Egerner Höfe: Tübinger Gastro-Sohn kritisiert Arbeitsbedingungen bei Sternekoch Kellermann

| Hotellerie Hotellerie

Der Tübinger Jan-Henrik Horn, selbst aus einer Gastronomiefamilie stammend, wirft dem Luxushotel Egerner Höfe am Tegernsee einen "fatalen Umgang" mit Überstunden in der Küche von Sternekoch Thomas Kellermann vor. Er wolle auf die Missstände in einigen Betrieben der Branche aufmerksam machen, sagt der Auszubildende dem Tagblatt. Die Familie von Moltke weist die Vorwürfe zurück.

Der Fall könnte nachhaltig am Image von Sternkoch Kellermann und dem 5-Sterne-Hotel kratzen. Jan-Henrik Horn hat angeblich über seine Geschichte auch mit der Süddeutschen Zeitung gesprochen. Ferner wurde sein Bericht, laut Zeitung, vom SWR für die TV-Sendung „Report Mainz“ gefilmt, die am 20. August (21.45 Uhr) in der ARD ausgestrahlt wird.

Am Anfang seiner Ausbildung habe es sich perfekt angefühlt, berichtet Horn in der Zeitung. In dieser Gegend in so einem Haus zu arbeiten, sei ein Traum für Ihn gewesen, sagt Horn, der inzwischen im Kilchberger „Hirsch“ bei Robin Lewandowski lernt.

Konkret wirft Horn dem Hotel der Familie von Moltke vor, dass Überstunden weder ausbezahlt noch ausgeglichen worden seien. Ein Stempelsystem oder Ähnliches habe es in der Küche der Egerner Höfe nicht gegeben. Stattdessen hätten die Angestellten immer zu Monatsbeginn zusammenkommen müssen, um vor den Augen des stellvertretenden Küchendirektors in einer Tabelle hinter ihrem Namen zu unterschreiben. Damit hätten die Angestellten den Dienstplan mit Rahmenzeiten akzeptiert, berichtet Horn in der Zeitung. Als er sich geweigert habe zu unterschreiben, sei er zum Probezeitendgespräch mit Küchenchef Kellermann und Personalchefin Daniela Böhm einbestellt worden. In diesem Gespräch sei er unter Druck gesetzt und in die Enge getrieben worden. Kurz darauf folgte die Kündigung, so die Zeitung.
 

Das Tagblatt gibt auch an, die Egerner Höfe kontaktiert zu haben, die aber bestreiten, dass Horn in einem Personalgespräch unter Druck gesetzt worden sei. Vielmehr lassen die von Moltkes demnach prüfen, ob Horns Äußerungen den Straftatbestand der Verleumdung erfüllen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Hitzewellen beeinflussen nach Beobachtungen von HotellerieSuisse das Buchungsverhalten. Während Gäste kurzfristiger Aufenthalte in den Bergen buchen, berichtet ein Basler Hotel von Stornierungen an besonders heißen Tagen und investiert in die Kühlung seines Gebäudes.

IHA-Chef Markus Luthe kritisiert Aussagen von Booking-Chef Glenn Fogel zu den früheren Preisparitätsklauseln. Anlass ist ein Handelsblatt-Interview vor dem Hintergrund einer in Amsterdam anhängigen Sammelklage von 10.783 Hotels.

Anzeige

Der raue Ton, für den die Hotellerie lange bekannt war, funktioniert heute nicht mehr: Führung muss neu gedacht werden, um Mitarbeiter langfristig zu halten und ihnen einen Purpose zu geben, sagt Bernhard Patter, Geschäftsführer der diavendo GmbH. Im Gespräch mit Host Oliver Meyer gibt er in der neuen Folge des HotelPartner-Podcasts „AUSGEBUCHT!“ Tipps, wie Hoteliers mit guter Führung ihre Bottom Line aufbessern.

Google startet Hotelbuchungen direkt im KI-Modus seiner Suche. Zum Start in den USA sind unter anderem Booking.com, Expedia, Hilton, IHG und Marriott eingebunden. Nutzer können Hotels im KI-Modus auswählen und die Buchung über Google Pay abschließen. Inzwischen sind auch weitere Einzelheiten zu Ranking, Werbung, Datenweitergabe und technischer Anbindung bekannt.

Thüringens Übernachtungszahlen sind im ersten Halbjahr 2026 nahezu stabil geblieben. Während Hotels mehr Übernachtungen verzeichneten, gingen die Zahlen bei Gasthöfen, Pensionen und Campingplätzen zurück.

Berlin hat im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 13,6 Millionen Übernachtungen verzeichnet. Das waren 2,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, während die Zahl der Gäste aus Deutschland um 1,8 Prozent stieg.

Rund 2,5 Millionen Gäste und 6,3 Millionen Übernachtungen hat Brandenburg im ersten Halbjahr 2026 registriert. Landesweit gingen die Zahlen leicht zurück, während einzelne Reiseregionen und Städte Zuwächse verzeichneten.

Das Althoff Seehotel Überfahrt hat seinen Wellnessbereich neugestaltet und den "4 elements spa by Althoff" in Betrieb genommen. Seit Anfang August empfängt die Einrichtung Gäste mit einer neuen Raumgestaltung und erweiterten Angeboten.

Wyndham Hotels & Resorts hat das erste Hotel seiner Kernmarke in Frankfurt am Main eröffnet und erweitert damit das Angebot im gehobenen Segment um 146 Zimmer. Im Zuge des Rebrandings zu Wyndham wird nun umfassend renoviert.

Aus dem traditionsreichen Hotel Schwanen in Freudenstadt ist ein neues Hospitality-Angebot geworden. Heute teilen sich das Moe by Limehome mit 21 Zimmern und Suiten und das Restaurant Wilma Wunder die Adresse. Hinter dem Umbau steht Investor Orhan Tiryaki