Winzer an Saale und Unstrut besser als der Bundestrend

| Industrie Industrie

Bundesweit wurde im vergangenen Jahr weniger Wein erzeugt - die Winzer in Thüringen und Sachsen-Anhalt stemmten sich gegen diesen Trend. «Die Winzer sind froh über eine gute Ernte, weil ihre Weinkeller so gut wie leer waren», sagte Anja Hasenöhrl vom Weinbauverband Saale-Unstrut auf Anfrage in Freyburg. 2024 war wegen Frösten nur ein Bruchteil der üblichen Ernte eingebracht worden - der Ertragsausfall habe bei etwa 95 Prozent gelegen, so die Sprecherin. 

Überdurchschnittlichen Ertrag eingefahren 

Nach ihren Angaben kamen 2025 in Thüringen 55,0 Hektoliter pro Hektar zusammen - weit über dem langjährigen Mittel von 39,9 Hektoliter. In Sachsen-Anhalt betrug der Ertrag 69,5 Hektoliter - im langjährigen Mittel waren es dagegen nur 56,2 Hektoliter. 

Insgesamt lieferten die Weinberge in den beiden Bundesländern 565.000 Hektoliter. Die Anbaufläche betrug insgesamt 856 Hektar. Etwa 20 Hektar seien in den vergangenen zwei Jahren dazu gekommen, so Hasenöhrl.  

Bundesweit produzierten die Winzer 2025 vor allem wegen kräftiger Niederschläge im September weniger. Die Weinbaubetriebe erzeugten nach Daten des Statistischen Bundesamtes 7,55 Millionen Hektoliter Wein und Most, das waren 2,6 Prozent weniger als im Vorjahr. 

Große Ernteschwankungen seit 2018 

«Eine ähnlich kleine Erntemenge von 7,5 Millionen Hektolitern hatten wir zuletzt im Jahr 2017», sagte ein Sprecher des Deutschen Weininstituts. Die zunehmenden Wetterkapriolen stellten die Winzerinnen und Winzer in den 13 deutschen Anbaugebieten Jahr für Jahr vor große Herausforderungen.

Wegen der großen jährlichen Schwankungen sei es gut, dass die Weinkeller an Saale und Unstrut wieder gefüllt seien, sagte Hasenöhrl. «Wir haben leider oft relativ schlechte Ernten.» Seit 2018 seien es vier in der Region gewesen. Eigentlich sei es eine Winzerregel, dass immer eine komplette Ernte als Reserve im Keller liegen sollte.

Hasenöhrl räumte ein, dass der Weinabsatz insgesamt leicht rückläufig sei. In dem kleinen Weinbaugebiet in Thüringen und Sachsen-Anhalt liefen 70 Prozent des Absatzes ab Hof vor allem der Familienweingüter oder der Nebenerwerbswinzer: «Wir sind da eine Insel.»

47 Haupterwerbswinzer in der Region 

Zum Trend zu alkoholfreien Weinen sagte Hasenöhrl, derzeit machten zwei Betriebe aus der Region mit. Noch gebe es aber keine eigenen Anlagen zum Entalkoholisieren. Das werde in anderen Regionen erledigt. «Alkoholfrei spielt eine Rolle, aber wir haben oft nicht genug Wein dafür.»

Die Nachtfröste in den vergangenen Tagen haben nach Einschätzung des Verbandes keinen negativen Einfluss auf den Weinbau gehabt. Zu dieser Jahreszeit würden die Weinstöcke leichte Minus-Temperaturen noch verkraften. Nach Angaben des Verbandes gibt es an Saale und Unstrut 47 Winzer im Haupt- und 27 im Nebenerwerb sowie eine Winzervereinigung. Außerdem würden fünf Agrarbetriebe Weinanbau betreiben. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Auch in mehreren deutschen Supermärkten wurden Kühlanlagen vermutlich ebenfalls aus der Ferne manipuliert – Lebensmittel mussten weggeworfen werden. Wie die Polizei die Fälle einordnet.

Digitale Personalprozesse werden für Hotels zu einem immer wichtigeren Wettbewerbsfaktor. Mit Mirus Deutschland baut die Mirus-Gruppe ihre Aktivitäten im deutschen Markt gezielt aus. In der Schweiz setzen mit der Mirus Software AG bereits mehr als 4.500 Hotels und Gastronomiebetriebe auf die Softwarelösungen der Unternehmensgruppe.

Weniger zuckerhaltige Cola und Limonade, mehr Light-Getränke: Die Produktion verschiebt sich. Was die Zahlen über den Durst der Menschen in Deutschland verraten.

Alkoholfreier Wein ist zunehmend gefragt, schmeckt aber längst nicht jedem. Für viele Winzer ein Grund zu experimentieren und ihre Null-Promille-Alternativen auszubauen. Dabei setzen sie unter anderem auf Kräuter, Tee und Verjus, der aus unreif gelesenen grünen Trauben produziert wird. 

Für mehrere Tage waren die Erfurter Messehallen wieder ein Treffpunkt für Reiselustige und Caravan-Fans. Nun ziehen die Veranstalter der «Reisen & Caravan» Bilanz.

Die deutschen Weinexporte blieben im ersten Halbjahr 2026 mengenmäßig stabil, während der Exportwert um drei Prozent zurückging. Besonders in Schweden legte der Absatz deutscher Weine zu. In den USA gingen die Ausfuhren dagegen deutlich zurück.

Simon Morris, Geschäftsführer von Salomon FoodWorld, sieht nach dem Wechsel zur Group of Butchers die Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern unverändert. Der Eigentümerwechsel wurde am 26. Oktober 2026 abgeschlossen.

Die Zukunft der Paderborner Brauerei ist weiterhin ungewiss. Am Donnerstag will die Haus Cramer Gruppe die rund 113 Beschäftigten über den Stand der Investorengespräche informieren. Sollte sich kein Käufer finden, könnte der Produktionsstandort zum Jahresende geschlossen werden. Die Marke Paderborner soll nach bisherigen Plänen bestehen bleiben.

Pressemitteilung

Vom 24. bis 25. November 2026 wird das Hotel Bristol Berlin zum zentralen Treffpunkt für zukunftsfähige Konzepte und den praxisnahen Austausch in Hotellerie, Gastronomie und Touristik. Das GreenSign Future Lab bietet lösungsorientierte Impulse für drängende Branchenfragen, während die GREEN MONARCH Award Night herausragende Pioniere ehrt.

Pressemitteilung

Die zweite 370GRAD Roadshow in München verzeichnete am 27. Oktober 2026 ein deutliches Wachstum. In den Design Offices Macherei präsentierten 40 Unternehmen ihre Produkte und Lösungen für Hotellerie, Gastronomie und Catering. Rund 20 Prozent mehr Besucher als im Vorjahr nutzten die Veranstaltung, um neue Kontakte zu knüpfen, sich auszutauschen und Anregungen für den eigenen Betrieb zu sammeln.