Neuer Wirt für Wiesnzelt: Flößerstadl statt Münchner Stubn

| Gastronomie Gastronomie

Nach wochenlangem Hickhack ist nun auch die Vergabe für ein letztes Wiesnzelt geklärt: Der Gastronom Klaus Bartl soll den Zuschlag bekommen, wie der Münchner Wirtschaftsreferent und Wiesnchef Christian Scharpf (SPD) mitteilte. Das neue Zelt soll Bartls Flößerstadl heißen. 

Der Münchner Wirt Alexander Egger hatte ursprünglich den Vertrag der Stadt für den Platz bereits in der Tasche. Aber dann ließ er die Frist zur Unterschrift verstreichen.

Aufbau im Eiltempo 

Es habe einen breiten überfraktionellen Konsens gegeben, nun einem neuen Wirt eine Chance zu geben, sagte Scharpf nach einer internen Sitzung. «Ich freue mich, dass es uns so schnell gelungen ist, mit Klaus Bartl einen Nachfolger zu finden, der sich zutraut, den Zeltaufbau und die Betriebsvorbereitung für das Oktoberfest in der kurzen Zeit von zehn Wochen zu stemmen», erläuterte der Festleiter. «Wir werden ihm einen Vertrag für eine Hühnerbraterei anbieten.» 

Die Zeit ist knapp. Der Aufbau der anderen Zelte hatte bereits Ende Juni begonnen. Ein ganz neues Zelt auf die Beine zu stellen, bedeutet einen erheblichen Aufwand. «Ich habe wahrgenommen, dass in der Wirtefamilie eine große Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität herrscht. Deshalb bin ich zuversichtlich und freue mich auf Bartls Flößerstadl», sagte Scharpf. 

Begehrte Plätze - und eine ungeklärte Frage

Bartl betreibt bisher die Almwirtschaft in Haar und den Campingplatz in Thalkirchen, für auswärtige Oktoberfestgäste aus aller Welt ein legendärer Ort mit Festivalstimmung. Er hatte sich seit mehreren Jahren immer wieder um einen Platz auf dem Oktoberfest beworben, aber für dieses Jahr zunächst eine Absage bekommen, wie er der «tz» sagte. 

Die Plätze auf dem Oktoberfest sind höchst begehrt - warum Egger die Chance nicht wahrnahm, blieb offen. «Wir haben in dieser Sache keinen weiteren Kommentar», sagte ein Sprecher Eggers auf Anfrage. Egger hatte sich für ein großes Zelt beworben, aber keinen Zuschlag bekommen. 

Seither sorgt er für viel Wirbel - und für Unmut bei den anderen Wiesnwirten. Denn er stellt das traditionelle Vergabeverfahren der Stadt in Frage. Auf dem Klageweg lässt er prüfen, ob die Stadt die Festzelte, konkret die großen Traditionszelte Paulaner und das berühmte Anzapfzelt Schottenhamel, nach europäischem Vergaberecht zuteilen muss. Das würde eine europaweite Ausschreibung bedeuten. Dann, so warnten die anderen Wirte, würde das Oktoberfest sein unverwechselbares Gesicht verlieren. Das Fest dürfe nicht internationalen Multis geopfert werden.

In erster Instanz war Egger vor der Vergabekammer Südbayern mit seinem Vorstoß gescheitert. Dagegen legte er Rechtsmittel ein. Das Bayerische Oberste Landesgericht will nun am 11. September mündlich verhandeln, acht Tage vor Beginn des Oktoberfestes am 19. September. Egger hat angekündigt, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, «damit auf dem Oktoberfest echte Chancengleichheit gewährleistet wird». 

Für dieses Jahr wird das allerdings nichts mehr ändern. Der Aufbau des Paulaner- und des Schottenhamel-Zelts - seit mehr als 150 Jahren in Händen der Familie Schottenhamel - läuft. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Nach fünf Jahren Planung und Sanierung ist der Berggasthof Streichen im Chiemgau wieder geöffnet. Das Haus bietet 90 Plätze im Gasthof, 140 Sitzplätze im Biergarten und elf Gästezimmer; neuer gastronomischer Partner ist Augustiner-Bräu.

Das Berliner Hotel Luc ersetzt sein bisheriges Gastronomiekonzept Heritage durch das neue Angebot You. Das Restaurant und Bar-Konzept soll künftig flexibler auf urbane Gästeanforderungen reagieren.

YouLend und Just Eat Takeaway.com haben eine Zwischenbilanz ihrer Kooperation vorgelegt. Seit dem Start der Partnerschaft im Jahr 2022 wurden demnach europaweit Finanzierungen in einer Gesamthöhe von mehr als 150 Millionen Euro an Gastronomiebetriebe vermittelt.

Die Mehrheit der Deutschen befürwortet Adults-only-Gastronomie – und würde lieber ihren Vierbeiner mitnehmen als den Nachwuchs des Tischnachbarn zu tolerieren. Die Zustimmung zu Angeboten nur für Erwachsene unterscheidet sich der Umfrage zufolge deutlich nach Altersgruppen.

Klagen, Rücktritte, geplatzte Träume: Ein Münchner Wirt sorgt für Wirbel auf dem Oktoberfest. Was steckt hinter dem überraschenden Rückzug – und wer könnte profitieren?

Der Dehoga Bayern hat die Sieger des Wettbewerbs zum Lieblingsbiergarten 2026 bekannt gegeben. Mehr als 16.300 Gäste stimmten über insgesamt 72 teilnehmende Betriebe in drei Größenkategorien ab.

Mitchells & Butlers hat in der Augsburger Innenstadt eine neue Filiale ihrer Marke Alex eröffnet. In die Zusammenlegung und den aufwändigen Umbau der zwei ehemaligen Gewerbeflächen investierte das Unternehmen rund 1,7 Millionen Euro.

Wenige Wochen vor dem Oktoberfest muss die Stadt München kurzfristig einen neuen Betreiber für die Fläche der Münchner Stubn finden. Nach dem Rückzug von Alexander Egger läuft die Suche unter engem Zeitplan – ein möglicher Nachrücker steht bereits im Fokus.

Ministerpräsident Boris Rhein und DEHOGA Hessen haben in Bensheim die besten Dorfgasthäuser Hessens 2026 ausgezeichnet. Beide hoben die Bedeutung der Betriebe als Treffpunkte, Arbeitgeber und Bestandteile des gesellschaftlichen Lebens in ländlichen Regionen hervor.

Frittenwerk hat sein 50. Restaurant in Deutschland eröffnet. Der neue Standort im Halle Leipzig The Style Outlets bietet rund 80 Sitzplätze und schafft etwa 20 Arbeitsplätze.