Brauerei pleite - So soll es bei Eichbaum weitergehen

| Industrie Industrie

Nach der gescheiterten Rettung will die insolvente Brauerei Eichbaum die noch vorhandenen Aufträge bis Ende September abwickeln. Der Betrieb solle mit einem kleinen Abwicklungsteam geordnet auslaufen, heißt es in einer Mitteilung des Mannheimer Unternehmens. 

Sämtliche Vermögensgegenstände der Privatbrauerei sollen verkauft werden. Dazu gehöre auch das Betriebsgrundstück an der Käfertaler Straße.

Gewerkschaft will rasch Verhandlungen über Sozialplan

Alle rund 240 Beschäftigten am Standort sollen kurzfristig betriebsbedingte Kündigungen erhalten, hatte das Unternehmen am Montag mitgeteilt, nachdem den Angaben zufolge keine tragfähige Investorenlösung gefunden worden war. Zuerst hatte der «Mannheimer Morgen» darüber berichtet.

Aus Sicht der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) muss nun dringend über einen Sozialplan verhandelt werden. Auch sei noch nicht das letzte Wort gesprochen zu einer möglichen Transfergesellschaft, sagte Stephanie Albicker von der NGG-Region Mannheim-Heidelberg. 

Fast 350-jährige Geschichte

Die Brauerei hatte Ende Oktober 2025 den Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Im Export war der Umsatz zurückgegangen, im Inland sank die Nachfrage. Das führte zu einem Liquiditätsengpass. 

Rechtsanwalt Thomas Oberle, der das Verfahren als Sachwalter im gerichtlichen Auftrag überwacht, sagte laut der aktuellen Mitteilung von Eichbaum: «Wir sind verpflichtet, im Interesse aller Gläubigerinnen und Gläubiger zu handeln und Entscheidungen auf Grundlage wirtschaftlicher Umsetzbarkeit zu treffen.» Er unterstütze das Vorgehen der Eigenverwaltung, «durch eine geordnete Verwertung die bestmögliche Befriedigung der Gläubigerforderungen zu erreichen».

Die Geschäftsführer Uwe Aichele und Frank Reifel erklärten den Angaben nach: «Es schmerzt, dass wir diesen Schritt gehen müssen.» Die Betriebseinstellung sei unter den gegebenen Rahmenbedingungen allerdings alternativlos. Die Brauerei wurde nach eigenen Angaben 1679 gegründet. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der deutsche Weinmarkt steht unter Druck: Im Jahr 2025 sanken Absatz und Umsatz um jeweils sieben Prozent. Während die Zahl der Käuferhaushalte stabil blieb, griffen die Verbraucher seltener zu. Deutsche Erzeuger konnten ihren Marktanteil trotz der schwierigen Rahmenbedingungen leicht steigern.

Mit 4,5 Millionen Tonnen erreichte die deutsche Gemüseernte 2025 einen historischen Rekordwert. Vor allem Speisezwiebeln und der ökologische Anbau verzeichneten signifikante Zuwächse, während Nordrhein-Westfalen seine Position als wichtigstes Anbaubundesland behauptete.

Startschuss für ein millionenschweres Bauprojekt: In der Düsseldorfer Ulmenstraße entsteht bis 2027 ein neuer Metro Großmarkt. Der Standort setzt auf ein nachhaltiges Energiekonzept und soll die Versorgung der regionalen Gastronomie langfristig sichern.

Die Internorga 2026 in Hamburg präsentiert ihr Rahmenprogramm. Von Trendanalysen auf der Open Stage bis hin zu Fachkongressen über Nachhaltigkeit und Digitalisierung bietet die Messe Impulse und Lösungen für die Herausforderungen der Branche.

Die Finalisten für den Internorga Zukunftspreis 2026 wurden bekannt gegeben. Neun Unternehmen aus den Bereichen Food, Technik und Gastgewerbe konkurrieren im März in Hamburg um die Auszeichnung für besondere Innovationskraft und Nachhaltigkeit.

Mineralwasser mit Geschmack und stilles Wasser: Das sind 2025 Wachstumstreiber beim Gerolsteiner Brunnen gewesen. Vor allem Wasser ohne Kohlensäure habe überdurchschnittliche Zuwächse erzielt, teilte das Unternehmen mit.

Eigentlich machen niedrige Temperaturen Grünkohl bekömmlicher. In diesem Jahr haben ihm jedoch viele Schneefälle zugesetzt. Einige Bauern beenden die Erntesaison vorzeitig. Das Wintergemüse wird bis Ende März in geselliger Runde gegessen.

Das VDP-Weingut St. Antony kombiniert 2026 Weinverkostungen mit akustischen Erlebnissen. Mit der Silent Disco Weinprobe in Nierstein und einem technischen StudioTalk in Mainz-Gonsenheim werden neue Wege in der Weinvermittlung beschritten.

Die schottische Brauerei Brewdog hat die Beratungsgesellschaft AlixPartners beauftragt, um neue Investoren zu gewinnen oder einen vollständigen Verkauf vorzubereiten. Davon könnten die weltweit vier Brauereien, die rund 70 Bars sowie die bekannten Marken wie Punk IPA betroffen sein.

Der Schweizer Hersteller Franke Coffee Systems nutzt die Fachmesse Intergastra in Stuttgart für die Deutschlandpremiere seiner neuen A-Linie. Die Modellreihen A600 und A800 lösen die bisherige Generation ab und richten sich an Betriebe in der Gastronomie, Hotellerie und im Außer-Haus-Markt.