Umfrage: Mehrheit der Österreicher will sofort ins Restaurant

| Gastronomie Gastronomie

Wirte in Österreich dürfen ihre Restaurants, Lokale und Kneipen am Freitag nach einer 59 Tage langen, coronabedingten Zwangspause wieder öffnen. Das Portal Falstaff hat mit einer Umfrage herausgefunden, dass 52 Prozent der Befragten gleich nach dem 15. Mai sofort wieder ausgehen wollen.

48 Prozent wollen noch abwarten, wie sich alles entwickelt. Die Umfrage zeigt auch deutlich, wie eng die Österreicher mit ihren Restaurants, Gasthäusern und Beisln verbunden sind: Über drei Viertel (76 Prozent) der Teilnehmer gaben an, dass sie ihre Gaststätten »sehr« oder sogar »enorm« vermisst haben. Nur vier Prozent haben der Befragung zufolge ihr Beisl gar nicht vermisst.

Um die Ausgehfreude zu stimulieren spendiert die Stadt Wien allen 950.000 Haushalten einen Gutschein für Restaurantbesuche. Ein-Personen-Haushalte erhalten einen Bon von 25 Euro, Mehr-Personen-Haushalte einen 50-Euro-Gutschein. Das kündigte Bürgermeister Michael Ludwig am Mittwoch an. (Tageskarte berichtete)

Am meisten freuen sich die Menschen auf die »ganze Atmosphäre« in der Gastronomie (54 Prozent). Etwa die Hälfte der Befragten (51 Prozent) freut sich auf ein »Treffen mit Freunden« und 41 Prozent haben angegeben, dass sie sich auf das »Essen außer Haus« freuen (Mehrfachnennungen waren möglich).

Beim Neustart müssen die Gaststätten aber einige Sicherheitsvorkehrungen beachten. So muss zwischen den Tischen ein Mindestabstand von einem Meter eingehalten werden, Kellner müssen zudem einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Geöffnet werden darf nur zwischen 6.00 Uhr und 23.00 Uhr.

Nach Angaben der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) sind bei einigen Betrieben bereits zahlreiche Reservierungen für das anstehende Wochenende eingegangen. Für die folgenden Werktage und die Zeit nach dem ersten Ansturm gebe es bei einigen aber noch Unsicherheit.

Die WKÖ schätzt, dass zehn Prozent der Gastronomiebetriebe am Freitag noch nicht wieder starten werden, etwa weil sie besonders stark von Touristengruppen abhängig sind. Die Hotels und Beherbergungsbetriebe dürfen allerdings erst vom 29. Mai an wieder Gäste empfangen. Internationale Touristen sind frühestens vom 15. Juni an zu erwarten, dann soll unter anderem die deutsch-österreichische Grenze wieder geöffnet sein.

Bei einer persönlichen Befragung unter Gastronomen der bestbewerteten Betriebe des Falstaff Restaurantguides zeigte sich die kulinarische Speerspitze Österreichs trotz der fordernden Rahmenbedingungen zuversichtlich und voller Tatendrang. So gut wie alle öffnen schon mit dem morgigen 15. Mai ihre Pforten, nur die Hotellerie im Westen gibt sich noch abwartend. Aufgrund der großzügigen Raumsituation in der Spitzengastronomie kann eine Mehrheit der Restaurants ebenso viele Gäste bewirten wie vor der Corona-Krise. Unisono freuen sich die Gastgeber sehr, dass sie wieder Gäste bewirten dürfen und betonen, dass alle Hygiene- und Abstandsregeln penibel eingehalten werden, ohne dass man sich »wie in einer Klinik« fühlen wird. (Mit Material der dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Ausnahmezustand in München: Bei weiß-blauem Himmel hat das Oktoberfest begonnen. Der neue Oberbürgermeister wuppt seine Anzapfpremiere mit Bravour. Für einige Gäste gab es einen Schreckmoment.

Beim traditionellen Mittagsempfang des Bundesverbands der Systemgastronomie trafen sich in München rund zweihundert Gäste. Im Mittelpunkt standen die Verleihung des Branchenpreises sowie die Forderung nach politischen Reformen. Zusätzlich zeichnete der Verband Ingrid Hartges mit dem Ehrenpreis aus.

Das 191. Münchner Oktoberfest ist eröffnet. Neu-Oberbürgermeister Dominik Krause zapfte bei seiner Anstich-Premiere mit zwei Schlägen das erste Fass Bier an und startete mit dem «O'zapft is» das weltberühmte Volksfest.

Das deutsche Gastgewerbe setzte im Juli 2026 real 4,0 Prozent weniger um als im Vorjahresmonat. In der Gastronomie sank der reale Umsatz um 4,7 Prozent, bei den Hotels und sonstigen Beherbergungsunternehmen um 2,0 Prozent.

Das Café an der Spanischen Treppe gehört zu den ältesten Kaffeehäusern in Italien. Schon Goethe war hier zu Gast. Jetzt steht es seit bald einem Jahr leer. Und kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus.

Der Europa-Park hat das Mitarbeiterrestaurant „Coasteria“ mit integrierter Zentralküche eröffnet. In den 4.500 Quadratmeter großen Neubau investierte das Unternehmen nach eigenen Angaben einen zweistelligen Millionenbetrag.

Der Anteil der Befragten, nach deren Ansicht bargeldloses Bezahlen in gastronomischen Betrieben möglich sein sollte, ist gestiegen. YouGov weist gegenüber März 2025 bei allen abgefragten Orten höhere Werte aus.

Bei den ersten Chef:in Awards in Hamburg sind neun Frauen in sieben Kategorien ausgezeichnet worden. Sarah Hallmann und Julia A. Leitner teilen sich den Titel Köchin des Jahres 2026.

DoorDash hat mit Wonder die Übernahme von Grubhub Campus Dining für 300 Millionen US-Dollar vereinbart. Die Technologie soll künftig auch in Hotels eingesetzt werden.

Für die Tasty Planet GmbH, die Betreibergesellschaft des Hamburger Restaurants TamTam, ist keine Investorenlösung möglich. Kein Interessent wollte den Betrieb übernehmen, wie nun der Insolvenzverwalter mitteilte.