Countdown zum Anstich: Was beim Stuttgarter Frühlingsfest wichtig wird

| Gastronomie Gastronomie

In Stuttgart läuft zwischen Festzelt und Cannstatter Kanne mal wieder der Countdown für die große Frühjahrssause auf dem Wasen. Auf dem Frühlingsfest laden vom Samstag (19. April) an bis zum 11. Mai rund 240 Schausteller, Wirte und Marktkaufleute auf das Areal am Neckar-Ufer. 

Die Veranstalter erwarten auch in diesem Jahr mehr als eine Million Besucher - das ist allerdings eine arg konservative Schätzung. Im vergangenen Jahr waren offiziell mehr als 1,4 Millionen Menschen gezählt worden - allerdings hatte das Fest auch aus anderen Gründen bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. 

Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wann geht's los und wann hat's geöffnet?

Ziemlich pünktlich um 11.30 Uhr wird am 19. April das erste Fass vom «Wasen-Bürgermeister» Thomas Fuhrmann im Festzelt «Zum Wasenwirt» angestochen. Alle Geschäfte sind traditionell schon ab 11.00 Uhr in Betrieb. Bis zum 11. Mai ist der Wasen danach montags bis freitags ab 12.00 und samstags sowie sonntags ab 11.00 Uhr geöffnet. Schluss ist zwischen Sonntag und Donnerstag um 23.00 Uhr, freitags und samstags um Mitternacht. 

Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel: Am 20. April (Ostersonntag) wird erst um Mitternacht geschlossen, das ist auch am 30. April wegen des anschließenden Feiertags der Fall. Am 1. Mai, dem «Tag der Arbeit», wird auch auf dem Frühlingsfest länger geschafft, Start ist dann bereits um 11.00 Uhr, ebenso am 21. April (Ostermontag). 

Wann wird es besonders voll?

Normalerweise drängelt es sich vor allem an einem Feiertag wie dem 1. Mai stärker auf dem Wasen und in den Festzelten. Auch am Tag zuvor werden mehr Besucher erwartet als an einem normalen Werktag. Am 25. April empfängt der VfB Stuttgart im Abendspiel (20.30 Uhr) den 1. FC Heidenheim im Württemberg-Derby, zwei Wochen später ist ebenfalls abends der FC Augsburg zu Gast (19.30 Uhr). An beiden Abenden dürften vor und nach dem Spiel Tausende Fans auf das Areal neben dem Stadion strömen. Auch die Auslastung der Parkplätze dürfte dann höher sein als an anderen Tagen.

Auch Tennis- und Musikfans könnten Termine in der Porsche-Arena oder der Schleyer-Halle für einen Ausflug auf den Wasen nutzen: Denn an den ersten Tagen des Frühlingsfestes wird um den Titel beim Porsche Tennis Grand Prix 2025 gespielt, am 11. Mai findet zudem das Handball-EM-Qualifikationsspiel zwischen Deutschland und der Türkei dort statt (16.00 Uhr). Und Sängerin Shirin David macht am 25. April (20.00 Uhr) auf ihrer «Schlau aber Blond»-Tour Station in der Schleyer-Halle. 

War da nicht was im vergangenen Jahr?

Richtig, denn für Schlagzeilen sorgte das Fest 2024 nicht nur durch Rummel und Festzelt-Party, sondern auch durch die Magen-Darm-Erkrankung zahlreicher Besucher. Nach dem ersten Festwochenende hatten sich bei der Stadt Stuttgart mehr als 800 Menschen gemeldet, die nach dem Besuch eines Festzeltes unter Übelkeit, Durchfall und Erbrechen litten. Bei mehreren Erkrankten war das Norovirus nachgewiesen worden (Tageskarte berichtete).

Und was wird nach den Vorfällen für Hygiene und Sicherheit getan? 

Stadt und Veranstalter haben die Hygienemaßnahmen verstärkt. Es soll mehr Kontrollen bei Lebensmitteln geben, zusätzliches Reinigungspersonal und eine engere Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt.

Wann lohnt es sich am meisten für eine Familie?

Der Besuch auf dem Rummel am Neckar-Ufer könnte sich - auch finanziell - für Familien besonders an den drei Familien-Mittwochstagen 23.4., 30.4. und 7.5. auszahlen. Viele Schausteller, Gastronomen und Marktkaufleute bieten dann ermäßigte Preise an, außerdem sind Stelzenläufer und Luftballonkünstler unterwegs. Auch das Parken auf dem Wasen ist an den Familientagen günstiger.

Wie kommt man am besten hin?

Wie immer: mit dem Fahrrad, zu Fuß, mit Bus oder Bahn und notfalls auch mit dem Auto. Die Stadtbahn-Haltestelle Cannstatter Wasen liegt direkt am Festgelände, die U11 fährt als Sonderlinie vom Hauptbahnhof direkt dorthin und zurück. An Werktagen passt die Linie U19 zum und vom Wilhelmsplatz (Bad Cannstatt), obendrein bringen die Linien U1, U2, U13 und U16 Frühlingsfestbesucher dorthin. Zur Mercedesstraße geht es mit den Linien U1, U2, U13 und U16. Die S-Bahnen S1, S2 und S3 sowie viele Regionalbahnen fahren zum Bahnhof in Bad Cannstatt. Von dort sind es zum Volksfest rund zehn Minuten zu Fuß, immer den Schildern nach.

Wo sind die Parkplätze und was kostet es?

Bus- und Bahnhaltestellen sowie Parkplätze liegen am Festgelände. Ein Tagesticket fürs Parken des Autos kostete im vergangenen Jahr 8 Euro, für Reisebusse 16 Euro und für Motorräder 2 Euro. Aber Vorsicht: Die Stuttgarter Innenstadt ist eine Umweltzone, für die Anfahrt braucht es eine Umweltplakette. Parkplätze für Fahrräder und Motorräder gibt's unter dem Willi-Daume-Steg im Bereich des Parkplatzes P10, an der Stadtbahn-Haltestelle Cannstatter Wasen sowie links vom Wasen-Eingangstor. Fahrräder können zudem am Eingang Krämermarkt an der König-Karls-Brücke abgestellt werden.

Kostet der Wasen Eintritt?

Nein, der Bummel über das Cannstatter Volksfest ist kostenlos, der Eintritt in ein Festzelt ebenfalls. Für das weitere Vergnügen muss allerdings bezahlt werden, denn die Karusselle, Achterbahnen und die Zuckerwatte, die Grillhähnchen und das Bier oder die Limo sind natürlich nicht umsonst.

Was kostet eine Maß Bier?

Die Besucherinnen und Besucher müssen in diesem Jahr im Festzelt wieder etwas tiefer in die Tasche greifen: Der Preis für die Maß Bier steigt nach Angaben der Veranstalter leicht. Materialengpässe werden als Grund ebenso angeführt wie gestiegene Kosten für Personal und Energie sowie die höhere Platzmiete. 

Einem Sprecher zufolge wird der Preis pro Liter Bier auf dem Wasen in diesem Jahr zwischen 14,10 Euro und 14,40 Euro liegen - und damit etwas höher als noch beim Frühlingsfest im letzten Jahr. Damals waren für die Maß Bier noch je nach Festzelt zwischen 13,60 Euro und 13,80 fällig. 

Im Vergleich zum Cannstatter Volksfest im vergangenen Herbst können die Besucherinnen und Besucher des Frühlingsfestes aber je nach Festzelt sogar etwas günstiger davonkommen: Damals kostete die Maß sogar bis zu 14,70 Euro. 

Wie lässt sich ein Tisch im Festzelt reservieren?

Die Betreiber der vier Festzelte auf dem Wasen nehmen Anfragen direkt auf - gestellt werden können sie über die Webseite. Und das sollten sie auch dringend, wenn es ein Tisch an einem bestimmten Tag sein sollte, gerade mit einer Gruppe, wie die Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart empfiehlt. 

Dürfen Tiere mit auf den Wasen gebracht werden?

Nein. Mal abgesehen natürlich von Blindenhunden, die uneingeschränkt begleiten dürfen.

Seit wann gibt's eigentlich das Frühlingsfest? 

Diese Frage bleibt unbeantwortet. Denn selbst die Veranstalter wissen nicht, in welchem Jahr das erste Frühlingsfest auf dem Wasen gefeiert wurde. Es soll in den 1930ern gewesen sein. Damit wollte man einst den Schaustellern nach harten Winterwochen ohne Platz für Rummel im Frühling die Gelegenheit zum Geldverdienen geben. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Mit Bierglas in der Hand über kosmische Gammastrahlen und Malaria-Parasiten quatschen? Beim «Pint of Science»-Festival in Berlin ist das ganz normal. Was Gäste dabei sogar über Dating lernen können.

Eine Umfrage von Lightspeed zeigt: Viele Restaurantgäste wünschen sich nachhaltige Angebote, akzeptieren dafür aber nur begrenzte Preisaufschläge. Besonders gefragt sind regionale Produkte und Maßnahmen zur Müllvermeidung.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten in Thüringen hat an Verbraucher appelliert, beim Besuch im Restaurant oder Biergarten mit Trinkgeld nicht zu knausern. Mit Blick auf den «Welttrinkgeldtag» an diesem Donnerstag solle man nicht in den Sparmodus schalten.

Eine aktuelle Analyse zeigt deutliche regionale Preisunterschiede bei Aperol Spritz in der deutschen Gastronomie. Während der bundesweite Durchschnittspreis im Vergleich zu 2025 um knapp fünf Prozent stieg, zahlen Gäste im Norden und in Essen am meisten.

Die Jeunes Restaurateurs veranstalten eine Benefizveranstaltung auf der Terrasse über dem Kurhaus Baden-Baden. Der Erlös fließt in die JRE-Deutschland Foundation, um Projekte zur Ernährungsbildung von Kindern und Jugendlichen in Baden-Württemberg zu finanzieren.

Ein US-Franchisenehmer von Pizza Hut fordert mehr als 100 Millionen US-Dollar Schadensersatz. Hintergrund sind Vorwürfe gegen das KI-System Dragontail, das laut Klage zu Problemen bei Lieferzeiten und Kundenzufriedenheit geführt haben soll.

Das geplante Restaurant von Spitzenkoch Thomas Bühner im Westfield Hamburg-Überseequartier wird nicht eröffnet. Nach Angaben des Kochs zog sich ein wichtiger Investor kurzfristig aus dem Projekt zurück.

Im Münchner Innenstadtgebäude Herzog Max hat das neue Gastronomiekonzept Super* eröffnet und vervollständigt damit die fünfjährige Transformation des ehemaligen Karstadt Sports. Das Konzept kombiniert Restaurant, Bar und Ladenflächen.

Das Sternerestaurant bi:braud von Alina Meissner-Bebrout zieht im Sommer 2026 aus der Ulmer Büchsengasse in das neue Maison Meissner direkt am Ulmer Münster um. Gemeinsam mit ihrem Mann Steffen Meissner entwickelt die Köchin das historische Gebäude „Bäumle“ zu einem Hotel mit 15 Zimmern sowie Restaurant- und Barkonzept.

Die Zeltvergabe auf dem Oktoberfest ist jetzt auch ein Fall für die Justiz. Gastronom Alexander Egger wehrt sich per Eilantrag gegen die Ablehnung seiner Bewerbung für das Volkssängerzelt «Schützenlisl» auf der Oidn Wiesn.