Kölner Hotelmarkt auf Wachstumskurs

| Hotellerie Hotellerie

Nachdem der Kölner Beherbergungsmarkt (inklusive Hotels, Hotels garnis, Pensionen, Gasthöfe, Jugendherbergen und Campingplätze) in Folge eines schwachen Messejahres in 2018 mit annähernd 6,3 Millionen Übernachtungen lediglich ein Plus von 0,7 Prozent erzielte, sind die Wachstumsperspektiven für das laufende Jahr um einiges besser. So verzeichnete die Domstadt im ersten Quartal 2019 mit über 1,51 Millionen Übernachtungen einen Zuwachs von 5,2 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Köln weist eine konstant hohe Internationalität auf. Ausländische Reisende machten im Vorjahr insgesamt 34 Prozent des Übernachtungsaufkommens aus. „Durch das turnusbedingte Ausbleiben mehrerer gutbesuchter Messen zeigte der Kölner Hotelmarkt im vergangenen Jahr insgesamt nur wenig Bewegung. Das leichte Plus kann vor allem auf das gute Sommerwetter, den Christopher Street Day und die Gamescom zurückgeführt werden“, sagt Daniela M. Bense, Project Manager Hotel bei Dr. Lübke & Kelber GmbH. „Da das Messejahr 2019 wieder stärker ausfallen wird, rechnen wir in diesem Jahr wieder mit einem höheren Übernachtungsplus, so dass insgesamt 6,4 bis 6,5 Millionen Übernachtungen möglich sind.“

RevPAR 2018 sinkt um 4,20 Euro

Der durchschnittliche Erlös pro Zimmer (RevPAR) für die Kölner Kettenhotellerie sank im Vergleich zum Vorjahr um 4,20 Euro auf 76,40 Euro. Unter den Top-10-Standorten nimmt Köln damit die dritte Position hinter München (87,10 Euro) und Hamburg (78,70 Euro) ein. Die stärksten Einbrüche waren im Mai zu erkennen, wobei die durchschnittlichen Erlöse um 35,00 Euro niedriger ausfielen als ein Jahr zuvor. Die größten Zuwächse wurden im September, April, August und Februar registriert.

Bislang höchste Bettenauslastung

Im vergangenen Jahr standen Übernachtungsgästen in Köln zur Jahresmitte insgesamt 32.498 Betten in 279 Betrieben zur Verfügung. Das Bettenangebot erhöhte sich damit im Vergleich zu 2017 um 671 Betten (plus 2,1 Prozent). Mit einer minimalen Steigerung der Bettenauslastung um 0,1 Prozent wurde der bislang höchste Wert von 52,5 Prozent erreicht und  Köln positionierte sich im Ranking der deutschen Top-10-Hotelstandorte auf dem fünften Platz vor Frankfurt. In der Entwicklung seit 2011 bildet Köln mit einer Ausweitung des Bettenangebots um 11 Prozent allerdings das Schlusslicht. „Besonders in den letzten drei Jahren kam der Ausbau des Bettenangebots in Köln nur langsam voran. Für die kommenden Jahre sind aber bereits mehrere Neubauprojekte geplant, die eine überdurchschnittliche Kapazitätserweiterung zur Folge haben, wodurch die Auslastung mittelfristig stagnieren und gar sinken könnte“, sagt Bense.

Starker Angebotszuwachs ab 2020

Nach lediglich zwei Neueröffnungen im Jahr 2018 mit 631 Zimmern sind mit dem V8 Hotel in der Butzweiler Straße 35-39 in 2019 weitere 110 Zimmer auf den Markt gekommen. Ab 2020 sind jedoch 19 Hotelprojekte mit insgesamt über 5.600 Betten geplant. Bis Ende 2020 sollen bis zu 1.269 Zimmer mit mehr als 2.500 Betten das Angebot ergänzen. Bis 2023 könnten darüber hinaus nochmals 3.000 neue Zimmer entstehen. Knapp 50 Prozent der zu eröffnenden Zimmer sollen im Midscale-Segment und rund 1.000 Zimmer im Upscale-Segment angesiedelt werden.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Hotelmarke Ruby expandiert mit der Eröffnung des Ruby Frida nach Stockholm. Das neue Haus im Stadtteil Kungsholmen setzt auf ein von den 1960er Jahren inspiriertes Designkonzept.

Deutschlands Beherbergungsbetriebe haben im Mai 2026 insgesamt 49,2 Millionen Übernachtungen verbucht. Der Zuwachs von 3,8 Prozent wurde von Gästen aus dem Inland getragen, während die Auslandsnachfrage leicht zurückging.

Düsseldorf weist einer Analyse von Listflix zufolge unter deutschen Städten ab 300.000 Einwohnern die höchste Dichte an Beherbergungsbetrieben auf. In der Gruppe von 100.000 bis unter 300.000 Einwohnern liegt Heidelberg vorn.

Riadh Ben Ali aus dem Kastens Hotel Luisenhof wurde als erster Concierge in Hannover in die Vereinigung Les Clefs d'Or aufgenommen. Die internationale Organisation zeichnet damit die Fachkompetenz des Hotelmitarbeiters aus.

Die Hotelgruppe Ensana Hotels eröffnet mit dem Sairme South ihren ersten Standort in Georgien. Das neue Haus im Kaukasus legt einen Schwerpunkt auf medizinische Wellness-Anwendungen.

Die Fattal Hotel Group hat mit dem Erwerb des The Blakely Hotel in New York erstmals ein Objekt in den USA übernommen. Nach einer geplanten Sanierung ist die Wiedereröffnung für Mitte 2027 vorgesehen.

Die Göbel Hotels starten im Oktober mit dem Green Trail Hotel in Korbach eine neue Budget-Marke. Das Projekt umfasst 41 Zimmer und setzt auf ein energetisches Konzept mit Photovoltaik und Wärmepumpen.

Union Investment hat das Hotel Hilton Garden Inn in Innsbruck an die Schiehser Hotels Gruppe veräußert. Wie das Unternehmen mitteilte, werde der bisherige Betreiber das Haus auch in Zukunft unter der Marke Hilton Garden Inn weiterführen.

Der deutsche Hotelinvestmentmarkt erzielte im ersten Halbjahr 2026 ein Transaktionsvolumen von 741 Millionen Euro. Trotz eines Rückgangs gegenüber dem Vorjahr blicken Experten für das Gesamtjahr optimistisch auf die Zwei-Milliarden-Euro-Marke.

Kleine Hotels und Gasthöfe stehen in Nordrhein-Westfalen unter Druck. Während die Zahl der Beherbergungsbetriebe binnen zehn Jahren deutlich sank, wuchs das Bettenangebot – und Ferienunterkünfte legten stark zu.