Umfrage: Viele Unternehmen setzen auf Anwesenheitspflicht im Büro

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Eine Umfrage unter 500 Personalentscheidern in deutschen Großstädten zeigt, dass zahlreiche Unternehmen weiterhin auf eine Anwesenheitspflicht im Büro setzen. Wie aus der Erhebung hervorgeht, die laut Mitteilung von Trend Research Hamburg im Auftrag von GSG Berlin durchgeführt wurde, würden 41 Prozent der Unternehmen mit geringerer Präsenz rechnen, wenn es keine verpflichtende Anwesenheit gäbe.

Mehrheit der Unternehmen verlangt teilweise Anwesenheit im Büro

Nach Angaben der Umfrage liegt die durchschnittliche Anwesenheitsquote bei rund 70 Prozent. Gleichzeitig gilt in drei von zehn Unternehmen eine vollständige Anwesenheitspflicht vor Ort. In den Städten München und Düsseldorf trifft dies laut Erhebung sogar auf vier von zehn Unternehmen zu.

Die Mehrheit der befragten Unternehmen, insgesamt 60 Prozent, setzt auf eine teilweise Anwesenheitspflicht. Unterschiede zeigen sich je nach Standort: Am seltensten verpflichten Unternehmen ihre Mitarbeiter in Stuttgart mit 17 Prozent sowie in Berlin mit 27 Prozent zur vollständigen Präsenz an allen Arbeitstagen.

 

GSG Berlin verweist auf Unterschiede zwischen den Städten

„Berlin ist zudem die Stadt, in der die Anwesenheitsquote komplett ohne Zwang am wenigsten zurückgehen würde“, sagt Sebastian Blecke, operativer Geschäftsführer von GSG Berlin, mit Blick auf die Ergebnisse. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben der größte Anbieter von Gewerbe- und Büroimmobilien in der Hauptstadt und hatte die Befragung in Auftrag gegeben.

Fehlende Aufenthaltsbereiche beeinflussen Büroattraktivität laut Umfrage

Ein häufig genannter Aspekt betrifft die Gestaltung der Arbeitsumgebung. Laut Umfrage fehlt in 27 Prozent der Unternehmen ein Angebot wie ruhige Höfe oder Atrien, die Aufenthaltsmöglichkeiten im Freien bieten. Diese würden nach Angaben der Befragten die Bereitschaft erhöhen, freiwillig ins Büro zu kommen.

Auch informelle Arbeitsbereiche wie sogenannte Break-out-Zonen oder Rückzugsräume für konzentriertes Arbeiten werden genannt. Jeweils 25 Prozent der Unternehmen sehen diese Angebote als wichtig an, geben jedoch an, dass sie derzeit fehlen.

„Der Punkt wird nicht nur in Deutschland, sondern auch in Studien aus dem Ausland immer wieder als bedeutender Unterschiedsfaktor zwischen Durchschnitts- und herausragendem Büro bewertet“, so Blecke laut Mitteilung.

Unternehmenskultur und Bürogestaltung als zentrale Faktoren

Blecke sieht laut Mitteilung einen Zusammenhang zwischen Büropräsenz und Unternehmenskultur. „Das Büro ist ein Schmelztiegel der Unternehmenskultur“, sagt er. Die Frage nach der Rückkehr ins Büro sei eng mit unternehmensinternen Überlegungen verbunden, etwa zu Kontrolle, Produktivität oder dem Austausch im Team.

Zugleich nennt er die Gestaltung und Lage des Büros als Einflussfaktor: „Handelt es sich um eine Adresse und ein Umfeld mit Mehrwert, auch im Sinne von Freude, dort zu sein?“ und „Schafft es das Büro, ein besseres, gemeinsames Arbeitsumfeld zu schaffen als die einzelnen Homeoffices?“

Nach Angaben von Blecke entscheiden solche Faktoren darüber, ob Mitarbeiter freiwillig häufiger ins Büro zurückkehren.

Zurück

Vielleicht auch interessant

Prompten, recherchieren, automatisieren: Wie wichtig wird Künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt? Einer repräsentativen Umfrage der IU Internationalen Hochschule in Erfurt zufolge erwarten etwas mehr als die Hälfte der Arbeitnehmenden, dass KI-Kompetenzen wichtige Voraussetzung für den Jobeinstieg werden. 

Das Gastgewerbe verzeichnete im August 2026 laut DATEV ein Umsatzplus von 10,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Löhne stiegen in der Branche.

Viele Bewerber wünschen sich individuelle und zeitnahe Absagen, erleben einer Umfrage zufolge jedoch häufig Standardformulierungen, lange Wartezeiten oder ausbleibende Rückmeldungen. Eine schlechte Absage habe bei 65,0 Prozent zur Folge, dass sie sich nicht erneut bei dem betreffenden Arbeitgeber bewerben würden.

Vor dem Start des Oktoberfests zeigt eine Analyse von Visa, wie stark die Wiesn die Wirtschaft bewegt. Während der Festwochen 2025 stiegen die Ausgaben in München um 30 Prozent gegenüber gewöhnlichen Sommertagen. An Spitzentagen erreichte das Plus fast 70 Prozent.

Wenn es um einen Kunden-, Messe- oder Fortbildungsbesuch, dann brauchen Arbeitnehmer eine Möglichkeit, dort hinzukommen. Doch was, wenn der Weg mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu beschwerlich oder nicht machbar ist? Darf der Chef dann verlangen, dass Angestellte ihr eigenes, privates Auto verwenden?

Die Mehrheit der Erwerbstätigen ist laut einer Umfrage bereit, mehr zu arbeiten - sofern die Rahmenbedingungen dafür stimmen. Zugleich empfindet jeder Zweite die politische Debatte um längere Arbeitszeit als demotivierend.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2026 um 6,7 Prozent gestiegen. Das Gastgewerbe weist mit 59,6 Fällen je 10.000 Unternehmen eine der höchsten Insolvenzhäufigkeiten auf.

Eine Studie von HolidayCheck zeigt, dass fast ein Drittel der Online-Bewerter bereits den Verlust eigener Rezensionen erlebt hat. Die negativen Erfahrungen hinterlassen spürbare Spuren bei den Verbrauchern.

Überregulierung und Bürokratie belasten nach Einschätzung von Steuerberatern den Mittelstand in Deutschland weiterhin am stärksten. Nach aktuellen Daten des DATEV-Seismografen sehen 83 Prozent der Befragten ihre Mandanten von diesen Hürden betroffen.

Die Sachbezugswerte für Verpflegung sollen 2027 steigen. Für Mittag- und Abendessen sind 4,70 Euro vorgesehen, wodurch unter den steuerrechtlichen Voraussetzungen Essenszuschüsse von bis zu 7,80 Euro möglich werden.