Drei-Sterne-Restaurant Arpège in Paris setzt auf pflanzliche Küche

| Gastronomie Gastronomie

Das Pariser Drei-Sterne-Restaurant Arpège unter der Leitung von Küchenchef Alain Passard vollzieht eine grundlegende Neuausrichtung. Das Restaurant wird sein Angebot nahezu vollständig auf pflanzliche Gerichte umstellen und damit Fleisch, Fisch und die meisten Milchprodukte von der Speisekarte streichen. Lediglich Honig aus den eigenen Bienenstöcken des Restaurants bleibt eine Ausnahme.

Eine kulinarische Transformation

Diese Entscheidung ist ein weiterer Schritt in Passards kulinarischer Entwicklung, nachdem er bereits in den frühen 2000er Jahren rotes Fleisch aus Arpèges Gerichten entfernt hatte. Der 68-jährige Koch, der einst für seine Bratkunst und Gerichte wie "Poulet au foin" (in Heu gegartes Huhn) bekannt wurde, etabliert sich damit als Vorreiter in der wachsenden pflanzlichen Gastronomieszene von Paris.

Alain Passard begründet seine Motivation mit einer tiefen Leidenschaft für die Natur. Er betont zudem, dass die verstärkte Verwendung von saisonalem Gemüse dazu beitragen werde, die Umweltbilanz des Restaurants zu verbessern.

"Alles, was ich mit dem Tier machen konnte, wird eine wunderbare Erinnerung bleiben", sagte Passard gegenüber Reuters. Er fügte hinzu: "Heute bewege ich mich mehr in Richtung einer Küche der Emotionen, einer Küche, die ich als künstlerisch bezeichnen könnte. Sie ist näher an der Malerei und dem Nähen... Heute bin ich ein anderer Koch."

Pionierrolle unter Sterneköchen

Arpège ist das erste Drei-Sterne-Restaurant in Frankreich, das diesen Schritt zu einer überwiegend pflanzlichen Küche vollzieht. Damit reiht es sich neben dem New Yorker Restaurant Eleven Madison Park unter Chefkoch Daniel Humm ein, das eine ähnliche Umstellung vorgenommen hat (Tageskarte berichtete).

Auf der aktuellen Speisekarte von Arpège finden sich Kreationen wie ein "Mosaik" aus Tomaten, flambierte Aubergine mit Melonen-Confit und ein Gericht aus Karotten, Zwiebeln, Schalotten und Kohl. Die Preise für ein Menü liegen bei 420 Euro, während ein Mittagessen 260 Euro kostet.

Die Umstellung bei Arpège spiegelt einen breiteren Trend wider, bei dem Verbraucher in einigen Ländern zunehmend auf Fleisch verzichten. Bei den Pariser Olympischen Spielen im vergangenen Jahr hatten die Organisatoren beispielsweise das Ziel ausgegeben, die Menge an Fleisch, die Sportlern und Zuschauern serviert wird, zu reduzieren.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Im Münchner Innenstadtgebäude Herzog Max hat das neue Gastronomiekonzept Super* eröffnet und vervollständigt damit die fünfjährige Transformation des ehemaligen Karstadt Sports. Das Konzept kombiniert Restaurant, Bar und Ladenflächen.

Das Sternerestaurant bi:braud von Alina Meissner-Bebrout zieht im Sommer 2026 aus der Ulmer Büchsengasse in das neue Maison Meissner direkt am Ulmer Münster um. Gemeinsam mit ihrem Mann Steffen Meissner entwickelt die Köchin das historische Gebäude „Bäumle“ zu einem Hotel mit 15 Zimmern sowie Restaurant- und Barkonzept.

Die Zeltvergabe auf dem Oktoberfest ist jetzt auch ein Fall für die Justiz. Gastronom Alexander Egger wehrt sich per Eilantrag gegen die Ablehnung seiner Bewerbung für das Volkssängerzelt «Schützenlisl» auf der Oidn Wiesn.

Die Schützenlisl auf der Oidn Wiesn bekommt zur Wiesn 2026 neue Betreiber. Der Münchner Stadtrat hat dem Wirte-Trio Michael Bietsch, Florian Fendt und Manfred Kneifel den Zuschlag für das Volkssängerzelt erteilt.

Laut dem aktuellen Bericht von Brand Finance erreichen die 25 wertvollsten Restaurantmarken weltweit zusammen einen Markenwert von 190,1 Milliarden US-Dollar. McDonald’s führt das Ranking erneut an, während Chick-fil-A das stärkste Wachstum verzeichnet.

Clara Schoper von der «Zephyr Bar» in München holt den Sieg beim renommierten Cocktailwettbewerb «Made in GSA». Ihr Drink scheint ein alter Bekannter: «Rum-Cola». Es sei jedoch ein Nachbau anno 2026.

Die Berliner Burgerkette Burgermeister expandiert nach Polen. Das Unternehmen plant nach eigenen Angaben mindestens 20 Standorte innerhalb von drei Jahren und strebt mittelfristig einen Jahresumsatz von bis zu 100 Millionen Euro an.

Das Hamburger Frühstückscafé kropkå von Katrin Koch hat die Aktion „Lokalhelden gesucht“ von VistaPrint und Cornelia Poletto gewonnen. Die Auszeichnung ist laut Veranstalter mit 20.000 Euro Preisgeld verbunden.

Schampusduschen verboten, Blasmusik schon eine Stunde früher und -mal wieder - Streit um die Zeltvergabe: Noch ist nicht mal Sommer, da zurrt München die Planung für die Wiesn im Herbst fest.

35 Jahre Jeunes Restaurateurs (JRE) Deutschland stehen nicht nur für kulinarische Entwicklung, sondern auch für den Wandel innerhalb der Spitzengastronomie. Warum diese heute mehr leisten muss als gutes Essen, erklärt Oliver Röder, Präsident der JRE-Deutschland.