BGH-Urteil zu Yachthafen-Residenz «Hohe Düne» für Ende Juli erwartet

| Hotellerie Hotellerie

Im Prozess um möglichen Subventionsbetrug beim Bau des Rostocker Yachthafen-Residenz «Hohe Düne» will der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe am 28. Juli sein Urteil verkünden.

Das teilte eine Gerichtssprecherin nach der Verhandlung am Mittwoch mit, bei der beide Seiten nochmals ihre Positionen darlegten. Eine Tendenz in der Bewertung durch die Richter sei nicht erkennbar gewesen, hieß es.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft Rostock hatte der Unternehmer Per Harald Lökkevik den imposanten Hotel-Komplex «Hohe Düne» in Rostock-Warnemünde zum Schein und damit illegal in zwei Unternehmen aufgeteilt. Kleinere Projekte bedurften nicht der subventionsrechtlichen Zustimmung der EU-Kommission und für zwei kleine Projekte konnte er auf mehr Zuschüsse hoffen als für ein großes. Als Gesamtkosten waren dem Vernehmen nach knapp 100 Millionen Euro veranschlagt, an Subventionen flossen rund 47,5 Millionen Euro.

Die Anklagebehörde hatte wegen Subventionsbetrugs eine Haftstrafe von viereinhalb Jahren für Lökkevik gefordert. Doch das Landgericht Rostock sprach ihn im Jahr 2015 von diesem Vorwurf frei. Der von der Staatsanwaltschaft angerufene Bundesgerichtshof verwarf das Urteil 2017 und ordnete einen neuen Prozess an. Doch auch das Landgericht Schwerin sprach Lökkevik Ende 2020 frei, woraufhin die Staatsanwaltschaft erneut Widerspruch einlegte. Bei dem Verfahren in Karlsruhe handelt es sich somit um die zweite Revision (Az 1 StR 439/21) in diesem Fall.

Mit dem prestigeträchtigen Hotelkomplex an der Warnow-Mündung wollte Mecklenburg-Vorpommern seine Ambitionen untermauern, in Rostock olympische Segelwettbewerbe auszurichten. Das Projekt wurde von der Landesregierung massiv unterstützt. Leipzig hatte sich für die Spiele 2012 beworben, aber den Zuschlag nicht bekommen. Damit ging auch Rostock schließlich leer aus.

Vor dem BGH in Karlsruhe ist außerdem die Revision in einem anderen Verfahren gegen Lökkevik anhängig (Az 1 StR 465/21). Dabei geht es um eine Verurteilung wegen Hinterziehung von Steuern und Sozialabgaben durch das Landgericht Schwerin. Auch dieser Entscheidung waren schon ein erstinstanzliches Urteil vor dem Landgericht Rostock und eine teilweise Aufhebung durch den BGH vorausgegangen. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

CIC Hospitality aus Norwegen übernimmt den Betrieb des Flightgate Munich Airport Hotel in Hallbergmoos bei München. Das Haus mit 212 Zimmern wird künftig unter der Marke Radisson Individuals geführt.

Das frühere Wyndham Grand Salzburg tritt künftig unter der Marke Radisson Blu auf. Das Haus verfügt über 262 Zimmer und 1.785 Quadratmeter Veranstaltungsfläche und positioniert sich verstärkt im Tagungs- und Geschäftsreisemarkt.

Die DSR Hotel Holding eröffnet am 6. Juli 2026 das neue Henri Hotel Garmisch-Partenkirchen mit 69 Zimmern im ehemaligen Reindl's Partenkirchner Hof. Das neue Haus ist ab sofort buchbar und erweitert das Alpen-Portfolio des Unternehmens.

Das Hotel Gut Ising am Chiemsee investiert in den Bau von zwei neuen Wohngebäuden für seine Angestellten. Bis Oktober entstehen insgesamt 37 Einheiten mit 60 Betten sowie verschiedene Gemeinschaftseinrichtungen für Auszubildende und Fachkräfte.

Das Webers Hotel im Essener Ruhrturm wird künftig von Signo Hospitality betrieben und schließt sich der Accor-Gruppe an. Ab Ende 2026 sind umfassende Renovierungsarbeiten und ein Markenwechsel des Hauses mit 137 Zimmern geplant.

Eine Studie von HotellerieSuisse zeigt den anhaltend hohen Einfluss von Buchungsplattformen auf die Preisgestaltung in der Schweizer Hotellerie. Hotels berichten zunehmend über Preisunterbietungen und eingeschränkte Kontrolle im digitalen Vertrieb.

Das „Hotel am Sophienpark“ in Baden-Baden soll nach einer umfassenden Modernisierung im Frühjahr 2027 unter dem Namen „The Floris“ weitergeführt werden. Das traditionsreiche Gebäude an der Sophienstraße 14 werde derzeit revitalisiert und als Vier-Sterne-Superior-Hotel neu positioniert.

Das Hotel du Cap-Eden-Roc erweitert sein Angebot 2026 um die Yacht Millesime. Die 37 Meter lange Yacht soll exklusiv Hotelgästen für Fahrten entlang der Mittelmeerküste zur Verfügung stehen.

Mecklenburg-Vorpommern zählte im vorigen Jahr rund acht Millionen Urlauber und etwa 33 Millionen Übernachtungen. Das hohe Niveau soll mindestens gehalten werden. Aber die Branche steht unter Druck.

Die Dormero Gruppe erweitert ihre Präsenz in der Region Mittelfranken und übernimmt das bisherige NH Hotel in Fürth. Das Hotel befindet sich in zentraler Lage direkt am Stadtpark und umfasst insgesamt 118 Zimmer.