YouGov-Analyse: Deutsche Haushalte kaufen häufiger Bio als je zuvor

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Der deutsche Markt für Bio-Produkte hat sich im Jahr 2025 gefestigt. Aktuelle Daten des YouGov Shopper Panels belegen, dass Bioprodukte sowohl beim Umsatz als auch bei der Absatzmenge Zuwächse verzeichnen. Trotz einer anhaltenden Preissensibilität der Konsumenten stieg der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln und -Getränken im Zeitraum bis einschließlich November 2025 um 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Deutsche Haushalte erwerben demnach durchschnittlich fast 60-mal pro Jahr mindestens ein Produkt aus ökologischer Erzeugung, was eine Steigerung gegenüber dem Jahr 2022 darstellt.

Marktentwicklung in verschiedenen Handelskanälen

Die Analyse zeigt eine Verschiebung und Ausweitung der Absatzwege. Während Discounter weiterhin den größten Anteil am Bio-Gesamtumsatz halten, erzielen Drogeriemärkte durch den Ausbau ihrer Sortimente derzeit die höchsten Wachstumsraten. Auch Vollsortimenter im Lebensmitteleinzelhandel legen zu, während der Bio-Fachhandel nach einer Phase der Stagnation wieder ein positives Wachstum aufweist. Bei der Markenwahl dominieren weiterhin die Eigenmarken des Handels, jedoch konnten 2025 auch klassische Bio-Markenartikel erstmals wieder Zuwächse generieren.

Heterogene Käuferstrukturen und Kaufmotive

Die Verknüpfung der Shopper-Daten mit den Sinus-Milieus verdeutlicht, dass die Käuferschaft von Bio-Produkten sehr unterschiedliche Profile aufweist. Das Postmaterielle Milieu bildet die Kernzielgruppe. Für diese bildungsorientierten Konsumenten ist der Kauf von Bio-Produkten ein Ausdruck von Nachhaltigkeit und Umweltverantwortung, wobei sie überdurchschnittlich oft im Fachhandel und in Drogerien einkaufen.

Im Gegensatz dazu steht das Milieu der Performer. Diese leistungsorientierte Gruppe betrachtet Bio-Produkte primär als Premium- und Statusartikel, die eine gesunde und leistungsfördernde Ernährung unterstützen. Hier spielen insbesondere Markenprodukte eine wesentliche Rolle. Das junge Expeditive Milieu sucht hingegen nach Innovationen, neuen Herstellungsverfahren oder internationalen Trends wie der regenerativen Landwirtschaft.

Bedeutung für das preisbewusste Segment

Auch im Traditionellen Milieu sind Bio-Produkte verankert, wenn auch unter anderen Vorzeichen. Da in diesen Haushalten viel selbst gekocht wird, ist die Abnahmemenge pro Haushalt überdurchschnittlich hoch. Diese Käufergruppe agiert jedoch stark preisbewusst und greift bevorzugt zu günstigen Angeboten. Ihre Motive liegen in der Regionalität, dem Vertrauen in lokale Erzeuger und dem Wunsch nach unbelasteten Lebensmitteln.

„Bio spielt je nach Lebenswelt eine ganz unterschiedliche Rolle – als Ausdruck von Haltung, als Premium- und Statusprodukt oder als vertrauenswürdige Wahl für den Alltag“, erklärt Petra Süptitz, Director Insights & Future Growth bei YouGov. Die Daten legen nahe, dass für einen nachhaltigen Markterfolg eine differenzierte Ansprache der verschiedenen Milieus in Bezug auf Sortiment und Preisgestaltung notwendig ist.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

In vielen Branchen und Betrieben geht es längst nicht mehr ohne ausländische Fachkräfte. Die dahinterliegenden Zahlen zeigen klare Trends.

Sind Beschäftigte in Deutschland zu oft krank? Eine neue Studie stützt Kritiker. Die großen Arbeitsausfälle haben demnach erhebliche Auswirkungen für die deutsche Wirtschaft.

Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer enttäuscht im Januar. Am Bau hellte sich die Stimmung der Unternehmen auf. Den Trend sieht das Ifo auch im Handel. Im Dienstleistungssektor und im Tourismus trübte sich das Geschäftsklima hingegen ein.

Dass simple Passwörter nicht sicher sind, hat wohl fast jeder schon einmal gehört - hält aber viele nicht davon ab, leichtsinnige Zugangsdaten zu verwenden. Eine Auswertung - und wie es besser geht.

Manchmal stellt einen das Universum hart auf die Probe: Man hat einen neuen Arbeitsvertrag gerade unterschrieben, aber plötzlich kommt ein noch besseres Angebot. Was tun? Lässt sich in diesem Fall das Arbeitsverhältnis beenden, bevor der Job überhaupt angefangen hat?

Die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 13,90 Euro zum 1. Januar 2026 hat branchenübergreifend Auswirkungen, trifft jedoch das Gastgewerbe in besonderem Maße. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ist fast jeder zweite Arbeitsplatz in dieser Branche von der neuen Lohnuntergrenze betroffen.

Der aktuelle DATEV Mittelstandsindex belegt eine weiterhin schwierige Lage für mittelständische Betriebe. Während die Umsätze im Dezember erneut sanken und das Weihnachtsgeschäft im Handel schwach ausfiel, setzt sich insbesondere in der Gastronomie der personelle Rückbau fort.

Der Umgang mit Alkohol verändert sich in Deutschland. Viele verzichten einer Umfrage zufolge inzwischen ganz oder teilweise darauf, vor allem Jüngere.

Filmen verboten? Mitnichten. Unter Umständen dürfen Arbeitgeber Kameras am Arbeitsplatz installieren - sogar verdecktes Filmen kann erlaubt sein. Dafür braucht es in Deutschland aber sehr gute Gründe.

Trotz einer kurzfristigen Belebung im Herbst bleibt die wirtschaftliche Bilanz des deutschen Gastgewerbes im Vorjahresvergleich negativ. Nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sind die preisbereinigten Erlöse im November 2025 gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken, während die nominalen Umsätze aufgrund der Teuerung gestiegen sind.