Redo XXL: René Dost träumt von Mallorca

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René Dost sitzt an diesem Morgen in seinem Café am Potsdamer Luisenplatz über sein Tablet gebeugt. Zwischen drei Eiern, zwei Brötchen, etwas Wurstaufschnitt und Käse erklärt der Brandenburger Großgastronom wort- und gestenreich seinen ungewöhnlichen Weg vom ersten Imbisswagen mit 22 Jahren zum XXL-Schnitzelkönig und Social-Media-Phänomen. 

«Da bin ich so ein bisschen stolz drauf, dass ich geschafft habe, junge Leute für mich zu begeistern», sagt er. «Wenn wir durch die Stadt gehen würden, kommen gefühlt 500 Schüler und wollen mit mir ein Foto machen, weil die sagen: "Ich hätte auch gerne so einen coolen Vater".» 

«Redo» als Marke

René Dost war schon immer schrill. Bereits vor seinem Auftritt in den Sozialen Netzwerken war «Redo» in Potsdam und Umgebung vielen Menschen ein Begriff. Nun inszeniert sich «Redo» als Marke, als quirliger, etwas überdrehter und gut gelaunter Gastrokettenbesitzer. «Du musst einfach einen USP setzen», betont er immer wieder. Einen sogenannten Unique Selling Point. Ein Alleinstellungsmerkmal. 

Das Alleinstellungsmerkmal von Dost ist sein extrovertiertes Auftreten und sein extravaganter Stil. Behangen mit zig Armbändern, Ketten, Ohrringen und glitzernden Klamotten tanzt er vor der Kamera, schimpft über faule Mitarbeiter, verschenkt Kopfhörer oder steht mit der Grillzange fuchtelnd in seinem Foodtruck. Dabei macht er sich - so scheint es - keine allzu großen Gedanken darüber, was er in die Kamera spricht und wie er es verpackt. «Also wir machen alles so aus der Lamäng raus», sagt er.
 

Holpriger Start mit Schulden

René Dost hat über die Jahre gelernt, sich durchzubeißen und flexibel zu bleiben. Seine Eltern führten in Ketzin bei Potsdam ein Lokal. «Ich bin eigentlich praktisch am Tresen aufgewachsen mit einer Cola in der Hand. Meine Eltern hatten wenig Zeit für mich», sagt er. Mit 22 Jahren kaufte er kurz nach der Wende seinen eigenen Imbisswagen - allerdings ohne einen Stellplatz. Der Besitzer habe ihn verarscht, so Dost. Da stand er nun mit einem «Haufen Schulden».

Mit dem Imbisswagen habe er letztlich noch ein Jahr auf dem alten Standplatz stehen dürfen. Da lief es deutlich besser. «Ich habe schon so verrückte Sachen gemacht, Schnitzel überbacken, Hamburger. Ich hatte von jedem toten Deibel irgendwas und alle haben mich geliebt.» Nach diesem Jahr zog er mit dem Wagen auf sein Grundstück. Das Geschäft brach ein. Er sattelte um und wurde zum Liefer- und Partyservice. «Ich habe wieder Geld verdient», erzählt er.

Sein Antrieb sei dabei immer gewesen, den Laden am Laufen zu halten und irgendwie die Rechnungen begleichen zu können. «Das ist die alte Schule von meinen Eltern und dann stehst du mit dem Rücken an der Wand und fragst dich, wie du dir überhaupt irgendwas kaufen sollst.» Mit diesem Credo und mit Fleiß schaffte es Dost, sich dauerhaft als Gastronom zu etablieren. «Ich kann mit Stolz sagen, ich bin jetzt 35 Jahre lang Unternehmer mit derselben Steuernummer.»

Gastro-Imperium mit Millionen Umsatz

Heute macht Dost nach eigenen Angaben im Jahr mit seinem kleinen Gastro-Imperium mit 40 Geschäftsbereichen rund 20 Millionen Euro Umsatz. Aus seinem XXL-Restaurant in Ketzin wurde eine Kette. Dazu kommen Restaurants, Cafés und ein Hotel am Motzener See. Allein in der Landeshauptstadt Potsdam betreibt er zehn Läden. Darunter auch das bekannte Café Heider in der Innenstadt, das es seit 1878 gibt.

Beim Gespräch mit Dost drängt sich die Frage auf, auf welches Ziel er eigentlich hinarbeitet. Seit Jahren drehe sich sein Leben ausschließlich um die Gastronomie. «Ich habe so 99,9 Prozent Arbeit und 0,1 Prozent Privatleben», sagt er. Seinen Reichtum trägt Dost gerne nach außen, fährt einen Maybach und wohnt in bester Lage am Potsdamer Jungfernsee. Doch das sei nicht sein Antrieb, sagt er.

«Ich möchte einfach nur frei sein, ich bin privat total glücklich, ich habe alles.» Zudem wolle er «nur Wertschätzung für die Gastronomie». Für die Menschen, die sich in diesem «oft undankbaren Gewerbe den Arsch aufreißen».

«Redo» bald auch auf Mallorca?

Und dann bleibt für Dost noch ein kleiner privater Traum: «Wenn es richtig toll ist, würde ich gerne irgendwas Kleines auf Mallorca haben». Einen kleinen Laden und einen Rückzugsort, wo er sich keine Gedanken darüber machen müsste, noch einen Koffer zu packen. «Sondern ich möchte einfach nachmittags sagen: "Wisst ihr was, das ist mir viel zu kalt. Ich haue jetzt mal ab." Und dann bin ich einfach mal kurz weg.» (dpa)


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