Sternerestaurant Meyers Keller in Nördlingen meldet Insolvenz an

| Gastronomie Gastronomie

Das überregional bekannte Gastronomieunternehmen Meyers Keller in Nördlingen befindet sich in einem Insolvenzverfahren. Der Inhaber und Küchenchef Joachim Kaiser bestätigte diesen Schritt nach einer entsprechenden Anordnung durch das Amtsgericht Nördlingen vom 15. Dezember 2025. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Florian Menn aus der Kanzlei Rechtsanwälte Herrmann Menn in Donauwörth ernannt.

Sicherung der Arbeitsplätze und Fortführung des Betriebs

Aktuell beschäftigt der Gastronomiebetrieb 15 Mitarbeiter in Voll- sowie Teilzeit und bildet drei Auszubildende aus. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten sind für den Moment über das Insolvenzgeld abgesichert. Trotz der rechtlichen Situation wird der Betrieb auf der Marienhöhe ohne qualitative Einschränkungen fortgeführt. Auch die Beteiligung am Nördlinger Weihnachtsmarkt mit einer kulinarischen Hütte bleibt bestehen. Das erklärte Ziel der Beteiligten ist es, eine langfristige Lösung für den Erhalt des traditionsreichen Hauses zu finden.

Wirtschaftliche Ursachen für die finanzielle Schieflage

Als Gründe für den Gang zum Insolvenzgericht werden die angespannte wirtschaftliche Gesamtlage und steigende Kosten angeführt. Laut dem vorläufigen Insolvenzverwalter stellt die aktuelle Konjunktur insbesondere kleinere Unternehmen vor erhebliche Schwierigkeiten. Vor allem Betriebe in der Gastronomie haben demnach mit Umsatzrückgängen zu kämpfen. Die spezifischen Rahmenbedingungen im ländlichen Raum haben die Situation für das auf gehobene regionale Küche spezialisierte Haus zusätzlich erschwert.

Renommee und angestrebter Neustart

Das Restaurant blickt auf eine langjährige Erfolgsgeschichte zurück und wurde in den vergangenen 16 Jahren durchgängig mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Zudem wird die Küche im Gault & Millau mit zwei roten Hauben bewertet. Joachim Kaiser betonte, dass er trotz der aktuellen Herausforderungen einen Neustart anstrebe und seine kulinarische Arbeit fortsetzen wolle. Gemeinsam mit der Insolvenzverwaltung werden derzeit Gespräche mit allen Beteiligten sowie möglichen Interessenten geführt, um eine Zukunftsperspektive für Meyers Keller zu entwickeln.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Mehr Freiheit für Berlins Gastronomen? Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey plant, die starre 22-Uhr-Regel für den Außenbereich zu kippen. Nach dem Vorbild Brandenburgs sollen Gäste künftig bis Mitternacht draußen bewirtet werden dürfen.

In der Hamburger Speicherstadt konkretisieren sich die Pläne für eine prominente Neueröffnung. Das aus Südafrika stammende Gastronomiekonzept Chefs Warehouse wird am 26. Februar 2026 seinen ersten Standort in Deutschland eröffnen. Hinter dem Hamburger-Projekt stehen bekannte Namen aus der Gastro-Szene der Hansestadt.

Die Jury des Deutschen Gastro-Gründerpreises hat die zehn Halbfinalisten für das Jahr 2026 bekanntgegeben. Die ausgewählten Konzepte treten im Februar in Hamburg gegeneinander an, um sich einen Platz für das Finale auf der Internorga zu sichern.

Das Berliner Drei-Sterne-Restaurant Rutz feiert sein 25-jähriges Bestehen. Unter dem Motto „Remastered“ interpretiert Küchenchef Marco Müller prägende Gerichte der vergangenen Jahrzehnte neu und startet damit in ein Jubiläumsjahr voller internationaler Gastauftritte.

Evakuierungspläne fehlten, ein Feuerlöscher war nicht markiert: Jahre vor der Silvesterparty-Katastrophe wurden Mängel moniert. Was hat die Gemeinde versäumt?

In Berlin-Kreuzberg verbindet das neue Restaurant Fukagawa das kulinarische Erbe japanischer Ramen-Kultur mit französischer Kochkunst. Unter der Leitung von Leonardo Donati und Felix Thoms entstand ein Fine-Dining-Konzept, das traditionelle Brühen und hochwertige Produkte neu interpretiert.

Der Österreichische Bauernbund fordert eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel in der Gastronomie. Damit sollen Transparenz bei Fleisch, Milch und Eiern geschaffen und die heimischen Landwirtschaftsbetriebe im Wettbewerb gestärkt werden.

Lieferando ruft zur Abstimmung für die jährlichen Awards auf. Neben klassischen Gastronomiebetrieben in 16 nationalen und 50 lokalen Kategorien rücken in diesem Jahr verstärkt Lebensmittelhändler und Floristen in den Fokus.

McDonald’s Deutschland startet im Januar 2026 eine neue Werbeplattform für großformatige Burger. Mit Fokus auf Rohstoffe aus deutscher Erzeugung und zeitlich befristete Rezepturen, wie den Big Gouda, zielt das Unternehmen bis Ende April auf Kunden mit hohem Sättigungsbedarf ab.

Die Brasserie Colette feiert zehnjähriges Bestehen und führt an den Standorten Berlin, München und Konstanz ein neues, flexibleres Speisekartenkonzept ein. Im Fokus stehen individuell zusammenstellbare 4-Gang-Menüs und eine verstärkte Zusammenarbeit mit regionalen Partnern.