Die Getränkekarte – Wie viel Regionalität ist möglich und sinnvoll?

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Regionale Produkte sind aus verschiedenen Gründen beliebt. Daher ist es wenig verwunderlich, dass Gastwirte solche Erzeugnisse in ihre Karten integrieren. Gerade bei den Speisen ist dies üblich. Welche Möglichkeiten gibt es jedoch, die Getränkekarte regional zu gestalten und wo sind dabei die Grenzen?

Grundsätzliche Vorteile von Regionalität auf einer Speisekarte

Grundsätzlich hat die Regionalität auf einer Speisekarte eine Reihe von Vorteilen. Gerade bei Speisen gehört eine gewisse Frische hierzu. Dies zeigt sich unter anderem am Beispiel von fangfrischem Fisch aus der Region.

Hinzu kommen weitere Faktoren, die auch für Getränke gelten können. Dazu gehört unter anderem die Identifikation der Einheimischen mit der Region. Womöglich greifen diese Gäste in einigen Fällen ganz bewusst auf solche Produkte zurück und freuen sich, wenn sie sie auf der Speisekarte in ihrem Lieblingsrestaurant finden.

Darüber hinaus können regionale Produkte auf der Karte für Touristen, die ein Restaurant besuchen, interessant sein. Sie lernen auf diese Weise den Geschmack der Region und die ein oder andere Spezialität kennen. Dies kann den Eindruck, den sie während ihres Aufenthalts bekommen, im kulinarischen Bereich abrunden.

Des Weiteren können regionale Produkte auf der Karte eines Gasthauses zu einem individuellen Aushängeschild werden. Dies gilt vor allem dann, wenn die Gegend für das entsprechende Erzeugnis bekannt ist oder es alternativ eine Besonderheit darstellt, die nicht von jedem Restaurant in der Region geführt wird.

Regionales Bier

Eine der vielen Möglichkeiten, beim Erstellen einer Getränkekarte auf regionale Produkte zu setzen, ist das Bier. Hier gibt es je nach Gegend Unterschiede zu anderen Regionen sowie Marken, die für eine bestimmte Stadt besonders bekannt sind.

Große Bierauswahl

Grundsätzlich gibt es Biere ganz verschiedener Sorten, die jeweils individuelle Besonderheiten aufweisen können. Als Basis bzw. Rahmen dient hierbei für viele Brauereien das deutsche Reinheitsgebot.

Die einzelnen Sorten wiederum lassen sich anhand des Gehaltes ihrer Stammwürze unterscheiden. So definieren sich verschiedene Biersorten wie Vollbier, Einfachbier, Schankbier und Starkbier.

Feste Bindung an eine regionale Brauerei

Einige Gaststätten binden sich fest an eine Brauerei, die in vielen Fällen in der Region ansässig ist. In diesem Rahmen kommt dann ein Brauereivertrag zustande. Oftmals wird hierin festgehalten, dass die Biere dieser Brauerei die einzigen sind, die der Gastronom ausschenken darf.

Gerade beim Aufbau eines neuen Lokals werden Gastronomen auf diese Weise von der Brauerei unterstützt. Diese beteiligen sich dann im Rahmen eines Darlehens, der zu individuellen Konditionen zurückgezahlt werden muss, unter anderem an der Finanzierung des Mobiliars und stellen zusätzlich günstig Gläser zur Verfügung.

Darüber hinaus wird das Lokal an verschiedenen Stellen mit dem Logo der Brauerei ausgestattet. Im Gegenzug verpflichtet sich der Gastronom, pro Jahr eine gewisse Menge Bier zu bestimmten Preisen abzunehmen.

Dies hat einerseits den Vorteil einer gewissen Unterstützung zu Beginn der Unternehmung. Andererseits schließt die feste Bindung in den allermeisten Fällen aus, dass andere lokale Bierspezialitäten auf die Karte gesetzt werden können.

Ob ein solcher Vertrag sinnvoll ist, hängt also unter anderem auch davon ab, wie beliebt das Bier der Partner-Brauerei ist und ob diese daran arbeitet, neue Produkte zu etablieren, die dann ebenfalls als regionale Spezialität angeboten werden können.

Regionale Alternativen zur festen Bindung

Alternativ kann ein Gastronom sich alle regionalen Möglichkeiten offenhalten. Auf diese Weise besteht die Option, eine größere Auswahl an Bieren anzubieten, für die die Region bekannt ist. Zusätzlich können neue Biere unterschiedlicher Marken aus der Gegend auf die Karte gesetzt werden.

Dabei spielen sicherlich die Craft-Biere eine Rolle. Diese werden oftmals von kleinen Brauern hergestellt und sind seit einigen Jahren im Trend. Aus diesem Grund können solche Erzeugnisse regionaler Brauer zu einer echten Besonderheit auf einer Getränkekarte werden.

Wein aus der Region

Eine weitere Möglichkeit, eine Getränkekarte regional zu gestalten, besteht im Anbieten entsprechender Weine. Einige Gegenden in Deutschland sind besonders für ihre Weinerzeugnisse bekannt. Zu diesen Anbaugebieten zählen unter anderem:

In Rheinhessen und der Pfalz sind die Anbaugebiete in den letzten Jahren um jeweils mehrere hundert Hektar gewachsen, was als Beleg für die Beliebtheit der dortigen Erzeugnisse interpretiert werden kann.

Gerade, wenn ein Restaurant in diesen und weiteren bekannten Anbaugebieten ansässig ist, kann es sinnvoll oder sogar notwendig sein, überwiegend auf regionale Produkte zu setzen. Falls solche Weine fehlen, würde womöglich vor allem unter Einheimischen Unverständnis für die ausbleibende Unterstützung der regionalen Güter und Betriebe aufkommen. Gleiches gilt für Touristen, die sich vor ihrem Urlaub umfassend mit dem Reiseziel beschäftigt haben und entsprechende Weine auf der Karte erwarten.

Des Weiteren können Gastronomen, die in weniger bekannten Weinanbaugebieten ein Lokal führen, regionalen Wein auf die Karte setzen. So entsteht womöglich für einige Gäste ein kleiner Überraschungseffekt, der zu einem besonderen kulinarischen Erlebnis beiträgt und den Horizont erweitert.  

Regionales Wasser

Auf jeder Getränkekarte findet sich zudem Wasser. Dieses wird oftmals sowohl still als auch sprudelnd angeboten.

Neben dem üblichen Mineralwasser gibt es einige Gegenden, die für ein besonderes Heilwasser bekannt sind. In Deutschland befinden sich diese vor allem im Westen und Südwesten, wie an einer entsprechenden Karte deutlich wird.

Ein solches Wasser ist besonders mineralhaltig. Wie der Name schon vermuten lässt, wird davon ausgegangen, dass es heilend wirken kann. Durch das Anbieten solcher hochwertigen Produkte aus der Region kann ein Gastronomiebetrieb sich sicherlich bis zu einem gewissen Grad von der Konkurrenz absetzen.

Regionale Softdrinks

Neben dem Wasser gibt es weitere nichtalkoholische Getränke, die in einem Gastronomiebetrieb gerne getrunken werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Cola
  • Limonaden
  • Eistee

Oftmals werden solche Getränke von bekannten Herstellern angeboten. Allerdings kann es je nach Gegend und Produzenten vor Ort sinnvoll sein, zu überlegen, auch hierbei auf regionale Varianten zurückzugreifen.

Dies gilt vor allem dann, wenn diese eine gewisse Besonderheit aufweisen. Ein solches Charakteristikum kann unter anderem in einer speziellen Geschmacksrichtung bestehen. Womöglich hat die Sorte des Getränks sogar einen regionalen Bezug, der über den Ort des Herstellers hinaus geht.

Das könnte zum Beispiel dann der Fall sein, wenn die Gegend für eine bestimmte Frucht oder Pflanze bekannt ist, nach welcher der Softdrink schmeckt. In diesem Fall hilft das Produkt dabei, eine vollumfänglich regionale Linie in die Karte zu bringen.  

Grenzen der Regionalität auf einer Getränkekarte

Allerdings kann es für das Integrieren von regionalen Produkten auf einer Getränkekarte einige Grenzen geben. Diese hängen zum einen mit den Wünschen und Gewohnheiten der Kunden zusammen. Des Weiteren können Faktoren der regionalen Produktion eine Rolle spielen.

Wünsche und Gewohnheiten der Kunden

In einigen Fällen sind die Kunden bestimmte Marken für ein Getränk gewohnt und eher überrascht, wenn diese auf der Karte vollständig durch regionale Produkte ersetzt werden. Gängige Beispiele hierfür sind Orangen- und Zitronenlimonaden oder Cola. Falls bei diesen Getränken die bekannten Standardprodukte nicht erhältlich sind, könnte dies dazu führen, dass weniger Gäste solche Drinks bestellen.

Eine sinnvolle Möglichkeit, hier doch noch auf regionale Produkte zurückgreifen zu können, bestünde darin, sie nicht als Ersatz, sondern als Alternative anzubieten. In diesem Rahmen kann dann über einen bestimmten Zeitraum beobachtet werden, wie häufig die Erzeugnisse aus der Gegend bestellt werden, um eine finale Entscheidung zu treffen, ob sie auf der Karte bleiben oder nicht.

Begrenztheit regionaler Produkte

Ein weiteres Limit kann bestehen, wenn bestimmte Getränke in der jeweiligen Region nicht auf einem hohen Qualitätsstandard hergestellt werden. Es ist wenig sinnvoll, hochqualitative Produkte aus anderen Regionen durch solche aus der direkten Gegend zu ersetzen, die geschmacklich aber nicht mithalten können.

Fazit

Regionale Produkte können eine Getränkekarte bereichern. Wenn eine Gegend für ein bestimmtes Getränk besonders bekannt ist, kann es für einen Gastronomiebetrieb sogar notwendig sein, dieses zu führen. Allerdings sollte darauf geachtet werden, Getränke nicht ausschließlich aufgrund der Regionalität auf die Karte zu setzen, denn auch die Qualität muss stimmen.


 

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