Becks, Astra, Flens, Lübzer und Co: Warnstreiks bei Brauereien

| Industrie Industrie

Im Tarifkonflikt bei norddeutschen Brauereien hat die Gewerkschaft NGG Beschäftigte in Bremen, Hamburg, Flensburg und Lübz zu Warnstreiks aufgerufen. Die Arbeitskämpfe sollten am Mittwochmittag mit der Spätschicht beginnen und 24 Stunden dauern, teilte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Hamburg mit. «Die Beschäftigten haben unter erschwerten Bedingungen in der Pandemie Besonderes geleistet und haben sich eine Erhöhung der Löhne mehr als verdient», sagte der Geschäftsführer der NGG Bremen-Weser-Elbe, Dieter Nickel.

Die Arbeitgeberseite warf der Gewerkschaft «mangelndes Verständnis für die tatsächliche wirtschaftliche Lage der Unternehmen» vor. 24-stündige Warnstreiks nach einer ersten oder zweiten Verhandlungsrunde seien «völlig unverhältnismäßig», sagte der Geschäftsführer des Brauereiverbands Nord, Michael Scherer, der dpa. Er wies darauf hin, dass die Corona-Pandemie mit den Lockdowns in Hotellerie und Gastronomie die Brauwirtschaft massiv getroffen habe.

Die NGG kritisiert, dass die Arbeitgeber nach zwei Verhandlungsrunden für die Unternehmen der Brauindustrie in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern null Prozent Lohnerhöhung und als Ausgleich eine Corona-Prämie in Höhe von 500 Euro angeboten hätten. «In dem anderen Tarifgebiet der nördlichen Brauindustrie, in Bremen, hat es in der ersten Verhandlung überhaupt kein Angebot gegeben», heißt es in der Mitteilung.

Zum Warnstreik aufgerufen sind nach NGG-Angaben die Beschäftigten in der Brauerei Beck und Co (AB InBev) in Bremen, in den Carlsberg-Brauereien in Hamburg (Holsten, Astra, Duckstein) und Lübz sowie in der Flensburger Brauerei. Die Verhandlungen werden am 2. Juni für das Tarifgebiet Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern und am 4. Juni für das Tarifgebiet Bremen fortgesetzt.

Die NGG fordert im Tarifgebiet Bremen «eine angemessene und wertschätzende prozentuale Erhöhung der Entgelte» und im anderen Tarifgebiet eine Erhöhung der Entgelte von 4,5 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der deutsche Weinmarkt steht unter Druck: Im Jahr 2025 sanken Absatz und Umsatz um jeweils sieben Prozent. Während die Zahl der Käuferhaushalte stabil blieb, griffen die Verbraucher seltener zu. Deutsche Erzeuger konnten ihren Marktanteil trotz der schwierigen Rahmenbedingungen leicht steigern.

Mit 4,5 Millionen Tonnen erreichte die deutsche Gemüseernte 2025 einen historischen Rekordwert. Vor allem Speisezwiebeln und der ökologische Anbau verzeichneten signifikante Zuwächse, während Nordrhein-Westfalen seine Position als wichtigstes Anbaubundesland behauptete.

Startschuss für ein millionenschweres Bauprojekt: In der Düsseldorfer Ulmenstraße entsteht bis 2027 ein neuer Metro Großmarkt. Der Standort setzt auf ein nachhaltiges Energiekonzept und soll die Versorgung der regionalen Gastronomie langfristig sichern.

Die Internorga 2026 in Hamburg präsentiert ihr Rahmenprogramm. Von Trendanalysen auf der Open Stage bis hin zu Fachkongressen über Nachhaltigkeit und Digitalisierung bietet die Messe Impulse und Lösungen für die Herausforderungen der Branche.

Die Finalisten für den Internorga Zukunftspreis 2026 wurden bekannt gegeben. Neun Unternehmen aus den Bereichen Food, Technik und Gastgewerbe konkurrieren im März in Hamburg um die Auszeichnung für besondere Innovationskraft und Nachhaltigkeit.

Mineralwasser mit Geschmack und stilles Wasser: Das sind 2025 Wachstumstreiber beim Gerolsteiner Brunnen gewesen. Vor allem Wasser ohne Kohlensäure habe überdurchschnittliche Zuwächse erzielt, teilte das Unternehmen mit.

Eigentlich machen niedrige Temperaturen Grünkohl bekömmlicher. In diesem Jahr haben ihm jedoch viele Schneefälle zugesetzt. Einige Bauern beenden die Erntesaison vorzeitig. Das Wintergemüse wird bis Ende März in geselliger Runde gegessen.

Das VDP-Weingut St. Antony kombiniert 2026 Weinverkostungen mit akustischen Erlebnissen. Mit der Silent Disco Weinprobe in Nierstein und einem technischen StudioTalk in Mainz-Gonsenheim werden neue Wege in der Weinvermittlung beschritten.

Die schottische Brauerei Brewdog hat die Beratungsgesellschaft AlixPartners beauftragt, um neue Investoren zu gewinnen oder einen vollständigen Verkauf vorzubereiten. Davon könnten die weltweit vier Brauereien, die rund 70 Bars sowie die bekannten Marken wie Punk IPA betroffen sein.

Der Schweizer Hersteller Franke Coffee Systems nutzt die Fachmesse Intergastra in Stuttgart für die Deutschlandpremiere seiner neuen A-Linie. Die Modellreihen A600 und A800 lösen die bisherige Generation ab und richten sich an Betriebe in der Gastronomie, Hotellerie und im Außer-Haus-Markt.