Guide Michelin 2022 Deutschland - 3 Sterne für Thomas Schanz

| Gastronomie Gastronomie

Thomas Schanz aus dem rheinland-pfälzischen Piesport an der Mosel ist vom Restaurantführer Guide Michelin mit drei Sternen ausgezeichnet worden. Schanz setzt auf eine exquisite französische Küche - kombiniert mit regionalen Produkten.

Das «Restaurant Schanz» erhielt 19 von 20 möglichen Punkten. Der neu gekürte «Koch des Jahres 2021» hat schon viele Preise erhalten, darunter zwei Michelin-Sterne des «Guide Michelin».

+++ Hier alle Ergebnisse aus ganz Deutschland im Detail +++

Schanz komponiert er einen «Tapis von der Gänseleber mit Tomatenkirsch-Relish» ebenso wie ein «Frikassee vom bretonischen Hummer» oder einen «Hunsrücker Rehrücken mit Topinambur». Bei Schanz loben Kritiker die akribische Arbeit und «eine zeitgemäß-komplexe Stilistik auf Basis der klassischen französischen Produktküche».

Die Inspektoren seien sich einig, dass die Küche «absolute Weltklasse» sei. «Patron und Küchenchef Thomas Schanz kreiert Gerichte, die reich an Finesse sind sowie Persönlichkeit und Ausdruck haben.»

Nach der Preisverleihung sagte Schanz: «Es ist unfassbar, muss ich sagen. Jetzt drei Sterne zu bekommen - das ist ein ganz großer Traum, der hier in Erfüllung geht und motiviert mich unheimlich für die Zukunft.» Piesport sei «immer eine Reise wert, aber jetzt auch kulinarisch. Das ist ganz groß».

Mit dem «schanz.restaurant.» sind in dem «Guide Michelin» 2022 nun neun Drei-Sterne-Restaurants in Deutschland gelistet. Dazu gehört in Rheinland-Pfalz weiterhin das «Waldhotel Sonnora» mit Spitzenkoch Clemens Rambichler in Dreis im Kreis Bernkastel-Wittlich.

Schanz (42) hat sich seit der Eröffnung seines Restaurants vor rund zehn Jahren an die Spitze gekocht. Bereits in 2012 hatte der Sohn einer Winzer- und Hoteliersfamilie aus Piesport seinen ersten Michelin-Stern bekommen, 2015 folgte dann der zweite. In 2016 wurde er vom «Gault&Millau» zum Aufsteiger des Jahres gekürt, dann kam die Auszeichnung zum «Koch des Jahres 2021» dazu.

Weiterhin mit zwei Sternen schmücken sich in Rheinland-Pfalz das «PURS» in Andernach und das «Steinheuers Restaurant Zur Alten Post» in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Neu mit einem ersten Michelin-Stern geehrt wurden das Restaurant «Schwarzer Hahn» in Deidesheim und das «Gotthardt's» in Koblenz. Insgesamt gibt es landesweit nun 23 Ein-Sterne-Restaurants. Mit einem «grünen Stern» für Nachhaltigkeit in der Gastronomie kann sich weiterhin das «Hofgut Ruppertsberg» in Ruppertsberg schmücken.

Hinter dem «Guide Michelin» steht der gleichnamige französische Reifenhersteller. Der Restaurantführer vergibt seine Sterne für hervorragende Restaurants. Bundesweit erhielten dieses Mal 327 Restaurants einen oder mehrere Sterne. Dies seien so viele Auszeichnungen wie nie zuvor, teilte Michelin mit. Trotz Corona und den Schwierigkeiten in der Pandemie habe die deutsche Gastronomie das kulinarische Niveau weiter angehoben.

Thomas Schanz ist so kontinuierlich wie kaum ein anderer Koch in den vergangenen zehn Jahren die Erfolgsleiter hinaufgeklettert. In jedem Jahr hat er sich in einem der Guides verbessert und steht aktuell bei zwei Sternen, 19 Punkten und neun Pfannen+. 

Dabei wollte er ursprünglich nicht unbedingt Koch werden - Winzer war eine Option, Hotelfachmann seine erste Ausbildung. Doch über eine Ausbildung in der Taube Tonbach und das Gästehaus Erfort ging es dann ins Sonnora, wo er sechs Jahre Sous Chef beim legendären Helmut Thieltges war.

Als er dann 15 Kilometer vom Sonnora entfernt den Betrieb der Eltern in Piesport übernommen hat, ging es für ihn darum, ein eigenes Profil zu entwickeln. Das ist über die Jahre immer besser gelungen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Hamburger Foodservice Preis 2026 ehrt Karls Erlebnis-Dörfer und Haferkater für ihre wirtschaftlichen Erfolge. Der diesjährige Ehrenpreis ging an Henry McGovern, der über drei Jahrzehnte die Entwicklung der Restaurantgruppe AmRest beeinflusste.

Die Initiative „Lokalhelden gesucht“ startet in die zweite Runde: Kleine Gastronomiebetriebe können ab sofort ein Preisgeld von 20.000 Euro sowie Sachleistungen gewinnen, um ihre wirtschaftliche Zukunft zu sichern.

Das Althoff Seehotel Überfahrt schließt die Neugestaltung der Überfahrer Bar ab. Neben einem neuen Designkonzept setzt Barchef Christian Chilla auf eine Mischung aus Klassikern und monatlich wechselnden Eigenkreationen.

Im Terminal 1 des BER hat die neue Bar Adler & Bär eröffnet. Auf 210 Quadratmetern bietet Betreiber Casualfood Klassiker mit regionalem Bezug, die in Form von kleinen Portionen oder Zwischenmahlzeiten serviert werden.

Das Kölner Restaurant NOI sichert sich den Deutschen Gastro-Gründerpreis 2026 auf der Internorga. Das Konzept überzeugt durch die Verbindung von italienischer Tradition, Gemeinschaftsgefühl und effizienter Datenanalyse per KI.

Das frühlingshafte Wetter lockt Menschen in die Eisdielen. Neben neuen Sorten warten dort mancherorts auch erneut gestiegene Preise. Doch es gibt auch Möglichkeiten zum Sparen.

16 Köche kämpfen in der Münchener Allianz Arena um den Einzug in das Finale des „Koch des Jahres“. Der Wettbewerb setzt 2026 auf ein neues Konzept rund um Kindheitserinnerungen und internationale Vielfalt.

Mit der Eröffnung im Mandarin Oriental Conservatorium bringt Yotam Ottolenghi sein Gastronomiekonzept erstmals nach Amsterdam. Das Restaurant setzt auf regionale Produkte, ein pflanzenfokussiertes Menü und ein Design des langjährigen Partners Alex Meitlis.

Wegen Sanierungen im Nassauer Hof zieht das Wiesbadener Sternerestaurant Ente ab März 2026 vorübergehend in das Kloster Eberbach um. Das bewährte Team um Küchenchef Michael Kammermeier bleibt erhalten und setzt künftig verstärkt auf regionale Produkte im historischen Pfortenhaus.

Das Hamburger Start-up goodBytz liefert mit SAM eine vollautomatische Containerküche an die U.S. Army nach Südkorea. Das System ermöglicht die frische Zubereitung von bis zu 30 Mahlzeiten in wenigen Minuten – und das unabhängig von lokaler Kücheninfrastruktur.