Guide Michelin 2026: London dominiert bei neuen Zwei-Sterne-Häusern

| Gastronomie Gastronomie

Der Guide Michelin hat bei einer feierlichen Zeremonie in Dublin die neuen Sterne-Auszeichnungen für Großbritannien und Irland bekanntgegeben. Während die Spitze der Drei-Sterne-Gastronomie im Vergleich zum Vorjahr stabil bleibt, verzeichnete die Auswahl signifikante Zuwächse bei den Zwei- und Ein-Sterne-Häusern sowie im Bereich der Nachhaltigkeit.

Kontinuität in der Drei-Sterne-Kategorie

In der höchsten Bewertungsgruppe gab es im Jahr 2026 keine Neuzugänge. Alle zehn bestehenden Drei-Sterne-Restaurants konnten ihre Position behaupten. Damit bleibt die Riege der Spitzenhäuser, darunter das Alain Ducasse at The Dorchester und CORE by Clare Smyth, unverändert bestehen.

Die Drei-Sterne-Restaurants sind: 

Zwei neue Zwei-Sterne-Restaurants in London

Der Guide Michelin 2026 weist zwei neue Restaurants in der Zwei-Sterne-Kategorie aus, die beide im Londoner Stadtteil Mayfair ansässig sind. Das Bonheur by Matt Abé befindet sich in den ehemaligen Räumlichkeiten des legendären Le Gavroche. Matt Abé, langjähriger Küchenchef des Drei-Sterne-Hauses Restaurant Gordon Ramsay, wurde damit für seine erste eigene Wirkungsstätte prämiert. Als zweiter Neuzugang in dieser Kategorie wurde das Row on 5 ausgezeichnet. Das Projekt von Jason Atherton und Spencer Metzger erhielt die Beförderung nur kurze Zeit nach der Eröffnung.
 

Dynamik bei den Ein-Sterne-Häusern und Nachhaltigkeit

Insgesamt 20 Restaurants erhielten im neuen Guide erstmals einen Michelin-Stern. Die Verteilung der Neuzugänge erstreckt sich über das gesamte Vereinigte Königreich und Irland. Zu den neuen Sterneträgern gehören unter anderem das Forest Avenue in Dublin, The Pullman in Galway sowie die schottischen Betriebe 1887 in Torridon und das Killiecrankie House.

In London wurden neben etablierten Namen auch neue Konzepte prämiert, darunter Corenucopia by Clare Smyth, das Ambassadors Clubhouse sowie Michael Caines at The Stafford. Der Fokus auf Nachhaltigkeit spiegelt sich in sieben neuen Grünen Sternen wider. Diese Auszeichnung erhielten unter anderem das Forest Side in Cumbria und das Glebe House in Devon. Im Segment Preis-Leistungs-Verhältnis wurden zudem 37 Betriebe neu mit dem Bib Gourmand ausgezeichnet.

Sonderauszeichnungen für Fachkräfte

Zusätzlich zu den Restaurant-Auszeichnungen verlieh der Guide Michelin vier Sonderpreise für herausragende Leistungen in der Branche. Den Service Award erhielt Barbara Nealon vom Saint Francis Provisions in Kinsale. Der Young Chef Award ging an Tom Earnshaw vom Restaurant Bohemia auf Jersey. Als Opening of the Year wurde Maria Bradford mit ihrem Restaurant Shwen Shwen in Sevenoaks geehrt, während Agnieszka Swiecka vom The Mount St. Restaurant in London den Sommelier Award entgegennahm.

Veränderungen und Abgänge

Die aktuelle Ausgabe umfasst insgesamt 1.210 empfohlene Restaurants. Einige Betriebe verloren ihre Auszeichnung, primär aufgrund von dauerhaften Schließungen oder Konzeptänderungen. Davon betroffen waren unter anderem die Londoner Restaurants Bibendum, La Dame de Pic und Cornerstone.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Drei-Sterne-Restaurant Aqua im The Ritz-Carlton, Wolfsburg schließt im März 2026 nach über 25 Jahren. Spitzenkoch Sven Elverfeld setzt damit einen bewussten Schlusspunkt unter sein bisheriges Lebenswerk, während das Hotel eine gastronomische Neuausrichtung plant.

Die Maß auf der Wiesn wird jedes Jahr teurer. Das will der Bierbrauerpräsident ändern - und stattdessen Eintritt verlangen. Münchens Oberbürgermeister und der Wiesn-Chef halten dagegen.

Restaurant Brands International (RBI) verfolgt ambitionierte Ziele für den chinesischen Markt. Bis zum Jahr 2035 soll das Netzwerk von Burger King auf mehr als 4.000 Restaurants anwachsen.

Ein Drink zu viel oder schon ein Verbrechen? Warum die Dunkelziffer bei K.o.-Tropfen in Sachsen-Anhalt so hoch ist und wie Clubs versuchen, ihre Gäste vor unsichtbaren Angriffen zu schützen.

Mitchells & Butlers ist wieder mit zwei Standorten in der Hansestadt vertreten. Nach dem Auszug aus dem Alsterpavillon im Oktober 2025 wurde nun das ALEX am Rothenbaum offiziell eröffnet.

Das Berliner Sternerestaurant Bonvivant verfolgt konsequent seine Strategie der nachhaltigen Weiterentwicklung. Wie der Betrieb bekanntgab, wurde das gesamte kulinarische Angebot nun vollständig auf eine rein pflanzliche Basis umgestellt.

Das Gourmetrestaurant im Severin*s – The Alpine Retreat in Lech am Arlberg präsentiert mit Marius Pieper eine neue kulinarische Ausrichtung. Der 30-jährige Küchenchef fokussiert sich auf eine Kombination aus regionaler Verwurzelung und internationaler Küchentechnik.

Das Restaurant Berta in Berlin hat nach einer konzeptionellen Überarbeitung wieder seine Türen geöffnet. Unter der Leitung von Chefkoch Assaf Granit präsentiert der Betrieb eine israelisch inspirierte Küche, die osteuropäische Traditionen mit modernen Akzenten verbindet.

Die Vergabe der begehrten Standplätze auf dem Oktoberfest steht im Fokus einer Debatte in München. Eine Münchner Wirtsfamilie fordert durch ihre Bewerbung auf Brauerei-Standplätze die traditionelle Vergabepraxis heraus, während bereits dementierte Berichte über eine mögliche Einschaltung des Europäischen Gerichtshofs für Aufsehen sorgen.

Der Valentinstag entwickelt sich zunehmend zu einem der wichtigsten Umsatzbringer für die deutsche Gastronomie. Eine aktuelle Studie zeigt für 2026 eine steigende Reservierungsbereitschaft, neue Zielgruppen und klare Erwartungen an Service und Etikette.