Pachtvertrag läuft aus: Münchens vegetarisches Sternerestaurant Tian muss schließen

| Gastronomie Gastronomie

Nach fast zehn Jahren als eines der erfolgreichsten vegetarischen Gourmetrestaurants in Deutschland, muss die Tian-Gruppe ihr Restaurant in München am 31. Dezember 2022 schließen. Der Pachtvertrag mit den Derag Hotels, die eine andere Verwendung der Räume planen, läuft aus.

Das mit einem Michelin Stern ausgezeichnete Restaurant befindet sich aktuell auf dem Höhepunkt seines Erfolges – Küchenchef Viktor Gerhardinger wurde gerade erst vom Gourmetführer Gault&Millau mit dem Titel „Aufsteiger des Jahres“ ausgezeichnet.

Zur Tian-Gruppe zählen neben dem Restaurant in München auch das gleichnamige Restaurant sowie ein Bistro in Wien. Hinzu kommen Projekte wie das bis zum 18. September 2022 stattfindende Pop-Up Restaurant „Tian Bistro am Meer“ in Kroatien, die Entwicklung neuer Kochbücher sowie die Tian-Zuhause-Linie. Auch das Pop-Up „Tian auf Skiurlaub in Zürs“, das vergangenen Winter im Hotel Edelweiss ein voller Erfolg war, wird in der Wintersaison 2022/2023 aufgrund der großen Nachfrage wiederholt.

All diesen Konzepten gemein sind eine rein vegetarische und auch vegane Küche sowie ein extrem hoher Qualitätsanspruch. „Kompromisslose Qualität und eine stetige Weiterentwicklung sind die Grundpfeiler unseres Handelns“, so der TIAN Betreiber und Sternekoch Paul Ivić. Eine Philosophie, die auch von Firmengründer Christian Halper und Gruppenmanager Ferdinand Schmid Schmidsfelden getragen wird. Um das Münchener Restaurant weiterzuentwickeln, wären nun immense Investitionen nötig.

„Die Entscheidung fällt uns natürlich nicht leicht, da wir zahlreiche Stammgäste gewinnen durften, die uns in den vergangenen Jahren treu begleitet haben. Wir hoffen daher, diese an anderer Stelle wiederzusehen. Neben der Fortführung unseres Pop-Up Projektes im Hotel Edelweiss in Zürs sind bereits weitere Pop-Ups, unter anderem in Deutschland, in der Planung“, so Paul Ivić. Darüber hinaus erweitern wir gerade unsere Tian -Zuhause-Linie und arbeiten mit Hochdruck an zwei neuen Kochbüchern – Arbeit ist damit ausreichend vorhanden“, so der Sternekoch weiter. Auf das zwölfköpfige Münchener Team um Küchenchef Viktor Gerhardinger und Restaurantleiter Robert Stohs warten daher auch nach der Schließung des Münchener Restaurants Aufgaben in der Firmengruppe. Eine Weiterbeschäftigung wird daher nicht nur angeboten, sondern sei ausdrücklich erwünscht, sagt das Unternehmen. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Guide Michelin ersetzt den bisherigen Grünen Stern durch das neue weltweite Konzept „Mindful Voices“. Das Programm startet am 1. Juni 2026 in Kopenhagen und wird neben der Gastronomie auch die Hotellerie und den Weinbau umfassen.

Casualfood hat am Flughafen Stuttgart mit Goodman & Filippo das vierte Gastronomiekonzept in Betrieb genommen. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen erstmals den Zuschlag für insgesamt fünf Flächen am dortigen Flughafen erhalten.

Eine Umfrage unter Wiener Wirten zeigt, dass rund 40 Prozent der Gastronomen Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 live übertragen wollen. Zeitverschiebungen und Sperrstunden-Regelungen schränken die Übertragungen in den Lokalen jedoch ein.

Mit Bierglas in der Hand über kosmische Gammastrahlen und Malaria-Parasiten quatschen? Beim «Pint of Science»-Festival in Berlin ist das ganz normal. Was Gäste dabei sogar über Dating lernen können.

Eine Umfrage von Lightspeed zeigt: Viele Restaurantgäste wünschen sich nachhaltige Angebote, akzeptieren dafür aber nur begrenzte Preisaufschläge. Besonders gefragt sind regionale Produkte und Maßnahmen zur Müllvermeidung.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten in Thüringen hat an Verbraucher appelliert, beim Besuch im Restaurant oder Biergarten mit Trinkgeld nicht zu knausern. Mit Blick auf den «Welttrinkgeldtag» an diesem Donnerstag solle man nicht in den Sparmodus schalten.

Eine aktuelle Analyse zeigt deutliche regionale Preisunterschiede bei Aperol Spritz in der deutschen Gastronomie. Während der bundesweite Durchschnittspreis im Vergleich zu 2025 um knapp fünf Prozent stieg, zahlen Gäste im Norden und in Essen am meisten.

Die Jeunes Restaurateurs veranstalten eine Benefizveranstaltung auf der Terrasse über dem Kurhaus Baden-Baden. Der Erlös fließt in die JRE-Deutschland Foundation, um Projekte zur Ernährungsbildung von Kindern und Jugendlichen in Baden-Württemberg zu finanzieren.

Ein US-Franchisenehmer von Pizza Hut fordert mehr als 100 Millionen US-Dollar Schadensersatz. Hintergrund sind Vorwürfe gegen das KI-System Dragontail, das laut Klage zu Problemen bei Lieferzeiten und Kundenzufriedenheit geführt haben soll.

Das geplante Restaurant von Spitzenkoch Thomas Bühner im Westfield Hamburg-Überseequartier wird nicht eröffnet. Nach Angaben des Kochs zog sich ein wichtiger Investor kurzfristig aus dem Projekt zurück.