchen Urlauber gezielt reizarme Orte auf», wie eine abgelegene Hütte im Wald oder ein ruhiges Dorf am Meer. 

Ruhe und Frieden in Weiß

Wenig Aufregung, mehr Ruhe - dieses Wunsch-Lebensgefühl zeigt sich auch in anderen Trends. Weiß, ausgerechnet eine Nicht-Farbe, ist nach Ansicht der amerikanischen Farbinstitution Pantone die «Farbe des Jahres 2026». Genauer gesagt handelt es sich laut Pantone beim gewählten Farbton um ein «wogendes Weiß», das «ein leiser Hauch von Ruhe und Frieden in einer lauten Welt» sei. 

Pantone lässt seit rund einem Vierteljahrhundert jährlich Trendscouts gesellschaftliche Entwicklungen analysieren, um auf dieser Basis eine Farbe des Jahres zu küren. Zwar ist Pantone nur eine von vielen Firmen, die von Trends eine Farbe ableiten, aber gerade diese Wahl übernehmen viele Kreative auf der ganzen Welt für ihre Mode, Einrichtung und allerlei sonstige Produkte. 

Aber auch die Trendexperten für das Farbsystem NCS gehen mit: Eine von vier als angesagt ausgewählte Farbpaletten des Unternehmens für 2026 und die Folgezeit besteht aus weichen Weiß-, Beige- und Brauntönen, betitelt mit «Quietude» für innere Ruhe. 

Dopamine Decor

Kein Trend ohne Gegentrend, sagen Trendexperten. So ist das auch bei der Einrichtung: Knallige Farben, süße Dekorationen, gar Spielsachen im Regal sind nicht erst seit dem Labubu-Hype von 2025 angesagt. Cute ist das neue Hygge - die geliebte Gemütlichkeit wird durch Niedliches ergänzt. 

Bei der Entwicklung machen übrigens nicht nur die besonders jungen Trendsetter mit. Ganz speziell ruft Pinterest das Zirkus-Flair als einen Zuhause-Trend aus - «Boomern und Millennials sei Dank». Diese Generationen würden sich zumindest auf der Plattform besonders häufig über gestreifte Zimmerdecken, Zirkusdeko und Jahrmarkt-Vintage-Elemente informieren. 

Auch wenn diese Nuance neu ist, die freudvolle Einrichtung ist ein Trend, den es schon länger gibt. Beim übergreifenden Dopamine Decor geht es darum, ein positives Umfeld zu schaffen, das Glückshormone (Dopamin) ausschüttet. Wie das geht? Knallige Farbakzente, lustige und niedliche Stücke. Was das jeweilige Herz erfüllt. 

Trendgemüse Kohl

Sucht man aktuell nach dem Trendgemüse in sozialen Plattformen, dann ist Kohl der neue (alte) Star am Küchenhimmel. Laut den Pinterest-Analysen werden Essensinspirationen mit Kohl mit stark steigender Tendenz gesucht, auffallend oft etwa Kohlknödel, Sauerkraut oder Kohlrouladen-Suppe. Und wer es besonders fancy mag, probiert einen Kimchi-Martini.

Laut dem Verband Deutsches Obst und Gemüse verzehrt jeder Deutsche im Jahr 8,5 Kilogramm Rot- oder Weißkohl - Tendenz steigend. Kohl sei erschwinglich, regional und voller Vitamine. 

Parfum-Layering

Ein wachsender Trend in der Beauty-Szene ist das sogenannte Parfum-Layering. Dabei werden mehrere Düfte kombiniert, um einen ganz persönlichen sogenannten Signature-Duft zu schaffen, der die Persönlichkeit oder Stimmung des Trägers widerspiegelt. 

Wie man ein eigenes Duftprofil hinbekommt, versuchen Influencer im Netz zu erklären. Dabei werden natürlich auch eigene Marken genommen. 

Das Modemagazin «Vogue» empfiehlt Experimentierfreude. Man müsse sich aber schon Gedanken machen und dürfe nicht alle Düfte übereinander sprühen, die man zu Hause habe. Schwerere Düfte seien vor den leichteren dran. 

Supermarkt-Safari und Gig-Tripping

Schon immer gehört der Supermarkt-Besuch zum Urlaubserlebnis vieler Menschen. Spätestens wenn etwas einen eigenen Namen erhält, darf man aber auch von einem Trend sprechen - voilà. Die «Supermarkt-Safari» ist laut Reisemagazin «Merian» einer der Trends 2026. 

Durch lokale Spezialitäten und unbekannte Geschmäcker lasse sich die Kultur eines Landes «hervorragend erleben». «Ob amerikanische Süßigkeiten, japanische Snackautomaten oder italienische Pasta-Regale – dieser Reisetrend verbindet kulinarische Neugier mit authentischen Einblicken», so Merian. 

Ein weiterer Reise- und Freizeittrend ist der «Event-Tourismus»: Der primäre Anlass für eine Reise ist nicht der Urlaub an sich, sondern eine Veranstaltung am Ort, etwa die Fußball-WM, ein Kunstevent oder ein Konzert. 

Oder es geht auf «Skillcation»: Es wird ausprobiert und gelernt - etwa das Töpfern in Marokko, Malen in Frankreich oder Kochen in Italien. 

Für «Lonely Planet» ist übrigens Belgrad als Europas «ultimativer Nachtspielplatz» ein Trendziel 2026. «Erkunde das legendäre Nachtleben» heißt es über die serbische Hauptstadt – ein Tipp, den es vor nicht allzu langer Zeit wohl eher noch bei der deutschen Hauptstadt Berlin gegeben hätte. (dpa)

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