Bayerische Wirte beklagen steigende Preise

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Die bayerischen Wirte sehen ihre Branche nach dem Ende der meisten Corona-Beschränkungen erneut in der Krise. «Die Kosten steigen wöchentlich, jeden Tag kommen Schreiben unserer Lieferanten, die Energieaufschläge verlangen und Teuerungen ankündigen. So schnell können wir die Speisekarten gar nicht anpassen«, sagte die Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, Angela Inselkammer, am Montag auf dem Münchner Frühlingsfest. «Die Lage ist auch bei uns sehr ernst.»

Gastronomie und Ferienhotels hätten zwar einen wahren Ansturm erlebt, aber Tagungs- und Stadthotellerie hätten es bis heute sehr schwer. «Auch die Preisanpassungen haben ihre Grenzen. Viele Gäste können sich dann einen Besuch in der Gastronomie oder einen Urlaub nicht mehr leisten», sagte Inselkammer. Langfristige Buchungen blieben aus. Die Firmenkunden hielten sich mit Veranstaltungen zurück.

Die Pandemie sei für die Branche mit «zwölf Monaten Berufsverbot» eine Katastrophe gewesen, sagte Inselkammer. Trotz staatlicher Hilfsprogramme und Kurzarbeit seien die Wunden noch nicht verheilt, sagte die Verbandspräsidentin und forderte leichtere Arbeitsgenehmigungen für ausländische Arbeitskräfte sowie flexiblere Regeln bei der Wochenarbeitszeit.

Ministerpräsident Markus Söder habe im Bund vor zwei Jahren die Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen auf 7 Prozent erreicht, sagte Inselkammer unter großem Beifall der rund 3000 Wirte im Festzelt. Sie erwarte, dass die neue Bundesregierung es dabei auch über den 31. Dezember hinaus belasse. Bundeskanzler Olaf Scholz und Finanzminister Christian Lindner hätten ihr Wort gegeben. «Wir gehen auf die Straße, wenn es nicht kommt.» Wenn die Bundesregierung «Unsummen überall» zusage, dürfe nicht «den Unternehmern vor Ort, die Steuern zahlen und Beschäftigung bieten, die Luft zum Atmen genommen» werden.

Die 340 000 Beschäftigten in bayerischen Hotels und Gaststätten bekommen seit April 7 Prozent mehr Lohn. Mit weiteren Lohnerhöhungen steigt der Bruttolohn einer ausgelernten Köchin bis April 2023 um 367 auf 2621 Euro. Die Branche bringe nicht nur Flüchtlinge unter, sondern biete ihnen auch Arbeit, betonte Inselkammer. (dpa)


 

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