Nobelhart & Schmutzig: „Trennung nach Geschlechtern bei Toiletten nicht zeitgemäß“

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Für manche sei es nur ein Kloschild. Doch verberge sich dahinter so viel mehr: Die Hartnäckigkeit einer bestehenden Gesellschaftsordnung, die vielen nicht gerecht werde. Und die es in Frage zu stellen gelte, so das Berliner Gourmetrestaurant Nobelhart & Schmutzig.

Bislang hing auch in dem Kreuzberger Sternerestaurant noch das traditionelle Toilettenschild. „Wir finden die Geschlechtertrennung bei Toiletten weder zeitgemäß noch notwendig. Schon gar nicht in Berlin, einem Zentrum der LGBTQI-Kultur. Trotzdem sieht auch hier Paragraph 4 der Gaststättenverordnung nach “Herren” und “Damen” getrennte Toiletten weiterhin vor“. 
 

Deshalb hätten sie nun ihr altes Schild abmontiert und beschildern ihr stilles Örtchen ab sofort nach der Funktion. Um dies zu symbolisieren, hätten sie sich an der Bildsprache alter Kassettendecks orientiert: „Rewind“ stehe dafür, den Abend noch mal Revue passieren zu lassen. Die „Pause“ solle einen Rückzugsraum darstellen, in dem man sich „Zeit für sich selbst nimmt und mal so richtig einen abseilt“, wie es das Restaurant formuliert. „Fast Forward“ stehe fürs Energietanken, um danach noch einmal richtig loszulegen. Und mit „Play“ sei gemeint, spielerische Momente auszuleben. Dafür stünden Kondome bereit. 

Um nach dem Betreten des Waschraums die richtige Toilette zu wählen, hätten sie sich ebenfalls an der jeweiligen Funktionalität orientiert.  Auf die Gäste wartet nun eine Toilette, an deren Tür “sitzen” steht, sowie eine Tür mit “sitzen +” – das Pluszeichen steht hierbei sowohl für die Größe des Raums, als auch für die Barrierefreiheit. Die ehemalige Herrentoilette ist nun beschildert mit “sitzen” und “stehen”.


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