Dehoga-Caterer drängen auf Reformen

| Gastronomie Gastronomie

Die Mitgliederversammlung der Caterer im Dehoga einen wirtschaftspolitischen Kurswechsel sowie die Ausrufung des Jahres 2026 zum Reformjahr gefordert. Im Rahmen der Fachmesse Internorga warnten die Branchenvertreter laut einer Mitteilung vor neuen Regulierungen und kritisierten insbesondere die geplanten Kennzeichnungspflichten für Fleischprodukte. Nach Ansicht des Verbandes seien die Vorhaben zur Tierhaltungskennzeichnung bei Schweinefleisch im Außer-Haus-Markt europarechtswidrig.

Der Vorsitzende Jörg Rutschke bezeichnete die Beibehaltung des Mehrwertsteuersatzes von sieben Prozent als stabilisierend für den Wettbewerb. Gleichzeitig verwies er auf die Belastungen durch gestiegene Kosten für Personal und Lebensmittel sowie eine verhaltene Nachfrage. Die Branche sieht sich laut Verbandsangaben mit wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert, die durch zusätzliche bürokratische Auflagen verschärft würden.

Forderungen nach Bürokratieabbau und flexiblen Arbeitszeiten

Die Dehoga-Bundesgeschäftsführerin Jana Schimke mahnte angesichts der aktuellen Lage dringende Reformen an, um das Wachstum in Deutschland zu fördern. Der Verband fordert einen konsequenten Bürokratieabbau sowie Entlastungen bei Steuern und Abgaben. Ein zentraler Punkt der politischen Agenda ist die Umstellung der gesetzlichen Arbeitszeitregelungen. Der Dehoga setzt sich für den Wechsel von einer Tageshöchstarbeitszeit hin zu einer Wochenhöchstarbeitszeit ein.

Zur Unterstützung dieses Vorhabens startete der Verband im Februar 2026 die Kommunikationskampagne „Wochenarbeitszeit jetzt“. Ziel sei es, die betriebliche Flexibilität zu erhöhen und die Branche von starren Zeitvorgaben zu entlasten. Schimke betonte, dass das Jahr 2026 genutzt werden müsse, um die notwendigen strukturellen Veränderungen einzuleiten.

Kritik an ausgewiteter Tierhaltungskennzeichnung

Ein wesentlicher Schwerpunkt für die Jahre 2026 und 2027 bleibt die Kita- und Schulverpflegung. Zudem lehnen die Caterer eine Ausweitung der Tierhaltungskennzeichnung auf den gesamten Außer-Haus-Markt entschieden ab. Nach Einschätzung des Verbandes würde eine solche Verpflichtung zu erheblichem Mehraufwand führen, ohne einen direkten Nutzen für den Gast zu generieren.

„Unsere Speisekarten dürfen nicht zum Beipackzettel werden“, warnte Rutschke während der Versammlung. Er betonte, dass die Bundesregierung in der Verantwortung stehe, Maßnahmen zu prüfen, welche die Wirtschaft stärken, anstatt neue Belastungen zu schaffen. Statistisch betrachtet machen die Segmente der Gemeinschaftsgastronomie, darunter die Schul- und Betriebskantinen, einen signifikanten Anteil am gesamten Markt aus, wobei regionale Unterschiede in der Kostenstruktur bestehen. Der Verband kündigte an, die Interessen der Unternehmen gegenüber der Politik verstärkt zu vertreten, um weitere Kennzeichnungspflichten abzuwenden.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Frans Zimmer, bekannt unter dem Künstlernamen Alle Farben, tritt beim Festival Chefs in Town 2026 in Düsseldorf mit zwei kulinarischen Formaten an. Gemeinsam mit Florian Conzen und Mike Süsser gestaltet der Musiker ein Restaurant-Takeover sowie ein Angebot am Foodtruck.

Beim Auswärts-Essen kommt am Ende die Rechnung, und viele geben netten Bedienungen dann auch etwas mehr. Das geht nicht nur bar. Verbraucherschützer kritisieren «Design-Tricks» bei digitalen Optionen.

Die Eat Happy Group führt mit Mrs. Yumami eine neue Marke für koreanische Lebensmittel ein. Zum Start kommt Korean Style Fried Chicken in den Sorten Sweet & Spicy und Soy & Garlic in deutsche Supermärkte.

Lufthansa nimmt ab September fünf warme Speisen in das Onboard-Delights-Angebot auf. In der Economy Class können Passagiere unter anderem Currywurst von Dönninghaus und einen Cheeseburger von Hans im Glück vorbestellen.

​​​​​​​Der Kochberuf scheint bei jungen Menschen wieder stärker gefragt zu sein. In Dresden beginnen in diesem Sommer 186 Nachwuchskräfte eine Ausbildung zum Koch oder zur Köchin. Der Beruf gewinnt nach Einschätzung des Tourismusverbandes wieder an Attraktivität.

Feinkost Käfer baut seine Aktivitäten in Japan aus. In Fukuoka hat die erste Käfer Alps Kitchen eröffnet. Das Engagement des Münchner Unternehmens in Japan reicht bis 1992 zurück – und bereits 2016 gab es Pläne für eine eigene Coffee-Shop-Kette.

Bei den Uber Eats Awards 2026 wurden durch ein öffentliches Online-Voting 16 Betriebe als Bundesland-Gewinner für das Halbfinale ermittelt. Eine Jury um Sternekoch Tim Raue kürt im Finale in Berlin den Sieger des mit 40.000 Euro dotierten Titels.

Das Gastronomiekonzept The Dawn eröffnet einen neuen Standort mit 250 Sitzplätzen auf dem Dach des Kalle Neukölln in Berlin. Neben ganztägigem Frühstück setzt der Betrieb auch auf kulturelle Veranstaltungen.

Das Berlin Food Network ist mit rund 100 Gästen in der Hauptstadt gestartet. Der neue Verein will Akteure der gesamten Food-Branche vernetzen, ihre Sichtbarkeit erhöhen und sie auch bei politischen Terminen vertreten. Eine GRW-Förderung für den weiteren Aufbau ist bereits bewilligt.

Das britische Gastronomieunternehmen Loungers expandiert erstmals nach Deutschland und eröffnet im Oktober einen Standort in Essen-Rüttenscheid. Unter dem Markennamen Southville wird das Konzept für den deutschen Markt angepasst.