Burger King-Werbekampagnen bleiben voraussichtlich erlaubt

| Gastronomie Gastronomie

Die US-Schnellrestaurantkette Burger King kann hungrige Kunden aller Voraussicht nach auch künftig mit Kampfpreis-Aktionen in die Filialen locken. Ein gegen die regelmäßigen Rabatte rebellierender Berliner Burger-King-Wirt hat nach der mündlichen Verhandlung vor dem Münchner Oberlandesgericht am Donnerstag quasi keine Chance, seine Klage gegen die europäische Muttergesellschaft Burger King Europe zu gewinnen.

Gastronom Ahmad Asmar argumentiert, dass die von Burger King vorgegebenen Sonderpreise gegen das Verbot der Preisbindung im Kartellrecht verstoßen. Dem folgten die Richter nicht. Die Werbeaktionen seien nicht kartellrechtswidrig, sagte der Vorsitzende Richter Andreas Müller. «Unsere vorläufige Auffassung geht momentan zu Ihren Lasten aus.» Ursprünglich waren es zwei klagende Wirte, von denen aber nur noch einer das Verfahren weiter betreibt.

Die meisten Burger-King-Wirte sind Franchisenehmer. Sie übernehmen Marke, Produkte und Design des US-Konzerns und zahlen dafür vom Umsatz abhängige Gebühren. Das finanzielle Risiko tragen die Wirte, sie arbeiten als unabhängige Unternehmer. Andere Gastroketten praktizieren das ähnlich, in dem Prozess geht es aber nur um Burger King.

Asmar, Betreiber des Burger King am Berliner Alexanderplatz, sieht die Werbeaktionen mit Kampfpreisen als Verstoß gegen das Kartellrecht. Sein Argument: Ein Lieferant darf seinen Händlern nicht deren Preise vorschreiben. Auslöser des Prozesses sind die langjährigen Werbeaktionen «King des Monats» und «Probierwochen», bei denen die Muttergesellschaft «unverbindliche Preisempfehlungen» aussprach: Ein Menü für 3,99 Euro, das normalerweise mehr als 6 Euro kostete.

Der Gastronom und sein Anwalt argumentieren, dass Burger King den Restaurantbetreibern damit faktisch eine Preisbindung vorschreibe - nicht zuletzt, weil sich die Gäste massiv beschweren, wenn ein Betreiber nicht an den Werbekampagnen teilnimmt. Nach Asmars Darstellung haben die Aktionen für Restaurant-Betreiber negative Folgen: Einerseits werden demnach wegen steigender Umsätze höhere Lizenzgebühren an die Muttergesellschaft fällig, gleichzeitig sinken wegen der niedrigen Preise die Gewinne.

Der Kartellsenat sieht in den Werbekampagnen keinen Gesetzesverstoß. Erlaubt ist die Festsetzung von Höchstpreisen, wie Richter Müller erläuterte. Verboten wäre das Vorgehen von Burger King Europe demnach nur, wenn fixe Preise diktiert würden - also die Burger weder teurer noch billiger verkauft werden dürften. Burger King verbietet den Franchisenehmern aber nicht, die Preise auf eigene Rechnung zu senken. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Übernahme von Just Eat durch Takeaway.com vor neuer Hürde

Die seit Monaten geplante Übernahme des Essenlieferdienstes Just Eat​​​​​​​ durch die niederländische Lieferando-Mutter Takeaway.com wird von der britischen Wettbewerbsbehörde CMA nun doch unter die Lupe genommen. Die CMA hat sich umentschieden.

Ursache für Brand in der «Schwarzwaldstube» bleibt ungeklärt

Die Ursache für das verheerende Feuer im Drei-Sterne-Restaurant «Schwarzwaldstube» in Baiersbronn wird wohl nicht mehr eindeutig geklärt werden können. Zwar seien keine Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung gefunden worden. Doch gibt es kein abschließendes Ergebnis zur Brandursache.

Noma schenkt drei Monate bezahlte Auszeit

René Redzepi, Chefkoch des Spitzenrestaurants Noma in Kopenhagen, hat derzeit drei Monate bezahlten Urlaub. Eine neue Leistung, die nicht nur dem Küchenchef zusteht. Tatsächlich handelt es sich dabei um ein neues Angebot für alle Mitarbeiter, die schon eine gewisse Zeit im Noma tätig sind.

Geschmack des Wandels: Wird McDonald's in Russland zum Volksernährer?

Mit dem Aufbruch kam der Burger: Vor drei Jahrzehnten wurde in Moskau die erste McDonald's-Filiale eröffnet. Anfangs standen die Menschen vor der US-Fastfoodkette Schlange, gegen den Konzern kommt heute kein russisches Unternehmen an. Doch es gibt Gegenwind.

Sternerestaurant-Aus: Schuhbeck ändert Konzept und kontert Schuldengerüchte

Nach den Berichten über das „Aus“ seines Sternerestaurants „Alfons“ hat sich Alfons Schuhbeck nun zu Wort gemeldet. Demnach soll das Restaurant wieder an den Start gehen. Wann und mit welchem Team stehe aber noch nicht fest. Gerüchte über seine Finanzen kontert Schuhbeck direkt.

Egerner Höfe: Sternekoch Thomas Kellermann stellt regionale Partner vor

Regionalität und Saisonalität, das ist das kulinarische Credo von Küchenchef Thomas Kellermann, der im Relais & Châteaux Park-Hotel Egerner Höfe in Rottach-Egern am Tegernsee die Löffel schwingt. Am 22. März erfahren seine Gäste, woher die Zutaten seiner Gerichte stammen.

Medien: Alfons Schuhbeck schließt sein „Fine Dining-Restaurant“

Wie die Restaurant Ranglisten berichten, ist das Sternerestaurant Alfons von Alfons Schuhbeck seit Jahresbeginn geschlossen. Eine Anfrage des Portals, ob es sich um eine dauerhafte Schließung handle, ließ das Unternehmen zunächst unbeantwortet. Der Abgang von Küchchef Kriegs ist sicher.

Staatsministerium ehrt bayerische Restaurants für regionaltypische Küche

Für ihre regionale Gastronomie sind 25 Restaurants in Bayern vom Ernährungsministerium und dem DEHOGA Bayern ausgezeichnet worden. «Unsere Wirtshäuser sind wichtige Botschafter der bayerischen Lebensart», sagte Ministerin Michaela Kaniber in München.

Bigchefs zieht Bilanz in Frankfurt und plant weitere Standorte

Die Restaurantkette Bigchefs zieht nach den letzten Monaten am ersten Standort in Deutschland und Kontinentaleuropa positive Bilanz. Seit dem 5. September bewirtet das Café- und Brasserie-Konzept im „Foodtopia“ des Frankfurter Einkaufszentrums „MyZeil“ die Gäste.

Grüne Woche: Streetfood-Feeling für zu Hause

Keine Zeit fürs Restaurant? Und trotzdem schnell was Warmes für den kleinen oder großen Hunger? Am besten gleich um die Ecke, direkt auf die Hand. So funktioniert das Prinzip Streetfood. Drei Aussteller der Grünen Woche verraten, wie man sich das Streetfood-Feeling nach Hause holt.