Wirtschaftlicher Druck auf Reisebranche, Freizeitwirtschaft und Hotellerie steigt

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Die wirtschaftliche Belastung von Unternehmen aus Reisebranche, Freizeitwirtschaft und Gastgewerbe in Europa ist nach Angaben von Weil, Gotshal & Manges deutlich gestiegen. Für den zusammengefassten Wirtschaftszweig weist der Weil European Distress Index im August 2026 einen Wert von +1,2 aus, nach −2,1 im August 2025. Damit liege die Belastung inzwischen über dem langfristigen Durchschnitt, erklärt die Wirtschaftskanzlei in ihrer Veröffentlichung vom 7. Oktober 2026.

Die Belastung habe sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch gegenüber dem Vorjahr deutlich zugenommen. Die Nachfrage nach Reisen und Unterkünften sei vergleichsweise widerstandsfähig geblieben. Weil nennt jedoch höhere Treibstoff-, Lohn-, Energie- und sonstige Betriebskosten als zunehmende Belastung für die Margen. Hinzu komme die anhaltende geopolitische Unsicherheit.

Der langfristige Durchschnitt entspricht im Index einem Wert von null. Positive Werte kennzeichnen eine überdurchschnittliche, negative eine unterdurchschnittliche wirtschaftliche Belastung.

Cushman & Wakefield weist sinkende Betriebsergebnisse in Berlin aus

Unterschiedliche Entwicklungen der Hotelbetriebsergebnisse dokumentiert Cushman & Wakefield im europäischen Hotelbericht für das erste Halbjahr 2026. Die Auswertung basiert auf HotStats-Stichproben von Markenhotels mit umfassendem Leistungsangebot.

Für die zwölf Monate bis einschließlich Juni 2026 nennt der Bericht einen Rückgang des Bruttobetriebsergebnisses je verfügbarem Zimmer in der untersuchten Berliner Hotelstichprobe um zwölf Prozent auf 50 Euro. Diese Kennzahl wird im Bericht als GOPPAR bezeichnet. Im vorangegangenen Zwölfmonatszeitraum habe der Berliner Wert bei 57 Euro gelegen.

Für Barcelona weist Cushman & Wakefield einen Rückgang um elf Prozent auf 102 Euro aus. In Paris sei der GOPPAR um sechs Prozent auf 161 Euro gesunken. Paris bleibe damit der Markt mit dem höchsten Wert im untersuchten Städtevergleich. Als Erklärung für den Rückgang verweist der Bericht auf den Vergleichszeitraum, der die Olympischen Spiele von Paris 2024 einschließe.

London habe einen Anstieg um fünf Prozent auf 158 Euro verzeichnet, Edinburgh um acht Prozent auf 130 Euro. Den stärksten Zuwachs nennt der Bericht für Mailand mit 34 Prozent auf 115 Euro.

In der Hälfte der 14 untersuchten Städte sei der GOPPAR gestiegen, in der anderen Hälfte gesunken. Über die untersuchten Märkte hinweg weist Cushman & Wakefield einen durchschnittlichen Anstieg um ein Prozent auf 97,6 Euro aus.

Die Berliner Hotelstichprobe erreicht die niedrigste Marge im Städtevergleich

Bei der Bruttobetriebsergebnismarge habe die untersuchte Berliner Hotelstichprobe in den zwölf Monaten bis Juni 2026 einen Wert von 26 Prozent erreicht. Das sei der niedrigste Wert im ausgewiesenen Städtevergleich. Gegenüber dem vorangegangenen Zwölfmonatszeitraum sei die Marge um 2,7 Prozentpunkte zurückgegangen.

Für Barcelona nennt Cushman & Wakefield einen Rückgang um 3,1 Prozentpunkte, für Paris um 2,6 Prozentpunkte. Die ausgewiesenen Margen hätten dort bei 42 beziehungsweise 38 Prozent gelegen.

London habe mit 47 Prozent die höchste Marge erreicht. Für Edinburgh und Prag weist der Bericht jeweils 46 Prozent aus, für Mailand und Lissabon jeweils 45 Prozent. Im Durchschnitt der 15 ausgewählten Märkte habe die Marge bei rund 40 Prozent gelegen und gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,2 Prozentpunkte zugelegt.

Im Halbjahresvergleich steigen die durchschnittlichen Erlöse stärker als Kosten

Eine gesonderte Auswertung vergleicht das erste Halbjahr 2026 mit dem ersten Halbjahr 2025. Für diesen Zeitraum beziffert Cushman & Wakefield den durchschnittlichen Anstieg der Gesamterlöse je verfügbarem Zimmer auf 3,1 Prozent. Die Kosten je verfügbarem Zimmer hätten um zwei Prozent zugenommen. Der durchschnittliche GOPPAR sei um 4,6 Prozent gestiegen.

Die Personalkosten nennt der Bericht als wichtigsten Kostentreiber. Je verfügbarem Zimmer hätten sie durchschnittlich um 1,7 Prozent zugelegt. Die größten Zuwächse weist die Auswertung für Budapest mit 10,6 Prozent, Paris mit 7,5 Prozent und Mailand mit 7,1 Prozent aus.

Beim GOPPAR zeigt die Halbjahresauswertung für Mailand einen Anstieg um 59 Prozent und für Paris um 30 Prozent. Für Berlin weist sie dagegen einen Rückgang um sieben Prozent aus, für Barcelona um neun Prozent. In Brüssel sei die Kennzahl um 14 Prozent, in Amsterdam um 22 Prozent gesunken.

Die Halbjahresauswertung und die Auswertung der zwölf Monate bis Juni 2026 verwenden unterschiedliche Vergleichszeiträume. Der für Paris ausgewiesene GOPPAR-Anstieg im ersten Halbjahr steht somit neben einem Rückgang im Zwölfmonatsvergleich. EMEA Hotels H1 2026 Report.pdf

Der Weil-Gesamtindex zeigt einen leichten Rückgang der wirtschaftlichen Belastung

Über alle im Weil-Index untersuchten Wirtschaftszweige hinweg sei die Belastung von +2,8 im Mai auf +2,7 im August 2026 zurückgegangen. Gegenüber August 2025 sei der Gesamtwert unverändert geblieben. Profitabilität, Investitionen und Liquidität nennt die Kanzlei weiterhin als wesentliche Belastungsfaktoren.

Im Ländervergleich habe Frankreich mit +4,8 Deutschland als am stärksten belasteten untersuchten Markt abgelöst. Für Deutschland sei der Wert von +4,8 auf +4,4 gesunken, liege aber weiterhin über dem Vorjahresniveau. Weil verweist auf höhere Energiekosten und restriktive Kreditbedingungen als anhaltende Belastungen für die Unternehmen.

Im Vereinigten Königreich sei der Index von +4,4 auf +4,0 zurückgegangen. Spanien und Italien habe die Untersuchung mit einem gemeinsamen Wert von −0,2 als am wenigsten belasteten Markt ausgewiesen. Diese Länderwerte beziehen sich auf die untersuchten Wirtschaftszweige insgesamt.

Der vierteljährlich veröffentlichte Weil-Index basiert auf Daten von mehr als 3.750 börsennotierten europäischen Unternehmen. Er bündelt 16 Indikatoren aus sechs Bereichen und soll finanzielle Belastungen sowie Ausfallrisiken frühzeitig erfassen. Reise, Freizeit und Gastgewerbe bilden dabei eine gemeinsame Branchengruppe. Die Untersuchung unterscheidet insgesamt zehn Branchengruppen und fünf geografische Auswertungen.

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