Corona: Discotheken und Clubs kämpfen für eine Öffnungsperspektive

| Gastronomie Gastronomie

Die aktuellen Äußerungen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, mit denen er die fehlende Perspektive für Clubs und Discotheken begründete, sorgen in der Branche für große Irritation.

„Clubs und Discotheken können sehr wohl Schutz- und Hygienemaßnahmen verantwortungsvoll umsetzen und werden heutzutage professioneller betrieben, als sich das mancher Politiker vorstellt", erklärt BDT-Präsident Hans-Bernd Pikkemaat. Die Lage der Branche sei dramatisch. „Die Verzweiflung wächst von Tag zu Tag. Tausende Betriebe wissen nicht, wie sie durch die Krise kommen können“, so Pikkemaat. „In dieser Ausnahmesituation stoßen die Einschätzungen von Herrn Söder und das Verneinen jedweder Öffnungsperspektive bei den Clubs und Diskotheken auf absolutes Unverständnis.“

Grund der Verärgerung sind Aussagen von Markus Söder gegenüber der Presse, die Tanzwilligen „können ja Zuhause mit ihrer Partnerin tanzen“. Zudem zeigte sich der Ministerpräsident skeptisch, dass die Branche „Namenslisten wie in der Gastronomie führen“ könne. Söder befürchtet, dass „auf solchen Listen Donald Duck, Mickey Maus oder Superman“ stehen würden. Das Gegenteil sei der Fall, so Pikkemaat. Clubs und Discotheken führten schon seit Jahren namentliche Gästelisten, vermieteten personalisierte Lounges und ließen jugendliche Gäste zwischen 16 und 18 Jahren und ihre Aufsichtsperson nur mit Namensangabe unter Vorlage des Personalausweises und einer schriftlichen Bestätigung der Eltern („Muttizettel“) in den Betrieb. „Das Vorzeigen des Personalausweises und die exakte Kontrolle durch die Security ist in vielen Betrieben bereits gängige Praxis“, stellt der BDT-Präsident klar. „Allein für das Gäste-Marketing per E-Mail oder SMS pflegen Clubs und Discotheken schon seit langer Zeit sehr sorgfältig digitale Gästedaten. Aktuell bereiten sich die Betriebe intensiv auf die Sicherstellung der lückenlosen Nachverfolgung vor.“

Für eine Einschätzung der Risikolage müsse ebenso berücksichtigt werden, dass „Clubs und Discotheken strengen Auflagen unterliegen und daher hochdimensionierte Lüftungsanlagen vorhalten müssen.“ Die Gäste kämen im Übrigen überwiegend aus der jeweiligen Region. „Die Branche hat sehr wohl eine Perspektive noch vor Verfügbarkeit eines Impfstoffes verdient“, sagt Pikkemaat. „Ein umfassendes Konzept der Branche mit praxistauglichen wie effektiven Schutz- und Hygienemaßnahmen wird in Kürze vorgelegt.“ Dazu gehören Instrumente zur Gästeregistrierung über Apps, Ticketing und oder E-Mail, Temperaturmessung der Gäste und kontinuierliche Tests für Mitarbeiter – eine Abstandsregelung wäre allerdings unrealistisch. „Clubs- und Discothekenbetreiber sind es gewohnt, sich permanent auf ändernde Marktbedingungen erfolgreich einzustellen. Sie zeichnen sich durch ein hohes Maß an Flexibilität, Kreativität und Professionalität aus. Und genau das ist jetzt gefragt“, so Pikkemaat und fordert eine konkrete Öffnungsperspektive für die Branche.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) hat eine neue Themenseite „Küchenbetriebe“ veröffentlicht. Diese bündelt nach Angaben der BGN relevante Anforderungen und Praxishinweise für Betriebe mit Küchen und ist im Bereich „Branchenwissen“ verfügbar.

Eat Happy Group und Hana Europe verhandeln über eine Fusion mit dem Ziel, eine europäische Plattform für asiatische Fertiggerichte aufzubauen. Die Umsetzung steht unter Vorbehalt von Genehmigungen und Betriebsratsanhörungen.

Das 39. Schleswig-Holstein Gourmet Festival verzeichnete rund 2.420 Gäste und über 12.700 servierte Speisen. Neben kulinarischen Schwerpunkten durch 22 Gastköche stand ein Charity-Dinner zugunsten des Kinderschutzbundes im Mittelpunkt der Saison.

Spitzenköche mit insgesamt 26 Michelin-Sternen trafen sich Ende März in Kitzbühel zum Wettbewerb Koch-Legenden am Hahnenkamm. Neben einem Skirennen standen handwerkliche Prüfungen und der fachliche Austausch im Mittelpunkt.

Die Berliner Restaurant-Reservierungsplattform Quandoo wird ihren Betrieb einstellen. Das Unternehmen teilte auf seiner Webseite mit, die Plattform bis Ende Dezember 2026 „in einem geplanten und geordneten Prozess“ abzuwickeln.

Klüh Catering kooperiert mit der TU Dortmund und dem Universitätsklinikum Essen im Projekt Green Hospital Food. Die Initiative strebt eine klimaneutrale und gesundheitsfördernde Verpflegung im Krankenhaussektor bis 2027 an.

Eine aktuelle Bitkom-Studie belegt, dass die Mehrheit der Deutschen voreingestellte Trinkgeldoptionen an Kartenterminals ablehnt. Vor allem mangelndes Vertrauen in die Weiterleitung der Beträge und die Beeinflussung der Trinkgeldbeträge durch feste Prozentsätze sorgen für Skepsis.

Das Münchner Gastronomiekonzept „Kneipe 80“ soll nach Angaben des Unternehmens künftig auch außerhalb der Stadt umgesetzt werden. Erste neue Standorte sind in Augsburg und am Tegernsee geplant.

Bayerisches Bier ist auch in den USA sehr beliebt. Texaner müssen dafür künftig nicht mehr unbedingt über den großen Teich fliegen. Auch in einer Kleinstadt bei Dallas heißt es bald «O zapft is».

L’Osteria hat ihren ersten Standort in Halle an der Saale eröffnet. Im ehemaligen Kaufhof am Marktplatz bietet das Restaurant Platz für insgesamt 369 Gäste im Innen- und Außenbereich.