Brauereien: Bierflaschen in Deutschland könnten knapp werden

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Im kommenden Sommer könnten Bierflaschen in Deutschland nach Ansicht der deutschen Brauereien knapp werden. Als Gründe werden die deutlich gestiegenen Kosten für neue Flaschen genannt und der Mangel an Lastwagenfahrern. «Engpässe sehen wir spätestens im Sommer», sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bunds, Holger Eichele, der «Bild»-Zeitung (Mittwoch). «Je heißer der Sommer, desto schwieriger kann die Situation werden.» Eichele nannte die Lage «äußerst angespannt».

Der Verband Private Brauereien Bayern sprach von einem Phänomen, das «in der Regel jährlich auftritt, weil in den Sommermonaten mehr Bier getrunken wird». Erschwerend kämen in diesem Jahr die stark gestiegenen Energiepreise und ein mögliches Gas-Embargo oder ein Gas-Lieferstopp aus Russland hinzu, sagte Verbandssprecher Benedikt Meier in München.

Glasflaschen würden unter Einsatz von Gas hergestellt, der Preis sei stark gestiegen. Eine neue Glasflasche sei etwa doppelt so teuer wie der Pfand, den die Brauerei dafür verlangen könne. Es sei zu befürchten, dass die eine oder andere Brauerei Leergutprobleme bekommen könnte, sagte Meier. Dabei spielten auch die Vertriebswege eine Rolle. Die kleinen und mittelständischen Brauereien, die im Radius von 50 Kilometern um den Standort ihr Bier vertrieben, erhielten in der Regel schneller Leergut zurück.

Eichele sagte der Zeitung: «Wer keine langfristigen Verträge hat, muss für neue Glasflaschen zurzeit 80 Prozent mehr bezahlen als noch vor einem Jahr.» Einigen Brauereien drohe der Leerlauf, «sie stehen vielleicht bald ohne Flaschen da». Verbraucher sollten Leergut möglichst schnell im Handel zurückgeben, um die Situation zu entspannen.

Auch die Brauerei Veltins im Sauerland sprach von einer angespannten Situation. «Aber wir sehen aktuell keine Lieferschwierigkeiten. Der Verbraucher bekommt das Bier, das er wünscht», sagte ein Unternehmenssprecher. Wegen der Gefahr eines Gas-Lieferstopps versuchten sich Brauereien mit neuen Flaschen einzudecken. «Aktuell gibt es keine Erkenntnisse, dass es schon eng ist, die Märkte sind voll mit Ware», sagte er.

Allerdings stehe die Saisonspitze im Sommer noch bevor. Der Bedarf dürfte in diesem Jahr höher ausfallen als in den zurückliegenden Pandemiejahren. Zudem könnte es einen Urlaubseffekt beim Leergut geben: Weil mehr Familien wieder in den Urlaub fahren, könnten mehr leere Bierflaschen einen längeren Zeitraum im Keller stehen bleiben. (dpa)


 

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