K.-o.-Tropfen: Pilotprojekt in Freiburg will Nachtleben sicherer machen

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Im Kampf gegen die berüchtigten K.-o.-Tropfen geht das Freiburger Universitätsklinikum einen neuen Weg und bezieht dabei örtliche Bars und Clubs ein. Betroffene könnten sich dort im Verdachtsfall melden und ein Test-Kit erhalten, teilte die Ärztliche Direktorin des Instituts für Rechtsmedizin, Annette Thierauf-Emberger, in Freiburg mit. «Unter Einbezug des Nachtlebens kenne ich keine weiteren Untersuchungen bundesweit», erklärte die Professorin auf Nachfrage. 

Die Medizinerin machte deutlich, dass bei einem Verdacht auf diese Tropfen keine Zeit verloren werden dürfe. Schon nach zwölf Stunden seien viele Substanzen, die als K.-o.-Tropfen missbraucht würden, bereits nicht mehr nachweisbar. «Wenn wir die Situation erfassen wollen, müssen wir die Proben direkt im Nachtleben gewinnen.» Dazu werden Behälter für Urinproben ausgegeben. Die Probe könne dann in den folgenden Tagen zum Institut für Rechtsmedizin gebracht werden. Die Tests seien für die Betroffenen kostenlos.

Täter schütten die meist geschmacks- und geruchlosen Chemikalien in die Getränke ihrer Opfer. Die Substanzen wirken üblicherweise wie Drogen. Nach einigen Minuten wird den Opfern schwindelig, sie können nicht mehr klar denken und handeln und fühlen sich, als wären sie betrunken. Kurz darauf werden sie für Minuten oder auch mehrere Stunden bewusstlos. Täter nutzen diese Zeit für Sexualdelikte oder zum Ausrauben. Die Opfer können sich hinterher meist nicht mehr richtig daran erinnern.

Im Ulm laufe ein ähnliches Projekt, sagte Thierauf-Emberger. Dieses konzentriere sich aber eher auf die Ambulanzen von Krankenhäusern. «Das Ulmer Projekt ist länger angelegt. Wir starten hier mit einem Pilotprojekt, um zu sehen, wie sich die Situation darstellt und welche Angebote für die Zukunft und zur Prävention zielführend sein können.»

Im Hinblick auf die teilnehmenden Clubs sei man mit der baden-württembergischen Initiative Nachtsam für ein sicheres Nachtleben im Kontakt. «Das Interesse im Vorfeld war groß», resümierte die Expertin. Das Freiburger Projekt soll zunächst bis Ende September laufen und gegebenenfalls verlängert werden. (dpa)


 

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