Urlaubsplanung: Wann Eltern keinen Vorrang haben

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Es gibt Urlaubszeiten, die heiß begehrt sind. Eltern mit Kindern zum Beispiel müssen sich in der Regel nach den Ferienzeiten richten. Doch haben Sie dadurch bessere Chancen, ihren Wunschzeitraum genehmigt zu bekommen?

«Grundsätzlich sollen Urlaubswünsche von allen Mitarbeitern berücksichtigt werden», erklärt Volker Görzel, Fachanwalt für Arbeitsrecht. Gibt es dabei jedoch Überschneidungen und nicht alle können zeitgleich Urlaub bekommen, spielen soziale Gesichtspunkte eine ausschlaggebende Rolle. 

Wer hat Vorrang?

Dazu gehören etwa Urlaubsmöglichkeiten des Partners und der Kinder (Schulferien), erklärt Görzel. Aber auch eine bisherige Urlaubsgewährung in besonders beliebten Zeiten, Alter und Betriebszugehörigkeit, erstmaliger oder wiederholter Urlaub in diesem Jahr oder Erholungsbedürftigkeit. Besonders erholungsbedürftig ist etwa, wer in der Vergangenheit einen besonders arbeitsintensiven Einsatz hatte oder an einer schwerwiegenden Erkrankung litt.

«Das führt dazu, dass nicht immer automatisch Eltern schulpflichtiger Kinder zum Zuge kommen, sondern mit Augenmaß auch andere Arbeitnehmer mal drankommen», so Görzel.

Betriebsrat mitbestimmungspflichtig

In der Regel wird in Betriebsvereinbarungen festgehalten, wodurch eine Priorität entsteht. Grundsätzlich ist zu beachten: Bei Vorrangregelungen ist der Betriebsrat zwingend mitbestimmungspflichtig. Der Arbeitgeber muss sich zwar immer daran halten, soziale Gesichtspunkte einzubeziehen, doch der Betriebsrat kann dafür sorgen, dass noch weitere Aspekte mit in die Entscheidung einfließen.

Zur Person: Volker Görzel ist Fachanwalt für Arbeitsrecht in Köln und Leiter des Fachausschusses Betriebsverfassungsrecht und Mitbestimmung im Verband deutscher Arbeitsrechtsanwälte (VDAA). (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Prompten, recherchieren, automatisieren: Wie wichtig wird Künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt? Einer repräsentativen Umfrage der IU Internationalen Hochschule in Erfurt zufolge erwarten etwas mehr als die Hälfte der Arbeitnehmenden, dass KI-Kompetenzen wichtige Voraussetzung für den Jobeinstieg werden. 

Das Gastgewerbe verzeichnete im August 2026 laut DATEV ein Umsatzplus von 10,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Löhne stiegen in der Branche.

Viele Bewerber wünschen sich individuelle und zeitnahe Absagen, erleben einer Umfrage zufolge jedoch häufig Standardformulierungen, lange Wartezeiten oder ausbleibende Rückmeldungen. Eine schlechte Absage habe bei 65,0 Prozent zur Folge, dass sie sich nicht erneut bei dem betreffenden Arbeitgeber bewerben würden.

Vor dem Start des Oktoberfests zeigt eine Analyse von Visa, wie stark die Wiesn die Wirtschaft bewegt. Während der Festwochen 2025 stiegen die Ausgaben in München um 30 Prozent gegenüber gewöhnlichen Sommertagen. An Spitzentagen erreichte das Plus fast 70 Prozent.

Wenn es um einen Kunden-, Messe- oder Fortbildungsbesuch, dann brauchen Arbeitnehmer eine Möglichkeit, dort hinzukommen. Doch was, wenn der Weg mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu beschwerlich oder nicht machbar ist? Darf der Chef dann verlangen, dass Angestellte ihr eigenes, privates Auto verwenden?

Die Mehrheit der Erwerbstätigen ist laut einer Umfrage bereit, mehr zu arbeiten - sofern die Rahmenbedingungen dafür stimmen. Zugleich empfindet jeder Zweite die politische Debatte um längere Arbeitszeit als demotivierend.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2026 um 6,7 Prozent gestiegen. Das Gastgewerbe weist mit 59,6 Fällen je 10.000 Unternehmen eine der höchsten Insolvenzhäufigkeiten auf.

Eine Studie von HolidayCheck zeigt, dass fast ein Drittel der Online-Bewerter bereits den Verlust eigener Rezensionen erlebt hat. Die negativen Erfahrungen hinterlassen spürbare Spuren bei den Verbrauchern.

Überregulierung und Bürokratie belasten nach Einschätzung von Steuerberatern den Mittelstand in Deutschland weiterhin am stärksten. Nach aktuellen Daten des DATEV-Seismografen sehen 83 Prozent der Befragten ihre Mandanten von diesen Hürden betroffen.

Die Sachbezugswerte für Verpflegung sollen 2027 steigen. Für Mittag- und Abendessen sind 4,70 Euro vorgesehen, wodurch unter den steuerrechtlichen Voraussetzungen Essenszuschüsse von bis zu 7,80 Euro möglich werden.