Keine Kopfbedeckungen - Dresscode-Debatte im Salzburger Hotel-Restaurant Cool Mama

| Gastronomie Gastronomie

Im Salzburger Hotel und Restaurant Cool Mama sorgt eine strikte Bekleidungsvorschrift für öffentliche Diskussionen. Einer muslimischen Frau wurde bereits bei der Reservierungsanfrage für das Sky-Restaurant eine Absage erteilt, da sie ein Kopftuch trägt. Das Gastronomieunternehmen beruft sich auf eine detaillierte Hausordnung, während die Betroffene den Vorwurf der Diskriminierung erhebt.

Reservierungsstopp aufgrund von Bekleidungsregeln

Der Vorfall wurde durch Berichte der Salzburger Nachrichten bekannt. Eine Frau beabsichtigte, ihren Geburtstag im Restaurant des Hotels zu feiern. Laut Medienberichten kam die Buchung jedoch nicht zustande, nachdem der Ehemann der Frau im Telefonat erwähnt hatte, dass diese einen Hidschab trägt. Die betroffene Österreicherin kritisierte das Vorgehen gegenüber der Presse mit den Worten: "Das kann es doch nicht sein. Ich fühle mich diskriminiert."

Nachdem die Reservierung abgelehnt worden war, veröffentlichte die Frau eine negative Bewertung auf der Plattform Google. Das Unternehmen reagierte darauf mit der Androhung rechtlicher Schritte, wie Medien berichten, sollte die Rezension nicht gelöscht werden. Die Betroffene hat daraufhin die Gleichbehandlungsanwaltschaft kontaktiert.

Umfassendes Verbot von Kopfbedeckungen und Freizeitkleidung

Auf der Internetseite des Hotels ist ein detaillierter Katalog an Regeln für den Restaurantbesuch und das Frühstück hinterlegt. Das Unternehmen betont dort, dass der Dresscode einen wesentlichen Teil zum gewünschten Ambiente und der kollektiven Stimmung beiträgt. Ein adäquates Erscheinungsbild wird daher vorausgesetzt. Laut der Hausordnung sind im Restaurant jegliche Art von Kopfbedeckungen untersagt. Ebenfalls nicht gestattet ist Sportbekleidung wie Trainingsanzüge, Jogginghosen oder Muskelshirts sowie kurze Freizeithosen, Badebekleidung oder Arbeitskleidung.

Das Verbot erstreckt sich zudem auf Hotelslipper, Flip-Flops und dergleichen sowie auf vernachlässigte, ungepflegte oder ausgewaschene Kleidung und Schuhe. Neben der Kleidung regelt der Betrieb weitere Punkte. So sind brauchtumsmäßig ausgeführte Junggesellenabschiede ebenso wenig zulässig wie Haustiere oder das Mitbringen eigener Speisen und Getränke. Auch Luftballons, Sprühkerzen sowie kommerzielle Foto- und Videoaufnahmen ohne vorherige schriftliche Zustimmung des Hotelmanagements sind ausnahmslos untersagt.

Politische Kritik an Ausschlussmechanismen

Der Vorfall stieß bei Vertretern der Salzburger Lokalpolitik auf Unverständnis. Tarik Mete, Gemeinderat der SPÖ in Salzburg, kritisierte die Regelung deutlich. Er betonte, dass religiöse Bekleidung kein einfaches Stilelement sei, sondern eine bewusste Entscheidung. Durch solche Vorschriften würden Menschen ausgeschlossen. Laut Mete passe dies nicht zu einer weltoffenen Stadt wie Salzburg. Er verwies zudem darauf, dass es im Sky-Restaurant in den vergangenen Monaten bereits zu mehreren ähnlichen Vorfällen gekommen sei.

Gleichbehandlung als Argument des Betriebes

In einer Stellungnahme gegenüber der Presse betonte das Hotel Cool Mama, dass das Haus für ein respektvolles Miteinander stehe und Gäste aus allen Kulturkreisen willkommen seien. Die Vorgaben gelten laut Unternehmen ausnahmslos für alle Gäste, unabhängig von Herkunft oder religiöser Zugehörigkeit. Der Dresscode sei ausdrücklich weder religiös begründet noch rassistisch motiviert. Das Management verwies zudem auf das seit Oktober 2017 geltende österreichische Gesichtsverhüllungsverbot, welches das Verbergen der Gesichtszüge an öffentlichen Orten regelt.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

McDonald's Deutschland nimmt Stellung zur angekündigten Klage der Deutschen Umwelthilfe bezüglich früherer Angaben zur Klimaneutralität. Das Unternehmen weist den Vorwurf der Verbrauchertäuschung zurück und verweist auf bereits erfolgte Anpassungen seiner Kommunikation.

In der Allianz Arena in München sind am 26. April die sechs Finalisten des Wettbewerbs „Koch des Jahres“ ermittelt worden. Wie der Veranstalter ROIKA Solutions GmbH mitteilt, qualifizierten sich vier Teilnehmer über den Live-Wettbewerb vor einer Fachjury, zwei weitere über einen Publikumsentscheid.

Im Ausland leben, das heißt viele Erfahrungen mit einer anderen Kultur zu machen. Ein Westfale brachte die Currywurst nach Nairobi – und musste dafür so manches kulinarische Hindernis überwinden.

Eigentlich hat Kenia perfektes Biergartenwetter. Man kann das ganze Jahr hindurch draußen sitzen. Den passenden Gerstensaft nach deutschem Reinheitsgebot gibt es mittlerweile auch.

Das Schlosshotel Münchhausen in Aerzen hat sein gastronomisches Konzept verändert. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde das neue Restaurant „1570 – Casual Fine Dining“ als Nachfolger des bisherigen Gourmetrestaurants „Hilmar“ eröffnet.

In den Streit um Markenrechte an einem Kebab-Gericht kommt Bewegung zwischen einer Bielefelder Dönerkette und dem US-Anbieter Kentucky Fried Chicken. «KFC hat sich entschuldigt und gesagt, das haben sie alles nicht gewollt, und das sei nur ein Zufall gewesen», sagte der Chef der Bielefelder Firma Krispy Kebab.

Georg Strohmeyer feiert sein 10-jähriges Jubiläum als Küchenchef im Hotel Zugspitze in Garmisch-Partenkirchen. Der Wahl-Bayer spricht im Interview unter anderem darüber, wie er auf neue Ideen zu seinen regionalen Kreationen kommt. Tipps für Hobbyköche hat er auch auf Lager.

Am 30. April eröffnet im Westfield Hamburg-Überseequartier das Restaurant Elemente mit lateinamerikanischem Schwerpunkt. Das Projekt verbindet unter anderem internationale Grillkunst mit Hamburger Architekturgeschichte.

Beim internationalen Kongress der Jeunes Restaurateurs in Köln wurde Frédéric Morel aus Münster zum Koch des Jahres gewählt. Die Veranstaltung brachte rund 500 Branchenvertreter aus 21 Ländern am Rhein zusammen.

In München sorgt die Forderung eines Wirts für Furore: Die Oktoberfest-Zelte sollen europaweit ausgeschrieben werden. Was könnte das für Tradition und Brauchtum auf der Wiesn bedeuten?