Durchwachsener Saisonstart für Thüringer Außengastronomie

| Gastronomie Gastronomie

So durchwachsen wie das Wetter der vergangenen Wochen verlief auch der Saisonstart für die Thüringer Außengastronomie. «Anfang Mai waren die Biergartenbetreiber voll Hoffnung auf ein gutes Geschäft, diese wurde leider enttäuscht», fasst Dirk Ellinger, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Thüringen, zusammen. Zwar habe es einige schöne Tage gegeben. Das sei aber nicht genug gewesen, um viele Menschen in die Biergärten zu locken. 

Das größte Problem sei neben den kühlen Temperaturen vor allem der teils sehr kalte Wind gewesen. Während diese Umstände in den windgeschützteren Innenstädten der größeren Städte weniger spürbar gewesen seien, habe vor allem in ländlichen Regionen und an exponierten Standorten die Witterung nur wenig zum Verweilen im Freien eingeladen. «Wir hoffen jetzt auf einen schönen Juni, um die Umsätze wieder aufzuholen», sagt Ellinger.

Hoffnung auch auf Senkung der Mehrwertsteuer

Grundsätzlich plagten Wirte zudem ähnliche Probleme wie andere Gastronomen: Kostensteigerungen, die bisher ausgebliebene Senkung der Mehrwertsteuer und Schwierigkeiten bei der Suche nach Personal seien die drängendsten Probleme. 

Besonders für das Biergarten-Geschäft sei eine Anpassung der gesetzlichen Rahmenbedingungen wichtig - weg von der Tageshöchstarbeitszeit hin zu einer Wochenhöchstarbeitszeit. Denn so würde Wirten ermöglicht, auch in langen, lauen Sommernächten Personal flexibler und effektiver einzusetzen, argumentiert der Branchenverband-Hauptgeschäftsführer.

Bald eher Limo- statt Biergarten?

Beim Thema Angebote und Nachfrage sieht Ellinger einen allgemeinen Trend zu Biermixgetränken. Grundsätzlich sei aber ein Rückgang beim Bierkonsum spürbar, sagt Stephan Fischer vom Steakhaus am Borntal in Erfurt. Das liege teils an einem vernünftigeren Umgang mit Alkohol. 

Stattdessen würden Produkte wie selbstgemachte Limonaden stärker nachgefragt, vor allem auch Produkte mit weniger Zucker. «Die Preisunterschiede zum Bier sind heute nicht mehr so deutlich wie früher, viele Gäste gönnen sich deshalb lieber einen schön gemachten Longdrink, den man sich zuhause so vielleicht nicht macht», sagt Fischer.

Den Trend bestätigt auch Steffi Herrmann vom Restaurant Platzhirsch in der Erfurter Altstadt. «Die Menschen legen immer mehr Wert auf eine gute Lage und eine hohe Qualität des gastronomischen Angebots.» 

In der Innenstadt werde es für Gastronomen schon wenige Schritte abseits der Hotspots schwieriger, genug Gäste anzuziehen. Was Getränketrends angehe, seien vor allem leichte Sommergetränke wie Wein, Bier und Spritz-Mischungen immer stärker gefragt.

Die Wirte sind optimistisch, dass gutes Wetter dann auch viele Gäste in die Biergärten zieht. «Die Menschen haben grundsätzlich Lust auf Biergarten. Nach dem langen Winter und dem schlechten Wetter sind viele hungrig darauf, endlich wieder im Freien sitzen zu können», ist sich Fischer sicher. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Starbucks hat laut Financial Times mit Beratern an einer möglichen Übernahme von Chipotle gearbeitet. Ob bereits ein formelles Angebot vorliegt, ist nicht bekannt; Starbucks verweist auf seinen laufenden Konzernumbau.

Burger King heißt in Australien Hungry Jack’s. Der ungewöhnliche Name geht auf ein Markenproblem aus dem Jahr 1971 zurück. Später eskalierte der Streit zwischen Burger King und seinem australischen Franchisenehmer sogar vor Gericht.

Die Stadt Mainz bleibt bei ihrem Verbot für das Oktoberfest. Daran änderte auch die Vorlage neuer Unterlagen nichts, die der Veranstalter gemeinsam mit dem Gaststättenverband Dehoga am Mittwoch eingereicht hatte.

Tim Raue und der Berliner Unternehmer Nils Hölterhoff starten das Pizza-Konzept "Spizza Pizza" für Flughäfen und Bahnhöfe. Die erste Filiale soll im Dezember am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) eröffnen.

Subway führt ab 2027 ein neues Restaurant- und Markenkonzept in der EMEA-Region ein. „Blueprint“ umfasst neue Restaurantgestaltungen, Bestellwege sowie zusätzliche Angebote für Morgen, Tag und Abend.

Frédéric Prinz von Anhalt blieb mit einer Rechnung von 38.000 Euro allein am Tisch zurück. Was die Frage aufwirft: Muss man wirklich alles zahlen, wenn andere die Zeche prellen? Ein Anwalt klärt auf.

Die Nutzung des Festzeltes ist von der Stadt untersagt worden wegen fehlender Unterlagen. Nun präsentierten Veranstalter und Dehoga Papiere zu Standsicherheit und Brandschutz.

Das Landesumweltamt NRW hat Geruchsmessungen an Holzkohlegrillanlagen in der Gastronomie beauftragt. Ein Forschungsbericht im Auftrag des Umweltbundesamtes untersucht die Emissionen gewerblicher Grills und die Wirksamkeit von Abgasreinigungssystemen.

 

Sechs Köche treten am 16. November in München im Finale von „Koch des Jahres“ an. In fünf Stunden müssen sie ein Drei-Gänge-Menü zubereiten, das anschließend von einer zwölfköpfigen Jury bewertet wird.

Das Posthotel Alexander Herrmann in Wirsberg verändert seine Gastronomie. Im Mittelpunkt stehen das auf 172 Abende begrenzte AURA unchained 172 und die Umwandlung des Bistros „oma & enkel“ in ein fränkisches Wirtshaus.